Wanne-Eickel-Historie


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Wappenkunde

Geschichte

Wappenkunde (Heraldik)


Wappen im eigentlichen Sinne gibt es etwa seit dem 12. Jahrhundert. Sie waren Erkennungszeichen von Einzelpersonen oder später auch von ganzen Familien. Das Wort Wappen stammt von dem Wort "WAFFEN" ab. Dies erklärt sich daher, dass die Ritter ihre Erkennungszeichen (Wappen) auf den WAFFEN abgebildet hatten. Hauptsächlich waren die Wappen auf den Schilden angebracht (Einzahl: Der Schild, nicht das Schild). Bei der Blasonierung (das Wort Blasonierung leitet sich vom französischen Blason „Wappenschild“ ab) sind die Seiten rechts und links vertauscht, da aus der Sicht des Schildträgers - also von hinten - beschrieben wird.


Eickel
Die Ritter von Eickel ("Eclo" d.i. Eichen-Gehölz), auch "Eckelo, Eycklo, Eckell, Eyckel", sollen (nach von Steinen, seit 1751 überliefert) zu den ältesten westfälischen Geschlechtern gehört haben. Sie führten als Wappen in Silber einen rechtsschrägen roten Balken mit drei silbernen Rauten (Wecken) beladen. Sie sollen (nach Fahne) mit denen "von Düngeln" und "von Essen" eines Stammes gewesen sein, deren rechtsschräger Balken jedoch in Schwarz gehalten war.


Dahlhausen
Dahl oder Dahlhausen, ein Rittersitz im Kirchspiel Eickel, Amt Bochum. Das Geschlecht führte im Wappenschild einen Querbalken mit drei Vögeln - heraldisch - in rechter Bewegung beladen.

Dorneburg
Dorneburg auch Dornenborg, Darenborg, D. genannt Aschebrock, D. genannt von der Lage, zuweilen nur Aschebrock oder von der Lage, genannt. Das Geschlecht führte als Wappen einen quergeteilten Schild, unten in Blau drei silberne Mispeln, ober in Silber eine liegende schwarze Pferdepramme und auf dem zuweilen gekrönten Helm einen blauen Wedel.

Bönninghausen
1411 wurde in "villa Boninchusen" ein Zinspflichtiger "Hermanns van Bonynchusen" erwähnt. Im Feuerstättenverzeichnis des Amtes Bochum von 1664 wird unter dem Grundherrn "Doctor Kumsthoff", ein Hof "vidua Bönninckhauss" genannt. Das Wappen zeigt in einem quergeteilten Schild, in der oberen Hälfte auf silbernem Grund einen gezungten, doppelschwänzigen Löwen in Rot. In der unteren Hälfte auf blauem Grund drei weiße Kumpstköpfe (Kappusköpfe), die nebeneinander stehen.

Rump zu Crange
1441 belehnte Herzog Adolf von Cleve und Graf von der Mark Derk von Eickel, Hennken Sohn, mit Haus Crange ("tom Krange"). Die von Rump (auch Rumpff) hatten als Wappenschild in Rot einen silbernen Sparren.

Bickern
Bickern auch Biekern, Bickeren oder Bückeren genannt - Bauernschaft im Kirchspiel Eickel Amt Bochum. Das Geschlecht führte drei Schilfstauden im Wappenschild. So siegelte 1451 Johann von Bickeren. In Bickern gehörten zum Essener Stiftshofe Nienhusen drei Hoven - Gerdes, Everds und Gobelins "to Bückeren"; zum Essener Hove oder Kotten Drezes "to Bickeren". Warscheinlich waren die vier Höfe "to Bickern" Teile des Stammsitzes der 1451 noch bestehenden Familie von Bickern.

Strünkede
Die Strünkede gehörten mit zu den ältesten westfälischen Geschlechtern. Als Wappen führten sie einen quergeteilten Schild. Im unteren Teil in Grün drei silberne Rosen, im oberen Teil in Gold einen wachsenden roten Löwen.

Grimberg
Nachweislich waren die Ritter von "Grymberghe", seit 1307 gen. Aldenbockum (1263-1295 Winemar, 1296 Hermann, Ritter von Grimberg"), die ältesten Besitzer. Sie führten als Wappen in Schwarz einen silberen Ring.

Nesselrode zu Herten
Urkundlich werden genannt: 1179 Cornellius von Nesselrod; 1197 Henricus Macula von Nesselrode; 1254 Theodorus Vlecke von Nesselrode, Amtmann des Herzogtums Berge; 1336 Alexander von Nesselrode, Abt zu Deutz; 1588 Drude von Nesselrode, Pröpstin auf dem Berg von Hervord und Anna Dechantin zu Schilsche. Sie führten ein rotes Wappenschild, auf dem sich ein nach oben und unten zeigender doppelter silberner Zinnenkranz abgebildet war.

von der Mark
Graf Adolf (1197-1249), der dritte regierende Graf von Altena, kaufte von dem Edelmann Radobo von Rüdenberg das am linken Ufer der Lippe bei Hamm gelegene Schloss und den Oberhof Mark. Er ist somit als der eigentliche Gründer der Grafschaft Mark anzusehen. Zur Grafschaft Mark gehöre auch das hiesige Gebiet. Die ansässigen Adelsgeschlechter standen in Diensten der Grafen und sie wurden von diesen mit den von ihnen innehabenden Besitzungen belehnt. Das märkische Wappen zeigt einen auf goldenem Grunde von drei Reihen in Rot und Silber geschachtelten Querbalken.

Entwurfvorschlag
Entwurfvorschlag für ein Stadtwappen der zusammengelegten Landgemeinden Wanne, Eickel und Röhlinghausen, denen schon früher die Gemeinden Crange, und Holsterhausen eingemeindet worden waren, zur neuen Stadt Wanne-Eickel, die am 1. April 1926 gebildet wurde. Das Wappen zeigt einen quergeteilten Schild, zusammengesetzt aus den Wappen der alten Geschlechter Eickel und Bickern.

Wanne-Eickel
Die neugebildete Stadtverordnetenversammlung beschloss am 13. Januar 1928 den Entwurfvorschlag eines Stadtwappens von dem Heraldiker Professor Dr. Hupp aus München anzunehmen. Das Wappen zeigt ein schwarzes, springendes Wildpferd, den Emscherbrücher, in einem goldenen Feld. In der oberen - heraldisch - linken Ecke war der Schild des alten Eickeler Rittergeschlechts dargestellt, im weißen Feld ein roter Schrägbalken, belegt mit drei goldenen Rauten.

Quellennachweis:
Keinhorst, Hermann: Eickel vom Jahre 774 bis zur Neuzeit, S. 17, ff.
Schulte, Eduard: Geschichtsbilder der Rittersitze Crange im
Emscherbruch und Weitmar bei Bochum, S. 105, ff.
Hupp, Hermann Otto: Müncher Kalender eine heraldische Publikation,
1885-1936; Generallandesarchiv Karlsruhe


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