Wanne-Eickel-Historie


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Verwaltungsgebäude in Eickel

Gebäude

Das Verwaltungsgebäude Richard-Wagner-Straße 10 in Eickel


Das Verwaltungsgebäude an der ehemaligen Bismarckstraße, heute Richard-Wagner-Straße 10 in Eickel weist eine wechselvolle Geschichte auf.

Im Jahre 1874 beschloss der evangelische Kirchenvorstand in Eickel, die alte Schule nebst dem dazu gehörigen Grund und Boden zu verkaufen, und eine neue vier klassige Schule mit vier Lehrerwohnungen auf dem Pastorat-Kampe zu erbauen. Dieser Bau wurde 1875 ausgeführt und am 20. Mai 1876 als evangelische Lutherschule bezogen. Die Einweihungsrede hielt Superintendent Johannes Daniels.

Im Adressbuch der Gemeinde Eickel aus dem Jahre 1911 finden sich auf der Bismarckstraße 10 noch die Damen Luise Mumberg und Hedwig van Koll, Lehrerinnen sowie die Herren Gustav Schwarze und Heinrich Müller, beide Rektoren.

Wann das Schulgebäude umgebaut und als Verwaltungsgebäude genutzt wurde ist nicht überliefert. Schriftlich festgehalten wurde aber, dass im Jahre 1912 die Eickeler Gemeindevertretung erstmals im großen Saal des Gebäudes tagte. Die Wanner Zeitung schrieb zur Einweihung: "Der Saal ist seiner Bestimmung würdig". Die Hülsmann Brauerei stiftete zum festlichen Anlass das Bier. Mit der Politik zog auch die Verwaltung in das Gebäude ein.


Das Verwaltungsgebäude von der ehemaligen Bismarckstraße, heute Richard-Wagner-Straße aus gesehen, um 1920.

Nachdem sich die Ämter Wanne und Eickel am 1. April 1926 zur Stadt Wanne-Eickel zusammenschlossen, wurde das Gebäude an der ehemaligen Bismarckstraße zu einem wichtigen Verwaltungsgebäude.

Aus dem bisherigen Amtshaus Wanne wurde das Rathaus der "neuen" Stadt Wanne-Eickel. Die erste Sitzung der Stadtverordnetenversammlung fand am 01. Juni 1926 im Sitzungssaal des Wanne-Eickeler Rathauses statt. Hierbei stelle sich heraus, dass der Sitzungssaal viel zu klein war. Die zweite Sitzung am Freitag, den 11. Juni 1926 wurde dann im Sitzungssaal des Verwaltungsgebäudes an der Richard-Wagner-Straße 10, der damaligen Bismarckstraße 10, abgehalten. In der öffentlichen Einladung dazu war vom "Sitzungssaal des Rathauses 2" die Rede.


Blick in den großen Sitzungssaal, aufgenommen um 1928. Heute befindet sich hier das Archiv, die Plankammer und die Gebäudeaktenverwaltung.

Blick in den kleinen Sitzungssaal, aufgenommen um 1928.

Diese "Beförderung" zum Rathaus 2 hatte aber keinen langen Bestand. Während im Einwohnerbuch von Wanne, Eickel und Röhlinghausen 1925-1926 das Gebäude immerhin noch Amtshaus 2 genannt wurde, erfolgte bereits im Einwohnerbuch der Stadt Wanne-Eickel 1928 die "Degradierung" zur Verwaltungsnebenstelle.

Im Einwohnerbuch der Stadt Wanne-Eickel aus dem Jahre 1937 heißt es weiterhin Verwaltungsnebenstelle. Hier waren zu diesem Zeitpunkt folgende Dienststellen untergebracht:

Stadtbauamt, Stadtbaumeister, Vermessungsdirektor, Bauverwaltung, Verwaltungsamt, Städtebau- und Siedlungsamt, Hochbauunterhaltungsamt, Grundstücks- und Vermessungsamt, Kanalbauamt, Straßenbauamt und die Baupolizei.

Im Zweiten Weltkrieg wurde das repräsentative Gebäude beschädigt und im Jahre 1950 in einer schlichten Form wieder als Verwaltungsgebäude aufgebaut.


Das Verwaltungsgebäude (Bauamt der Stadt Wanne-Eickel) von der Richard-Wagner-Straße aus gesehen, im Dezember 1953.

Im Jahre 1955 hieß das Gebäude Stadtbauamt Dezernat V., es beherbergte:
Das Bauverwaltungsamt, das Siedlungs- und Planungsamt, das Vermessungsamt, das Katasteramt, das Hochbauamt, das Tiefbauamt, das Bauaufsichtsamt, der städtische Fuhrpark und das Garten- und Friedhofsamt.

Nichtsdestotrotz fanden aber ununterbrochen bis zum Zusammenschluss der Städte Wanne-Eickel und Herne die Ratssitzungen der Wanne-Eickeler Stadtverordneten in diesem Gebäude statt.

Heute befindet sich in dem Verwaltungsgebäude an der Richard-Wagner-Straße 10 in Eickel, der Fachbereich Vermessung und Kataster. Hier erhalten die Bürger unter anderem Auszüge aus der Liegenschaftskarte und dem Liegenschaftsbuch, sowie Informationen über Größe, Art und Beschaffenheit von Grundstücken. Weiterhin können verschiedene aktuelle Kartenwerke und Pläne käuflich erworben werden.


Das Verwaltungsgebäude an der Richard-Wagner-Straße 10. Hier befindet sich heute der Fachbereich Vermessung und Kataster, aufgenommen im Januar 2015.


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Quellennachweis:
Daniels, Johannes: Geschichte der Evangelischen Kirchengemeinde Eickel, Wanne-Eickel 1927.
Einwohnerbuch der Stadt Wanne-Eickel, Wanne-Eickel 1937.
Stadt Wanne-Eickel: 25 Jahre Stadt Wanne-Eickel, Herausgegeben im Auftrag des Rates der Stadt Wanne-Eickel, Wanne-Eickel 1955.
Info-Tafel: Vermessung und Kataster, 1. Obergeschoss, erstellt durch: Eberhard Wirtz.
Tagespresse aus den Jahre 1912, 1926.

Bildnachweis:
Sammlung Heinrich Lührig.



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