Wanne-Eickel-Historie


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Wilhelm Middeldorf

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Wilhelm Middeldorf der Konstrukteur der Emscherregulierung


Wilhelm Middeldorf wurde am 19. März 1858 in der Landgemeinde Eickel geboren. Sein Vater Friedrich war Kirchmeister der evangelischen Kirchengemeinde Eickel und gehörte zu dem größten Bauern im Ort. Der Hof war ein Freihof, von Hand- und Spanndiensten sowie Abgaben befreit.

Wilhelm Middeldorf 19. März 1858 - 24. August 1911.

Seine Ausbildung für seinen späteren Beruf erhielt Wilhelm Middeldorf an der Technischen Hochschule Hannover. Hier studierte er Ingenieurwissenschaften. Neben seinem Studium beteiligte er sich dort auch an dem studentischen Leben und Treiben. Im Alter von 22 Jahren trat er der Burschenschaft des Korps Slesvico-Holsatia bei.

Im Jahre 1889 wurde Middeldorf zum Königlichen Regierungsbaumeister ernannt. Nach seiner Ernennung war er zunächst beim Bau des Dortmund-Ems-Kanals als Abteilungsbaumeister für die Strecke Datteln tätig. Im Anschluss wurde er mehrere Jahre im Ministerium für öffentliche Arbeiten als Ministerialreferent zuständig für die Oderregulierung beschäftigt.

Im März 1901 wurde Wilhelm Middeldorf in Berlin zum Wasserbauinspektor befördert. Im Juni des gleichen Jahres ließ er sich vom Staatsdienst beurlauben, verließ Berlin und kehrte ins Ruhrgebiet zurück.

Am 1. Juli 1901 nahm er seine neue Arbeit als alleinverantwortlicher Projektleiter in einer siebenköpfigen Arbeitsgruppe, bei der im Jahre 1899 gegründeten Emscher-Genossenschaft mit Sitz in Essen auf, um die Emscherregulierung zu planen und durchzuführen. Hierzu gehörten die Erhaltung und Verbesserung der Vorflut des durch den Bergbau im Ruhrgebiet absinkenden Gebietes, aber auch die zur Reinigung und Abfuhr der städtischen Abwässer notwendigen Anlagen. Durch die Regulierung wurde die Wasserqualität deutlich verbessert und das Überschwemmungsrisiko und die damit einhergehende Seuchengefahr deutlich gesenkt. Die Emscherregulierung diente in der Folgezeit als Vorbild für andere Flußregulierungsprojekte.

Im Jahr 1906 wird Wilhelm Middeldorf zum Baurat befördert. Eine weitere Sprosse seiner Karriereleiter war der Februar 1907, als er im Wasserstraßenbeirat für den Rhein-Herne-Kanal und die Lippewasserstraße als stellvertretendes Mitglied für die Verbände ernannt wird.

Im Juni 1908 schied Wilhelm Middeldorf auf eigenen Antrag aus dem Staatsdienst aus, um sich der Aufgabe des Baudirektors der Emscher-Genossenschaft voll widmen zu können. Die Vollendung der von ihm geplanten Emscherregulierung konnte Middeldorf nicht mehr erleben. Er verstarb am 24. August 1911 an seinen Wohnsitz in Essen im Alter von 53 Jahren. Seine Grabstätte befindet sich auf dem evangelischen Friedhof an der Lohofstraße in Eickel.




Grabstätte der Familie Middeldorf auf dem evangelischen Friedhof an der Lohofstraße in Eickel, aufgenommen im April 2012.

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Quellennachweis: Hegeler, Gustav: Eickel-Wanne einst und jetzt, Siegen 1903.
Hegeler, Gustav: Aus der Väter Tagen, Bilder zur Heimatkunde von Eickel-Wanne, Wanne 1911.
Zentralblatt der Bauverwaltung, Nr. 72, Herausgegeben im Ministerium der öffentlichen Arbeit,
Nachruf für Wilhelm Middeldorf, Berlin, 6. September 1911.
Daniels, Johannes: Geschichte der Evangel. Kirchengemeinde Eickel, Wanne-Eickel 1927.
Peters, Ralf: 100 Jahre Wasserwirtschaft im Revier, die Emschergenossenschaft 1899-1999.

Bildnachweis: Sammlung Heinrich Lührig.


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