Wanne-Eickel-Historie


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Wohn- und Geschäftshaus Hauptstraße 89

Gebäude

Wohn- und Geschäftshaus Hauptstraße 89


Das Wohn- und Geschäftshaus Hauptstraße 89 a/b/c in Wanne-Süd ist ein unter Denkmalschutz stehendes Baudenkmal. Das schräg gegenüber dem Sportpark gelegene Bauwerk entstand 1929 nach einem Entwurf der Architektengemeinschaft Ferdinand Revermann und Georg Gobrecht als Verwaltungsgebäude der Elektrizitätsversorgung Wanne-Eickel, den späteren Stadtwerken. Es wurde im April 1930 bezogen.

Das dreieinhalbgeschossige Gebäude (drei Voll- und ein Drempelgeschoss) bemisst in der Breite 42 Meter und in der Tiefe 10 Meter und wurde in Edelputz ausgeführt. Prägend für die Gestaltung der Fassade zur Hauptstraße sind die Einfassungen sowohl der Schaufenster, der Eingangstür wie der Fensterlaibungen im ersten und zweiten Obergeschoss sowie das Erdgeschoss durch
Natursteinplatten, Weiberner Tuff (wird in der Vulkaneifel bei dem Ort Weibern in der Nähe von Mayen in Rheinland-Pfalz in Steinbrüchen gebrochen).

Das Verwaltungsgebäude der Elektrizitätsversorgung Wanne-Eickel, es wurde im April 1930 bezogen.

Blick in die damalige Hindenburgstraße, der heutigen Hauptstraße in Höhe des Verwaltungsgebäudes, links im Bild, aufgenommen um 1940.

Im Treppenhausbereich sind die niedrigen Fenster mit Laibungen in Form von Viertelkreisen prägnant geformt. Die Obergeschossfenster sind zwei- bis vierfach durch Steinpfosten unterteilt, die Laibung ragt leicht vor. Die niedrigen Fenster im Drempelgeschoss sind mit schmuckreichen Gittern versehen. Die Wandflächen ohne Steinverkleidung sind verputz.

Die Rückseite des Gebäudes wird über die Harkortstraße erschlossen. Das in einem dem Art déco angelehnten Stil errichtete Bauwerk bildete zur Zeit seiner Erbauung den hohen Anspruch der Stadt Wanne-Eickel an eine anspruchsvolle Stadtgestaltung ab.

Nach einem Großangriff auf Wanne-Eickel, am 9. November 1944, vernichtete ein Volltreffer das Mittelstück des Verwaltungsgebäudes. Der beim Hauptgebäude herausgerissene Mitteltrakt wurde nach den Plänen des Wanne-Eickeler Architekt Robert Kaul in Anlehnung an den Ursprungszustand im Jahr 1946 wieder errichtet, ohne dabei diesen zu rekonstruieren.


Das Verwaltungsgebäude nach einem Bombenangriff am 9. November 1944. Der mittlere Bereich des Bauwerks wurde dabei zerstört.

Das Verwaltungsgebäude der Elektrizitätsversorgung Wanne-Eickel, wurde in Anlehnung an den Ursprungszustand im Jahr 1946 durch den Architekt Robert Kaul wieder hergestellt. Die Aufnahme wurde im Jahre 1950 aufgenommen.

Der zentrale Eingang erschließt nach einem Windfang die dahinterliegende ehemalige Empfangshalle der Stadtwerke, sie ist tiefer als das eigentliche Gebäude und ragt etwas über die Rückfront hinaus. Die originalen Natursteinböden, Wandverkleidungen, Holzlambries (Vertäfelungen) und einige Ausstattungselemente sind im Stil der 1950er Jahre gestaltet. Die ehemalige Empfangshalle der Stadtwerke Wanne-Eickel wird seit Mai 2012 als Café genutzt.

Ansicht des Wohn- und Geschäftshauses Hauptstraße 89 a/b/c, aufgenommen im Februar 2014.

Der Hof des Gebäudes wird rückwärtig über die Harkortstraße erschlossen. Die Aufnahmen wurden im Februar 2014 aufgenommen.

Blick in das Treppenhaus, hier wurden im Sockelbereich hochwertige Natursteinplatten verarbeitet.

Farbgestaltung der Fassade Hauptstraße 89 in Wanne-Süd.

Die Eintragung des Wohn- und Geschäftshauses Hauptstraße 89 a/b/c in die Denkmalliste der Stadt Herne erfolgte am 13. September 2011 unter der Nr. A 716.

Architektengemeinschaft Ferdinand Revermann und Georg Gobrecht


Der Architekt Ferdinand Ewald Revermann (1895-1975) stammt aus Gelsenkirchen und war mit dem Architekten Georg Gobrecht, Wanne-Eickel laut mehreren Quellen Schüler von Walter Gropius im berühmten "Bauhaus" Dessau. Um 1925-1926 war Revermann freischaffender Architekt in Wanne-Eickel, um 1926-1928 in Zusammenarbeit mit Georg Gobrecht, um 1928-1930 eine Bürogemeinschaft mit seinem Schwiegervater Hermann Drüen in Bochum zu gründen. Revermann war Mitglied im Deutschen Werkbund sowie im Bund Deutscher Architekten (BDA). Nach Anfeindungen wegen seines Baustils trat er unter Einfluss eines Vortrags von Paul Schultze-Naumburg 1932 in die NSDAP ein und wurde 1938 Stadtbaurat von Moers. Noch nach dem Zweiten Weltkrieg wirkte er aktiv in der Burschenschaft Rugia in Darmstadt. Er entwarf in Wanne-Eickel mit Georg Gobrecht einige bemerkenswerte Gebäude des Backstein-Expressionismus und der klassischen Moderne, die in die Denkmalliste der Stadt Herne eingetragen sind (siehe auch: "Der Rote Block").

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Quellennachweis:
Stadt Wanne-Eickel: Fünfzig Jahre Stadtwerke Wanne-Eickel Aktiengesellschaft, 1905 - 1955.
Info-Blatt der unteren Denkmalbehörde der Stadt Herne zum Tag des offenen Denkmals 2013, zum Thema: Wohn- und Geschäftshaus Hauptstraße 89.

Fotonachweis:
Sammlung Heinrich Lührig.



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