Wanne-Eickel-Historie


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Wilhelm Braun

Kunst und Kultur > Menschen aus Wanne-Eickel

Ein fast vergessener Künstler


Wilhelm Braun wurde am 7. Oktober 1880 in Uerdingen geboren. Nach der Volksschulzeit besuchte er die Kunstgewerbeschule in Aachen, an der er Zeichen- und Modellierunterricht erhielt. Ab 1895 begann die dreieinhalbjährige praktische Ausbildung zum Bildhauer in verschiedenen Ateliers, insbesondere bei den Aachener Bildhauer Carl Esser und Großmann, aber auch bei Prof. Carl Krauss an der Technischen Hochschule Aachen. Im Jahre 1902 bekam er eine leitende Stellung im größten Atelier Aachens bei dem Bildhauer, Modelleur und Stuckateur Johannes Müller. Zu seinen Tätigkeiten gehörte der Entwurf von Bildhauerarbeiten sowie Vor- und Nachkalkulationen. Von 1906 bis 1909 besuchte er erneut die Kunstgewerbeschule Aachen, anschließend die Königliche Kunstakademie zu Düsseldorf von 1909 bis 1915.



Der Künstler Wilhelm Braun bei der Arbeit, um 1930.

Hier übertrug man ihm nach sechs Semestern Bildhauerklasse mit Ernennung zum Meisterschüler die selbstständige Ausführung von Aufträgen im eigenen Atelier. Seine Tätigkeit in der Akademie und im Atelier wurde durch die Teilnahme am Ersten Weltkrieg unterbrochen. Vermutlich führten seine Wege im Jahre 1920 ins Ruhrgebiet, nach Dortmund-Hörde, wo er im gleichen Jahr eine Anstellung als Zeichenlehrer an der Gewerblichen Fortbildungsschule bekam. Wahrscheinlich erweiterte er seine pädagogischen Fähigkeiten auf autodidaktischem Wege und beendete seine Abschlussprüfung am Städtischen Gewerbelehrer-Seminar in Düsseldorf. Seine Berufstätigkeit als Gewerbelehrer setzte er am 1. Oktober 1924 an der Gewerblichen Berufsschule in Wanne fort, wo er Fachkunde und Zeichnen unterrichtete. Zusätzlich gab er zeichnerische Abendkurse. Bereits im Mai 1925 führte er die Berufsbezeichnung „Gewerbeoberlehrer“. Vom 1. November 1929 bis zum 1. Februar 1930 hatte er außerdem am Realgymnasium Wanne Vertretungsstunden mit Zeichenunterricht übernommen. Darüber hinaus war er weiterhin als Bildhauer tätig, was seine öffentlichen und privaten Arbeiten, Ausstellungsbeteiligungen sowie sein Engagement in der kulturellen Öffentlichkeit zeigte. Das beachtliche Themenspektrum reichte von Porträts über sakrale Kunst bis zu öffentliche Aufträge wie etwa das „Drei-Männer-Eck". Wilhelm Braun starb am 2. Mai 1945 in Wanne-Eickel.


Die Lutherbüste, geschaffen vom Gewerbeoberlehrer und Bildhauer Wilhelm Braun. Sie wurde zum 450. Geburtstag des Reformartors im Jahre 1933 vor der gepflasterten Lutherrose auf dem Kirchplatz der Zwölf-Apostel-Kirche in Wanne-Süd aufgestellt. Durch Unachtsamkeit beim Kirchenneubau im Jahre 1962 wurde die Büste zerstört.

Das Drei-Männer-Eck am Glückauf-Platz um 1928, eine Arbeit von Wilhelm Braun. Am 9. Juni 1970 wurden die durch Bomben, Abgase und allgemeine Luftverschmutzung beschädigten Figuren abtransportiert. Durch den Bildhauer und Restaurator Günther Stuchtey restauriert, wurden sie Ende Juni 1974 an der Vorderfront des Heimatmuseums an der Unser Fritz Straße wieder aufgestellt.


Ehrenplakette in Bronze von 1934, geschaffen vom Gewerbeoberlehrer und Bildhauer Wilhelm Braun. Vorderseite, das springende Emscher Pferd im Stadtwappen mit der Umschrift: Stadt Wanne-Eickel.

Auf der Rückseite ein Eichenkranz, mit der Aufschrift.: "Für Gute Leistungen" . Die Plakette hat einen Durchmesser von 9,5 cm.

Wappenschilder an den Eingangsportalen des Waldfriedhofs, eine Arbeit von Wilhelm Braun.
Am den rechten Eingangsportal befinden sich folgende Wappenschilder: Das Wappen links zeigt die drei Schilfstauden von Johann zu Bickern. Das rechte Wappen zeigt ein geflügeltes Eisenbahnrad, als Symbol der Eisenbahnstadt Wanne-Eickel.

An dem linken Eingangsportal befinden sich folgende Wappenschilder: Das Wappen links zeigt eine Grubenlampe. Das Wappen rechts zeigt ein Segelschiff.

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Quellennachweis: Auszug aus der Westfälische Rundschau August 1951
Hildebrandt, Manfred, Emscherbrücher, Band 12, 2003/4, S. 53ff.
Heinrich Lührig, Interview mit Heidrun Reinkens (Tochter von Charlotte Reinkens, geb. Braun) November 2007
Fotonachweis: Sammlung Heinrich Lührig


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