Wanne-Eickel-Historie


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Stahlkreuze erinnern an Grubenunglück

Denkmäler

Gedenkstätten zum Grubenunglück auf der Zeche Pluto Thies


Der Bergbau prägte über lange Jahre unsere Region. Industriebrachen, Fördertürme und Zechensiedlungen erinnern heute noch an diese Vergangenheit. Auch Grubenunglücke gehören zur Bergbaugeschichte Wanne-Eickels. Einige Gedenkstätte auf Friedhöfe in unserer Stadt machen hier rauf aufmerksam. Diese Denkmäler überliefern die Formen von Trauer und Gedenken und sind von hoher stadt- und sozialgeschichtlicher Bedeutung. Aus diesen Gründen wurden diese Grabstätten 1990 in der Liste der Baudenkmäler der Stadt Herne aufgenommen und somit unter Schutz gestellt. Die Gedenkstätten auf den beiden Friedhöfen in Eickel machen hierauf aufmerksam.

Kreuze aus Stahl erinnern heute noch auf dem evangelischen Eickeler Friedhof an der Lohofstraße und dem katholischen Marien-Friedhof an der Herzogstraße an eines der ersten Unglücke am 10. Mai 1882 auf der Zeche Pluto-Thies. Bei einer Schlagwetterexplosion in 405 Meter Teufe kamen 67 Bergleute ums Leben. Die Unglücksursache ist niemals richtig geklärt worden. Wahrscheinlich war der Funke einer offenen Grubenlampe die Ursache der Explosion. Ein Extrablatt der Essener Zeitung vom 12. Mai 1882 berichtete über die schreckliche Katastrophe in der Geschichte des Wanne-Eickeler Steinkohlenbergbau:

„Heute Vormittag verbreitete sich hier schnell die Schreckenskunde von einem grässlichen Grubenunglück. Auf der Zeche Pluto bei Wanne war gestern Abend 20 Minuten vor neun Uhr eine Explosion schlagender Wetter erfolgt, welche mit einem Schlag 59 Menschenleben dahinraffte.

Insgesamt umfasste die Belegschaft der Zeche Pluto zu diesem Zeitpunkt 1.600 Mann. Gefördert wurde pro Mann rund 300.000 Tonnen Kohle. Die Opfer kamen aus folgenden Ortsteilen:

17 Bergleute aus Eickel, 27 Bergleute aus Röhlinghausen, 11 Bergleute aus Bickern, vier Bergleute aus Holsterhausen, zwei Bergleute aus Crange und sechs Bergleute kamen von auswärts.

Auf dem evangelischen Eickeler Friedhof an der Lohofstraße erinnert ein lang gestrecktes Steinmonument, auf dem drei hohe Kreuze aus Stahl angebracht sind, sowie eine Bronzetafel, die als Inschrift die Namen der von 23 Bergleute tragen. Sie lauten:



AM 10. MAI 1882 VERUNGLÜCKTEN
AUF DER ZECHE PLUTO:

FUNKE, WILHELM WÄCHTER, HERMANN
BÖCKMANN, GREGOR OETLING, HERMANN
BERGMANN, WILHELM SCHUMANN, JAKOB
LANGE, FRIEDRICH BROCKMANN, HEINRICH
LAEGE, HERMANN KAMMANN, DIETRICH
HEIDSIEK, AUGUST MOHR, JOHANN

FRIEDRICH, ADOLF HASENJÄGER, FRIEDRICH
STRUCK, ERNST FREIBERG, FRIEDRICH
EBELER, HERM. HEINR. STEINBERG, ERNST
SCHRÖDER, HEINRICH HESS, JOHANN
SCHLÜTER, AUGUST ENGELBRECHT, KARL
BRINKMANN, FRIEDRICH
















Die Gedenkstätte auf dem evangelischen
Eickeler Friedhof an der Lohofstraße.


Auf dem katholischen Marien-Friedhof an der Herzogstraße erinnert ein weiters Steinmonument mit einem Kreuz aus Stahl, sowie eine Bronzetafel mit den Namen von 37 Opfern an das Grubenunglück, das sich im Mai 1882 auf der Zeche Pluto Schacht Thies ereignete. Es lautet wie folgt:


AM 10. MAI 1882 VERUNGLÜCKTEN AUF DER ZECHE PLUTO:

SCHULTEN, WILHELM WRSCZESCZ, FRANZ
DEUF, WILHELM WRSCZESCZ, BODESLAUS
DAX, PETER KANNENBERG, THEODOR
KRÜGER, ERNST TRAUGOTT KREKELER, WILHELM
MAIWALD, FRANZ KEVENHÖRSTER, HEINRICH
PHILIPPIAK, FRANZ SCHNEIDER, WILHELM
CHRISTMANN, DOMINICUS WELZEL, JOHANN
OGGERI, DOMINICUS FREITAGSMÜLLER, ANTON
GUITALLA, PETER WAGNER, FRANZ
CONTRATTO, DOMINICUS
FIATKOWSKI, LUDWIG RIDDER, WILHELM
KLUBGZINSKY, MARTIN HÖWING, THEODOR
BUSSMANN, BERNHARD HAUMANN, THEODOR
BÖCKER, JOHANN MÜLLER, MATHIAS
DUBITZ, PETER KELLERHAUS, FRANZ
NÖLKES, JOHANN FRANZ MAKOWIAK, JOSEF ANTON
BRION, EDUARD LENASTOWICZ, ANTON
WATERKOTTE, WILHELM SCHIMION, MICHAEL
GRCZESCEWSKY, STEFAN SIKORA, GEORG













Die Gedenkstätte auf dem katholischen
Marien-Friedhof an der Herzogstraße.



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Quellennachweis: Lührig, Heinrich / Schmitz, Gerhard: Röhlinghausen Wanne-Eickel III, Geschichte und Geschichten aus einem Stadtteil der südlichen Emscherregion, 2. erweiterte Auflage, Herne 1997, S. 59 f.
Fotonachweis: Sammlung Heinrich Lührig



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