Wanne-Eickel-Historie


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Wusstest Du schon...

Kirmes

Wusstest Du schon...


...dass der Metzgermeister Paul Kolbe um 1900 ständig heiße Fleischwurst im Angebot hatte? Seine Spezialität war "Polnische" mit Majoran und viel Knoblauch.

...dass um 1900 eine männliche Schönheitskonkurrenz der absolute Kirmesknüller auf Crange war? Die Damenwelt staunten damals nicht schlecht, als sich neun Adonisse aufs Podest drängten, um ihre Astralkörper zur Schau zu stellen.

...dass im Jahre 1902 ein Unfall auf der "Russischen Schaukel" ein Todesopfer forderte?

...dass im Jahre 1904 das erste Bierzelt nahe der Gaststätte Becker aufgestellt wurde? Der große Humpen Bier im Glaskrug kostete zwei Groschen, ein Pinnchen "Westfälischer Korn" ein Groschen.

...dass im Jahre 1905 zwei Schiffschaukeln und drei Karussells aufgebaut waren? Für die Bewegung der Karussells sorgten Pferde, die unermüdlich ihre Runden trabten.

...dass "Die fröhlichen Weiber von Crange", die mit ihren offenherzigen Reizen alles dagewesene anno 1906 in den Schatten stellten? Für ein Eintritt von zehn Pfennig konnte die Herrenwelt dieses Damen-Ensemble bewundern. Der Zeitzeuge weiß zu berichten, dass die Schaubude proppenvoll war.

...dass im Jahre 1911 Anni ten Dirt eine Dame von 450 Pfund der absolute Kirmesknüller war? Bei einen Eintritt von fünf Groschen waren es überwiegend männliche Besucher, die sich für die schwerste Dame der Welt interessierten.

...dass 1912 die Cranger Kirmes auf zwei Tage verlängert wurde?

...dass die Cranger Kirmes im Jahre 1914 (bis 1918) wegen Ausbruch des Ersten Weltkrieges zum ersten Mal ausfiel?

...dass die Cranger Kirmes im Jahre 1919 auf drei Tage verlängert wurde?

...dass Hagenbeck's Tierschau im Jahre 1922 zum ersten Mal auf der Cranger Kirmes auftrat?

...dass 1923 die Cranger Kirmes wegen der Ruhrbesetzung durch die Franzosen erneut ausfiel? Der Pferdemarkt aber statt fand.

...dass 1924 wegen der andauernden Ruhrbesetzung die Wanner Amtsvertretung nur einen Tag Kirmes genehmigte?

...dass 1926 die erste Großstadtkirmes mit rund 100.000 Besuchern in der neugegründeten Stadt Wanne-Eickel stattfand? Erstmals war eine Achterbahn, die "8-Gebirgsbahn" des Düsseldorfer Schaustellers Willi Busch, auf dem Festplatz.

...dass 1932 in der Cranger Schule erstmals eine Rettungs- und Santitätsstation eingerichtet wurde? Und die Zahl der Kirmesbesucher auf 200.000 stieg.

...dass 1935 die sonst dreitägige Cranger Kirmes anlässlich der von den Nationalsozialisten festgelegten »500 Jahr Feier« ausnahmsweise fünf Tage dauerte? 480 Schausteller mit 549 Geschäften waren auf dem Platz vertreten. Am 13. Augst 1935 fand ein abendlicher Festumzug statt, der sich vom Adolf-Hitler Platz (Eickeler Markt) über die Hindenburgstraße (Hauptstraße) nach Crange bewegte. Ein Aufnahmewagen des Reichssenders Köln zeichnete den Festzug auf, um noch am gleichen Abend Millionen deutscher Rundfunkhörer über das große westdeutsche Heimatfest in der Kohlenstadt Wanne-Eickel zu informieren. Erstmals wurden die auch umliegenden Straßen mit in das Kirmesgeschehen einbezogen. Dorstener Straße und Heerstraße wurden während der Kirmes zeitweise für den Verkehr gesperrt. Im Mittelpunkt der Abschlußveranstaltung stand eine von der 1919 gegründeten Theatergruppe "Fidele Horst" dargebotene und vom Tanzlehrer Diel inszenierte Theateraufführung, die die Hochzeit von Heinrich Funcke und Gertrud Scharpwinkel am 11. Mai 1853 "in einer zeitgerechten Handlung präsentierte", wie die Wanne-Eickeler Zeitung schrieb. Laut der nationalsozialistischen Presse sollen erstmals eine Million Besucher auf Crange gewesen sein.



...dass 1946 Fischbockwurst zu den Delikatessen der Cranger Kirmes zählte? Während Fisch damals in beliebigen Mengen aufzutreiben war, war Fleisch nach wie vor Mangelware.

...dass die Cranger Kirmes im Volksmund zeitweilig auch Hechtkirmes genannt wurde? Er wurde in der silberklaren Emscher gefangen und galt als besondere Kirmesdelikatesse.

...dass Dannekämper Jungen zur Kirmeszeit eine Bude aufstellten, mit der verheißungsvollen Ankündigung: "Wanne bei Nacht!" Man wurde für fünf Pfennig hineingelassen und sah den Sternenhimmel. Die herbeigerufene Polizei verbot den 5-Pfennig Ausblick.

...dass die Durchführung der Cranger Kirmes 1953 am seidenen Faden hing? Damals wurde wegen der Kinderlähmungsepidemie täglich ein Großveranstaltungsverbot erwartet, das dann jedoch erst am Tag nach der Kirmes ausgesprochen wurde.

...dass 1959 aus Jugendschutzgründen die Boxboden vom Kirmesbetrieb ausgeschlossen wurden?

...dass ...nichts ist so schön wie der Mond von Wanne-Eickel... den Rhythmus der Cranger Kirmes 1962 beherrschte? Das Lied von Friedel Hensch und den Cyprys besungen verhalf der Stadt zu unerhoffter Popularität

...dass der »Mond-Song« ...nichts ist so schön wie der Mond von Wanne-Eickel... den Zeichner Jörg Röttger zu seinem Plakat zur Cranger Kirmes 1963 inspirierte.

...dass die sechs Hülsmann-Fässer, aufgestellt an der Ecke Dorstener- und Rathausstraße jahrelang ein Blickfang für durstige Kirmesbesucher waren? Am Eröffnungstag gab es hier traditionell eine Stunde Freibier.

...dass im Jahre 1966 der Festumzug zur Cranger Kirmes statt findet? Der bunte Lindwurm schlängelt sich seitdem von Eickel, St. Jörgen-Platz zum Festplatz nach Crange.

...dass im Jahre 1973 das Windrad zum ersten Mal das offizielle Kirmesplakat der Stadt Wanne-Eickel zierte? Alle Kirmesfans haben die rot-gelb-lila-grüne Windmühle des Grafiker und Künstler Helmut Bettenhausen in ihr Herz geschlossen.

...dass aufgrund der kommunalen Neugliederung der Städte Herne und Wanne-Eickel die Cranger Kirmes nun in der Stadt Herne statt fand? Was bei der Bevölkerung im Ruhrgebiet zur Verwirrungen führte.



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