Wanne-Eickel-Historie


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St. Barbarakirche in Röhlinghausen

Gebäude

Die katholische Kirchengemeinde Röhlinghausen


Es ist wohl einmalig in Deutschland, dass Gemeinde und Kirche unterschiedliche Namen haben: Die Pfarrei heißt St. Barbara und die Kirche ist dem Heiligen Geist geweiht. Dies wurde von der Gemeinde Ende 1968 beschlossen, als nach dem Konzil die heilige Barbara im offiziellen römischen Heiligenkalender zurückgestuft wurde. Die heilige Barbara wird aus alter Tradition weiterhin in der Barbara-Kapelle als Schutzpatronin der Bergleute verehrt.

Die Katholiken der Gemeinde Röhlinghausen gehörten bis zum Jahre 1902 zur Pfarrgemeinde Eickel. Schon im Jahre 1898 wurde in Röhlinghausen eine Filialkirchgemeinde errichtet. Mit der Weihe der Notkirche am 11. Dezember 1898 war die Filialgemeinde ins Leben getreten und hatte ihren Taufnamen schon erhalten: St. Barbara Röhlinghausen. Die katholische Kirchengemeinde Röhlinghausen war eine junge Bergarbeitergemeinde.

Seit altersher ist die heilige Barbara, ihr Festtag ist der 4. Dezember, die Schutzpatronin der Bergleute. Die Knappen der Erzgruben in vielen Bergbauvereinen erehren sie seit Jahrhunderten als ihre Helferin und rufen sie als Schutzherrin vor plötzlichem Tod. Ein tiefer Glaube zeichnete auch viele Bergleute der neuen Gemeinde aus. Es war ihnen bewusst, dass der Knappe tief unter Tage täglich bei jeder Schicht sein Totenhemd tragen kann. So war keine lange Diskussion nötig: St. Barbara wurde die Patronin der Gemeinde und der Notkirche.

Das neue Gotteshaus war ein Provisorium. Es war die in Eickel nicht mehr benötigte Notkirche der evangelischen Gemeinde.

Vikar August Bendler von St. Marien in Eickel wurde der erste Seelsorger der neuen Gemeinde Röhlinghausen. Er bezog in der Ottostraße eine Mietwohnung. Bald baute die Gemeinde ein Pfarrhaus hinter der Kirche an der Ecke Hofstraße und Roonstraße, jetzt Rheinische Straße.

Vikar August Bendler wurde im Sommer 1900 versetzt, ihm folgte zum 1. September 1900 Vikar Gustav Endemann. Doch bald trat wieder ein Wechsel ein. Vikar Endemann ging zu den Benediktinern ins Kloster; ihm folgte am 5. Mai 1901 der bisherige Vikar Caspar Klein. Der neue Pfarrrektor war 35 Jahre alt. Er betrieb mit großer Tatkraft den äußeren und inneren Aufbau seiner Gemeinde.

Bereits am 14. März 1899 war ein Antrag auf Erhebung zur selbstständigen Pfarrei bei der bischöflichen Behörde in Paderborn gestellt worden. Nach zweieinhalb Jahren wurde mit Datum vom 24. Oktober 1902 Sankt Barbara Röhlinghausen durch bischöflichen Erlass und mit Genehmigung der Regierung zu Arnsberg zur selbst Pfarrei erhoben. Die Pfarrei Röhlinghausen musste an die Mutterpfarrei Eickel einen einmaligen Betrag von 20.000 Goldmark zahlen. Die Zahlung musste innerhalb von sechs Monaten erfolgen, gerechnet vom Tage der Errichtung der Pfarrei am 24. Oktober 1902.

Rektor Caspar Klein wurde zum ersten Pfarrer ernannt und am 6. Januar 1903 in sein Amt eingeführt. Bald darauf wurde der erste Kirchenvorstand gewählt, der am 12. März 1903 erstmals zusammentraf. Ihm gehörten acht Mitglieder an: Pfarrer Caspar Klein, Wilhelm Denis, Heinrich Henkel, Wilhelm Backwinkel, Heinrich Stücke, Rudolf Ohters, Anton Markowski und Heinrich Walter.

Wegen des schnellen Wachstums der Gemeinde wurde am 23. Juni 1901 Vikar Bernhard Schulte als "Hilfsgeistlicher" eingestellt.

"Jeder anständige Katholik gehört in einen kirchlichen Verein", soll der damalige Pfarrer Caspar Klein gesagt haben. Jedenfalls sind in seiner Zeit viele Vereine gegründet worden. Vorher schon, und zwar noch bevor die Filialgemeinde St. Barbara Röhlinghausen bestand, bildete sich die erste Vinzenzkonferenz. Unter dem Datum 20. Oktober 1889 finden wir die erste Eintragung im Protokollbuch. Am 12. Mai 1899 hob der damalige Pfarrrektor August Bendler den "Cäcilien-Verein Röhlinghausen" aus der Taufe. Damals waren es nur Männer, die in der Kirche singen durften, 50 aktive Sänger zählte der erste Kirchenchor. Die Sopranstimmen wurden von Schulknaben gesungen. Erst ab 1917 wurden auch Sängerinnen in den Kirchenchor aufgenommen. Mit dem 1. Juli 1900 wird der Anfang der katholischen Frauengemeinde St. Barbara datiert. Sie entwickelte sich aus dem 1898 entstandenen Paramentenverein. Der offizielle Name lautete damals noch: "Verein christlicher Mütter an der Sankt Barbara- Pfarrkirche in Röhlinghausen". Am 25. März 1904 bildete sich unter den polnischen Gemeindemitgliedern der "Lebendige Rosenkranz", um die überlieferten Glaubens- und Frömmigkeitsformen auch in der neuen Heimat Ruhrgebiet zu fördern. Ein "Sankt Adalbert-Arbeiterverein" schloss vor allem die heimattreuen polnischen Bergarbeiter zusammen und pflegte überkommenes Brauchtum in Verbindung mit nationalem Bewusstsein. In einer großen öffentlichen Versammlung am 16. Juli 1905 wurde die Gründung des "Leo-Arbeitervereins Röhlinghausen" beschlossen. Mit der Kolpingsfamilie, die am 27. September 1909 als "Katholischer Gesellenverein Röhlinghausen" ins Leben trat, war diese Periode der inneren Strukturen und Festigung einstweilen abgeschlossen.


Die Kirchengemeinde hatte schon 1901 einen eigenen Friedhof an der Günnigfelder Straße erworben. Seither werden die Toten dort bestattet.

Die katholischen Kinder besuchten zuerst die katholische Schule in Eickel. Am 1. Januar 1874 wurde eine eigene katholische Schule in Röhlinghausen bezogen. Es war die Augustaschule, dann Fichteschule, an der Bochumer Straße, heute Edmund-Weber-Straße. Im Jahre 1909 gingen in Röhlinghausen 175 Kinder zur Erstkommunion. In damaliger Zeit war das "Dorf Röhlinghausen" die kinderreichste Gemeinde in Westfalen.

Das neue Gotteshaus war die nicht mehr benötigte Notkirche der evangelischen Gemeinde aus Eickel, aufgenommen um 1899. Das Wohnhaus rechts, Roonstraße 3 später Rheinische Straße 5 diente dem Vikaren und den Küster als Wohnung, bis es wegen Bergschäden im Jahre 1970 abgerissen werden mußte.


Die Einwohnerzahl in der selbstständigen Gemeinde Röhlinghausen wird 1905 mit 11.230 Einwohnern angegeben. Die St. Barbara-Gemeinde war von 2.724 Seelen im Jahre 1900 auf 5.768 Seelen im Jahre 1905 angewachsen. Verständlich, dass die Notkirche aus allen Nähten platzte. Der Gedanke, eine neue, geräumige und auf Zukunft berechnete Pfarrkirche zu bauen, wurde schon seit langem erwogen. Aber woher das Geld für einen solchen Bau nehmen? Röhlinghausen gehörte nicht zu den begüterten Gemeinden. Doch der Kirchbauverein unter Leitung von Heinrich Walter sammelte mit Beharrlichkeit Groschen für Groschen zusammen. Pfarrer Caspar Klein war der Motor der großen Unternehmen. Sein Grundsatz war: Bevor wir beginnen, sammeln wir erst das Baukapital an. Dem rührigen Pfarrer gelang es, die Genehmigung einer Kirchenkollekte am 3. Sonntag im Oktober 1905 in der gesamten Diözese Paderborn und bei der Regierung die Erlaubnis zu einer Hauskollekte im Bereich der Provinz Westfalen zu erhalten. Während die damalige Kirchenkollekte 8.404,74 Goldmark einbrachte, ist das Ergebnis der Hauskollekte nicht mehr bekannt. Schon am 3. April 1905 wurde der Baumeister Wielers aus Wattenscheid mit der Anfertigung der Pläne für den Neubau der Pfarrkirche beauftragt. Zähe Verhandlungen mit der Verwaltung der Zeche Königsgrube setzten ein und zogen sich bis zum Frühjahr 1909 hin. Die Zechenleitung hatte das vorgesehene Gelände für bergschädengefährdet erklärt und vor dem Bau an dieser Stelle gewarnt.

Am 29. Januar 1906 wurde Pfarrer Caspar Klein an die Josephskirche in Bochum berufen. Ihm folgte am 13. Februar 1906 Heinrich Ludmann, bisher Vikar in Bochum, als zweiter Pfarrer der St. Barbara Gemeinde. Sofort nach seiner Einführung nahm Pfarrer Ludmann mit Energie und Zähigkeit die Vorbereitungen zum Kirchneubau auf. Im Mai 1090 konnte mit den Bauarbeiten begonnen werden. Auf der Urkunde, die bei der Grundsteinlegung am 10. Oktober 1909 eingemauert wurde, hieß es u.a.:

"Im Jahre des Heiles unseres Herrn Jesu Christi 1909, am 10. Oktober, als Pabst Pius X., 74 Jahre alt, die Herde Christi leitete, Wilhelm II. Deutscher Kaiser und König von Preußen, 21 Jahre glorreich regierte, nach dem Tode unseres geliebten Bischofs von Paderborn, Wilhelm Schneider, der Dompropst Josef Schnitz für die Vakanzzeit Kapitulavikar und der Dechant des Dekanates Wattenscheid Probst Johannes Haussmann war, unter dem Landrat des Kreises Gelsenkirchen Dr. zur Nieden, dem Amtmanne Winter von Wanne und unter dem Vorsteher von Röhlinghausen Göddenhoff, ist in dieser Pfarrei, welche im Jahre 1902 von der Mutterpfarrei Eickel, dessen Pfarrer Josef Schneider ist, abgetrennt wurde, durch den Ortspfarrer Heinrich Ludmann, unter Mithilfe seines Kaplans Bernhard Schulte, nach Anrufung der Gnade des Allmächtigen Gottes der Grundstein gelegt worden."

Die bisherige Notkirche blieb einstweilen stehen und wurde weiter benutzt. Dahinter, also nach Westen zu Rheinischen Straße hin, wurde zunächst der Chorraum mit dem Querschiff errichtet. Nach seiner Fertigstellung bot dieser Teil der Gemeinde schon für den Übergang den Raum für die Gottesdienste. Nun konnte die Notkirche abgebrochen werden. Der Platz war jetzt frei für das Langschiff und den Turm. Die Kirche wurde nach den Plänen des Architekten Wielers aus Bochum ausgeführt und von Konstantin Steinberg aus Gelsenkirchen-Ückendorf gebaut. Am Sonntag, dem 21. Juli 1912, weihte Bischof Dr. Karl Schulte aus Paderborn feierlich das neue Gotteshaus. Es war ein festlicher Tag, denn schon damals wusste die Gemeinde St. Barbara große Ereignisse zu feiern. Am Nachmittag wurden vom Bischof noch 679 Christen gefirmt. Zur Kirche heißt es in der Pfarrchronik u.a.:

"Die Pfarrkirche zur heiligen Barbara ist eine dreischiffige frühgotische Kreuzkirche. Die Nordwestfront ziert rechts vom Portal der 65 Meter hohe Turm. Darunter befindet sich die Taufkapelle. An der linken Seite des Langhauses liegt ein stilles Kappelchen der schmerzhaften Gottesmutter, welches später zur Kriegerverehrung umgebildet wurde. Die Kirche hat eine innere Länge von 48 Metern. Die Breite des Längsschiffes beträgt 18 Meter, die des Querschiffes 25,7 Meter."

Die St. Barbara Kirche in den frühen 20er Jahren. Von 1912 bis 1925 stand die St. Barbara Kirche ohne Uhr. Der Kirchturm war mit 65 Metern der höchste in der neuen Stadt Wanne-Eickel.

Innenansicht der St. Barbara Kirche mit Blick auf den Hochaltar. Im Vordergrund die Kirchenbänke und die Kommunionbank, die den Chorraum vom Kirchenschiff trennte.

Doch so fest auch die Kirche gegründet war, der Untertagebau machte sich bald bemerkbar. Schon im Herbst 1912 wurden die ersten feinen Risse in den aufsteigenden Wänden verzeichnet und zwei Jahre später begann die langwierigen gerichtlichen Auseinandersetzungen mit der Zeche Königsgrube. Sie zogen sich durch alle Instanzen und fanden einen vorläufigen Abschluss im Urteil des Reichsgerichts in Leipzig vom 6. März 1918:

"Die Zeche Königsgrube ist für die Bergschäden haftbar und hat die Reparaturarbeiten zu zahlen. In einem Vertrag vom 15. Januar 1922 werden dann die weiteren Kosten für erneute Großreparaturen und Minderwerte geregelt."

Im Zweiten Weltkrieg schwer beschädigt, wurde diese Kirche wieder hergerichtet, bis der Bergbau erneut 1962/63 die Standsicherheit gefährdete. So musste dieses eindruckvolle Bauwerk am 26. Februar 1963 baupolizeilich geschlossen werden. Am Freitag, dem 22. Oktober 1965, wurde sie gesprengt und abschließend abgebrochen. Die noch vorhandene Endabrechnung aus dem Jahre 1912 weist aus, dass diese Kirche 272.830,59 Goldmark gekostet hat. Das wären nach heutigem Wert (Sommer 1988) ca. 3.950.000 Deutsche Mark.

Der Ausbruch des Ersten Weltkrieges am 1. August 1914 wirkte sich folgenschwer aus. Nach Abschluss des Krieges waren 201 Gefallene aus der katholischen Kirchengemeinde Röhlinghausen zu beklagen. In der Kirche wurde 1928 die linke Seitenkapelle zur Kriegergedächniskapelle ausgestattet. Sie wurde mit einer neuen Fensterverglasung versehen und mit roten Marmorplatten verkleidet, auf denen die Namen der Gefallenen und Vermissten eingraviert waren.

Im Jahre 1915 erhielt die Gemeinde einen zweiten Vikar, Bernhard Wiemers. Es waren jetzt drei Geistliche in der Gemeinde tätig. Nachfolger des ersten Vikars wurde 1918 Wilhelm Hartmann. Vikar Schulte wurde im Februar 1917 Pfarrer in Hamm in Westfalen. 16 Jahre war er in Röhlinghausen tätig. Als Vikar Wilhelm Hartmann 1920 abberufen wurde, folgte ihm Anton Fredebeul als zweiter Vikar.

Inzwischen hatte die Gemeinde von dem Bauunternehmer Heinrich Walter das Wohnhaus Ronnstraße 3, später Rheinische Straße 5, als Vikarie erworben. Es diente den Vikaren und den Küstern als Wohnung, bis es wegen Bergschäden im Jahre 1970 abgerissen werden musste.

Eine einschneidende Veränderung brachte das Jahr 1922 mit dem Wechsel des Pfarrers. Die in vielen Auseinandersetzungen mit der Zeche Königsgrube und ihrem Direktor Daniel Bonacker sich bis zur körperlichen Erschöpfung einsetzende Pfarrer Heinrich Ludmann ging als Pfarrer nach St. Marien in Bochum. Doch nur zwei Wochen konnte er dort tätig sein. Ein erster Nervenzusammenbruch, von dem er sich nie wieder erholt hat, zwang ihn zur Aufgabe seiner seelsorglichen Tätigkeit. Er ist in Röhlinghausen unvergessen geblieben. Sein Nachfolger wurde Heinrich Funke, der am 12. März 1922 als dritter Pfarrer von St. Barbara Röhlinghausen eingeführt wurde. Eine schwere Zeit brach an. Die Inflation setzte ein und mit ihr eine bisher kaum für möglich gehaltene wirtschaftliche Not unter der Ruhrgebietsbevölkerung. Pfarrer Funkes Stärke waren nicht so sehr die Bautätigkeit und die Verwaltung. Aktenkram und sortierter Schriftwechsel lagen ihm weniger. Dafür aber blutete sein Herz, wenn er Armut und wirtschaftliche Not bei seinen Bergarbeiterfamilien sah. Die älteren Gemeindemitglieder konnten noch lebhaft von dem "großen Pfarrer mit dem guten Herzen" erzählen. Sogar seine Hose gab er weg, um einen Bedürftigen zu helfen.

Im Frühjahr 1926 wurden von der Firma Otto in Hemelingen vier Bronzeglocken gegossen und nebst Glockenstuhl und Armaturen geliefert und montiert. Am Passionssonntag 1926 wurden sie geweiht, um dann die Auferstehung des Herrn am Osterfest 1926 in Röhlinghausen und darüber hinaus zu verkünden. Der Zweite Weltkrieg führte ihre bronzenen Körper einer anderen Bestimmung zu. Anfang 1942 wurden sie vom Turm geholt und eingeschmolzen.


Das Innere der St. Barbara Kirche mit Blick auf dem Hochaltar um 1950. Ein Gemeindemitglied beim Meßvorgang zur Schieflage der Kirche.

Innenansicht des Kirchenschiffes, aufgenommen vom Altar,
in Richtung Empore, im Jahre 1950.

Schon seit 1906 erfreute sich die Gemeinde einer Schwesternstation mit vier Vinzenzschwestern. Die Aufgabe der Schwestern war nach den Bedürfnissen der Gemeinde ausgerichtet. Es gab je eine Schwester für die ambulante Krankenpflege, die Nähstube und- schule sowie die Kleinkinderbewahrschule. Dazu gehörte Schwester Oberin, die Mutter des Hauses und das Herz der Einrichtung.

Die Räume des alten Schwesternhauses waren inzwischen für die wachsenden Aufgaben viel zu eng und zu klein geworden. Ein moderner Anbau wurde geplant und sollte 55.000 Reichsmark kosten. Architekt Franke aus Gelsenkirchen fertigte die Pläne und leitete den Bau. Während des Umbaus erfolgte der Wechsel im Pfarramt. Zum 1. August 1927 verließ Pfarrer Heinrich Funke, der 1924 als erster Dechant des neugebildeten Dekanats Wanne-Eickel gewählt worden war, die Gemeinde und wurde Pfarrer von St. Laurentius in Wanne-Nord. Der neue Pfarrer Karl Patrzek kam von St. Bonifatius in Herne. Im Jahre 1883 in Neheim-Hüsten geboren, war er bei seiner Einführung, am Sonntag, dem 11. September 1927, 44 Jahre alt und der vierte Pfarrer in St. Barbara.

Zunächst wurde der Anbau am St. Josefshaus fertig gestellt. Am 15. November 1927 fand die Einweihung statt. Viele Senioren schwärmen noch heute von der beängstigenden und doch beglückenden Fülle im kleinen Saal, wenn eine der verschiedenen Theatergruppen ein "ganz dolles Spiel" aufführten, bei dem abwechselnd gelacht und geweint werden konnte und am Ende das Gute siegte. Die Jugendräume im Kellergeschoß boten endlich die Voraussetzung zu einer guten Jugendarbeit. Auch die Borromäus- Bücherei fand nun in diesem Anbau einen Platz, wurde ausgebaut und eifrig benutzt.

Lange wartete die Gemeinde auf eine große Uhr am höchsten Kirchturm der jungen neuen Stadt Wanne-Eickel. 1928 wurde sie dann für 3.950 Reichsmark beschafft und montieret.

Ende der zwanziger und Anfang der dreißiger Jahre des vorigen Jahrhunderts herrschte eine ausgedehnte Erwerbslosigkeit und entsprechend schmal waren die Rationen in den Familien und die Kollekte in den Gottesdienst.

1930 feierte der Leo-Arbeiterverein, heute KAB, sein 25jähriges Bestehen. Sein Gründer, der damalige Erzbischof von Paderborn, Dr. Caspar Klein, zelebrierte unter großer Beteiligung der Gemeinde das Festhochamt und weihte eine Vereinsfahne.

Manch einer der älteren Röhlinghauser Bürger wird sich noch des damaligen Vikar Anton Fredebeul erinnern. Seit 1920 war er in St. Barbara. Im Juli 1931 ging er als Pfarrer in die Nachbargemeinde St. Michael nach Bickern. Dort kam er bei einem Bombenangriff am 6. November 1944 im Keller seines Pfarrhauses zu Tode. Mit ihm starben damals seine Schwester Luise und zwei Nachbarn. Für Anton Fredebeul kam 1931 der Neupriester Emil Wefer als Vikar nach Röhlinghausen. Das Jahr 1932 stand unter dem Zeichen zweier Jubiläen. 30 Jahre war St. Barbara Röhlinghausen nun Pfarrei. Dieses Jubiläum wurde mit dem 25jährigen Priesterjubiläum des Pfarrers Karl Patrzek verbunden und in Form einer religiösen Woche begannen.

1932 starb der erste Küster der Gemeinde, Heinrich Hornhues. Über 25 Jahre hat er der Kirche treu gedient. Sein Nachfolger Anton Gerke ist vielen Röhlinghausern noch heute gut bekannt.



Erzbischof Dr. Caspar Klein beim 25jährigen Jubiläum des Leo-Arbeiter-Vereins in Röhlinghausen, aufgenommen im Jahre 1930. Vorne rechts im Bild Pfarrer Karl Patrzek, links neben dem Bischof der 1. Vorsitzende des Leo-Arbeiter-Vereins Johannes Klefken.

Die Aufnahme, aufgenommen im Jahre 1934, zeigt Pfarrer Karl Patrzek im Vordergrund beim Verlassen der St. Barbara Kirche nach dem Primizamt des Neupriesters Nigbur. In der Bildmitte Anton Bültmann als Meßdiener, er trägt die Schleppe desv Chormanntels. Im weiteren Verlauf des Bildes, im Portal der Kirche stehend, der Neupriester Nigbur.

Im folgenden Jahr begann in St. Barbara die ernsthafte Auseinandersetzung mit der Naziherrschaft. Zuerst gingen die neuen Herren noch behutsam vor, jegliche Sportbetätigung wurde verboten. Das traf die inzwischen stark gewordene und sportlich erfolgreiche Deutsche Jugendkraft (DJK) der Gemeinde. Der Verein DJK Röhlinghausen 1917 wurde verboten und das Vermögen eingezogen. Den übrigen Jugendvereinen wurde ihr Betätigungsfeld eingeengt. Sie dürfen weder Kluft noch Abzeichen tragen. Es ist die Vorbereitung zur späteren Gleichschaltung mit der einzig erlaubten Staatsjugend, der Hitlerjugend (HJ).

Eine eindrucksvolle Glaubenskundgebung der katholischen Jugend- und Männerwelt von St. Barbara Röhlinghausen und St. Michael Bickern am 4. November 1934 war die Antwort. Zu dieser Feier war die Kirche überfüllt, war doch selbst der Erzbischof von Paderborn gekommen, und der bekannte Jugendseelsorger Pater Ludwig Esch.

Ostern 1935 feierte der erste Weltpriester aus der Gemeinde, Neupriester Klemens Ebert von der Westfalenstraße, sein Primiz.

Im Oktober 1936 begann die Sammlung für die neue Orgel. Am 21. November 1937 wurde das Orgelwerk, hergestellt von der Orgelbauanstalt Ernst Seifert in Kevelaer, eingeweiht. Es hatte 16.500 Reichsmark gekostet.

Ein neuer Schlag traf die Jugend im August 1937 durch die Auflösung des Jungmännervereins mit der Beschlagnahme seiner Banner und seines Vermögens.

Ostern 1937 war erneut Primiz in St. Barbara. Jungpriester Theo Backwinkel feiert daheim sein erstes Heiliges Messopfer. Ihm folgte Weihnachten 1938 der neugeweihte Herz-Jesu-Priester Franz Lakomy mit seiner Primizmesse in der St. Barbara Pfarrkirche.

Nach langem und schwerem Leiden stirbt am 16. Juni 1937 in Haus Kannen bei Münster der Erbauer der großen ersten Pfarrkirche, Heinrich Ludmann. Er wurde ein halbes Jahr später nach Röhlinghausen überführt und unter großer Anteilnahme der Bevölkerung auf dem katholischen Gemeindefriedhof beigesetzt. In seiner Amtszeit in Röhlinghausen führte er nicht nur die KAB seiner Pfarrei, sondern er war von 1913 bis 1920 auch Diözesanpräses der Leo-Arbeitervereine. So hielt der erste Pfarrer und Gründer der KAB St. Barbara Röhlinghausen, Erzbischof Dr. Caspar Klein, selbst die Beerdigung.



Der katholische Kindergarten in der Rheinischen Straße mit Schwester Eustolia aus dem Orden der Vinzentinerinnen als Kindergartenleiterin im Jahre 1930/31. Im Bildhintergrund sind die Siedlungshäuser an der Rheinischen Straße zu erkennen und das Hausdach vom Erlemanns Hof, der im Krieg ausgebomt wurde.

Der katholische Kindergarten in der Rheinischen Straße mit Schwester Eustolia aus dem Orden der Vinzentinerinnen als Kindergartenleiterin im Jahre 1936.


Zum 1. April 1939 wurden die konfessionellen Volksschulen in Gemeinschaftsschulen umgewandelt. Die Kreuze verschwanden aus den Klassenzimmern und machten dem Führerbild Platz.










Der Kirchenchor im Jahre 1941 im Pfarrgarten von St. Barbara. Drei Mädchen und ein Junge präsentieren sich in Uniformen (BDM und HJ).

Am Freitag, dem1. September 1939 begann der Zweite Weltkrieg, jener unselige Krieg, der insgesamt 55 Millionen Menschen den Tod brachte. Draußen erloschen buchstäblich die Lichter. Drinnen wurde verdunkelt. "Düstere Zeiten" kündigten sich für die wenigen an, die der überlauten Propaganda nicht so recht trauten. Die öffentliche Begeisterung für den Krieg war gering, denn die ältere und mittlere Generation hatte Erfahrungen aus dem Ersten Weltkrieg gesammelt. So wurde die Einberufung als unabwendbares Schicksal und nicht, wie 1914, als ehrenvoller Dienst für das Vaterland empfunden. Die Gemeinde St. Barbara hatte als unmittelbare Maßnahme das Läuten der Glocken auf ein Mindestmaß zu beschränken und Schutzkeller für die Gottesdienstbesucher bereitgestellt. Die Fronleichnamsprozession wurde verboten. Laute Siegesmeldungen häuften sich und waren für alle bestimmt; doch bald kamen die ersten Nachrichten über Gefallene. Sie trafen weniger laut, aber desto schmerzlicher einzelne Familien.

Im Jahre 1940 feierte der Erzbischof von Paderborn, Dr. Caspar Klein, sein Goldenes Priesterjubiläum. Dieses Ereignis bewegte St. Barbara Röhlinghausen stark, und für das übermittelte Geschenk, ein namhafter Betrag für die Diaspora, dankte der Erzbischof mit einem sehr persönlichen Segenswunsch. Doch schon 1941 fuhr eine Abordnung der Gemeinde nach Paderborn, um an der Beisetzung des unvergessenen ehemaligen Pfarrers teilzunehmen.

Im Mai 1940 wurde Vikar Emil Wefer nach St. Josef in Bochum versetzt. Beständigkeit in der Vikarie kehrte wieder mit Vikar Johannes Simme ein, der seit 1941 für zwölf schicksalsschwere Jahre mit großem Fleiß, Einsatzbereitschaft, Umsicht und Treue die Geschicke von St. Barbara wesentlich mittrug und mitgestaltete.

Das Jahr 1941 brachte auf Verfügung der Regierung zwei neue Belastungen: das Verbot des Religionsunterrichtes in den Volksschulen und die Konfiszierung der Glocken. Am Weihnachtsfest 1941 läuteten sie zum letzten Mal. Anfang 1942 wurden sie vom Turm geholt.

Im Sommer 1943 berühren die Kriegsereignisse das Ruhrgebiet immer stärker. Immer häufiger erreichen die englischen und amerikanischen Bomberverbände das Ruhrrevier. Nicht nur die Industrieanlagen waren ihr Ziel, ebenso, ja scheinbar ganz gewollt und beabsichtigt, waren die Wohngebiete die Ziele der neuen Bombardierungsstrategien. So wurden im Juli 1943 alle Schulen in Wanne-Eickel geschlossen, die Kinder und der Großteil der Lehrpersonen wurden nach Pommern und in das Sudetenland evakuiert. In der Heimat änderte sich das Leben entsprechend. Die "Blitzkriege" des Anfangs waren in bisher unbekannte Rückzüge übergegangen. Die Stimmung im Volk war nicht mehr vom baldigen "Sieg der großdeutschen Waffen", sondern mehr und mehr von den Durchhalteparolen des "vom Führer mit Sicherheit garantierten Endsieges" geprägt. In dieser schweren Zeit traf Röhlinghausen - und die St. Barbara-Gemeinde besonders - der wohl schwerste Schlag des Krieges. Am Abend des 29. September 1943, dem Michaelstag, kommt der Pfarrer Karl Patrzek im Luftschutzkeller der Barbaraschule mit 40 weiteren Menschen bei einem Bombenangriff ums Leben. Eine Luftmine war an der Rückseite des Gebäudes eingeschlagen und hatte den Schutzraum getroffen. Pfarrer Karl Patrzek war damals 60 Jahre alt. Er wurde als Sohn eines Försters in Rumbeck bei Arnsberg geboren. 1914 kam er nach Herne und 1927 nach Röhlinghausen, wo er bis zu seinem Tode wirkte. Am 5. Oktober fand das Requiem statt. Die Toten wurden auf dem Gemeindefriedhof an der Günnigfelder Straße und auf dem Heldenfriedhof im Eickeler Stadtgarten beerdigt.

Nach diesem verheerenden Bombenangriff blieb es bei weitem nicht ruhig. Am 10. Oktober 1943 besuchte der Erzbischof von Paderborn, Lorenz Jaeger, bei Vollalarm die Gemeinde Röhlinghausen und versuchte, nach abgeschwächter Luftgefahr, in der schwer beschädigten doch gut besetzten Kirche, den Gläubigen Worte des Trostes und Hoffnung zu sagen. Mehr als durch gut gemeinte Worte wurde die Gemeinde durch den Mut des Oberhirten gestärkt, der aus dem damals als relativ luftsicher geltenden Paderborn hierher kam, um in den Trümmern zu predigen.

Die Gottesdienste wurden in die Kindergartenräume des Josefhauses an der Rheinischen Straße verlegt. Vikar Johannes Simme übernahm die Leitung der Gemeinde. Große Freude kam auf, als bekannt wurde, es solle bald einen neuen Pfarrer geben. Am Sonntag, dem 9. Januar 1944, wurde Vikar Anton Echterling aus Dortmund St. Antonius als neuer Pfarrer in St. Barbara eingeführt. Selbst ausgebombt, brachte er die Voraussetzung mit, die ihm das Einleben in der schwer getroffenen Gemeinde erleichterte. Pfarrer Anton Echterling war am 7. Dezember 1896 in Vinsbeck, Kreis Höxter, geboren und wurde 1924 in Paderborn zum Priester geweiht. Als erstes ging der neue Pfarrer daran, die Kirche soweit wieder herzustellen, dass dort Gottesdienst gefeiert werden konnte. Die Selbsthilfe der Gemeinde war groß. Am Josefstag, dem 19. März 1944, fand in der notdürftig hergerichteten Pfarrkirche erstmals wieder ein feierlicher Gottesdienst statt. Im September und besonders am 6. November 1944 traf es die Kirche und Röhlinghausen dann wieder "von oben". Nun war an eine erneute Reparatur bei diesen unsicheren Verhältnissen nicht mehr zu denken. Glücklicherweise hatte der kostbare Hochaltar die bisherigen Torturen glimpflich überstanden. Am 30. Dezember 1944 gelang es, ihn mit dem Josefsaltar samt der kostbaren Monstranz nach Vinsbeck, der Heimat des Pfarrers, zu "evakuieren".

Es soll nicht vergessen werden; St. Barbara Röhlinghausen war nur eine Gemeinde unter vielen des Ruhrgebietes, die unter diesem unseligen Krieg zu leiden hatte. Beim Bombenangriff am 6. November 1944 wurde auch die Nachbargemeinde St. Michael in Bickern schwer getroffen. Im Pfarrhaus kamen Pfarrer Anton Fredebeul mit seiner Schwester und Studienrat Konstantin Banczyk mit seiner Haushälterin zu Tode.

Des Weiteren trafen schwere Bomben bei diesem Angriff auch die evangelische Luthergemeinde in Röhlinghausen. Damit sank auch dieses Gotteshaus oder das, was frühere Angriffe noch stehen gelassen hatten, in Schutt und Asche.



Unheilschwer begann auch das Jahr 1945. Fast ununterbrochen brachten die Menschen jetzt ihre freie Zeit und die Nächte im Hochbunker an der Westfalenstraße und in den vielen Schutzräumen, Stollen und Kellern zu. Schwere Angriffe gab es am Nachmittag des 23. Februars mit vielen Toten in der Tiefenbruch- und Rolandstraße, sowie am 27. Februar und am 4. März 1945.

Ab Ende März 1945 lag Röhlinghausen unter Artilleriebeschuss der vorrückenden amerikanischen Truppen. Am Dienstag, dem 10. April 1945, rückten amerikanische Soldaten ohne größeren Widerstand in Röhlinghausen ein und beendeten eine wildbewegte Zeit. Aus der Luft her wurde es ganz still, aber es kam eine andere Not: der Hunger und damit in neuer Weise die Sorge ums Überleben. Jeder fragte: "Wie soll es nun weitergehen?" - "Wer von den anderen hat an der Front oder im Osten Deutschlands die Evakuierung und den Russeneinmarsch überlebt?" Aber das Leben setzte sich durch. Zunächst zaghaft, doch mit der Zeit immer kräftiger kam der Tauschhandel in Gang. Trotz aller Zerstörung ist dem "Kohlenpott" eines geblieben: die schwarzen Diamanten unter der Erde. Kohle und Stahl waren für die Wirtschaft die so dringend benötigten Grundstoffe. Sie waren die Voraussetzungen für den Wiederaufbau Deutschlands. Das erkannten Sieger und Besiegte, und so kam eine zweckbedingte Zusammenarbeit zustande, die auch den hier lebenden Menschen nützte. Bald drehten sich wieder die Seilscheiben auf den Zechen. Das später so bestaunte "Wirtschaftswunder" nahm hier vom Ruhrgebiet seinen Ausgang.



Die katholische St. Barbara Kirche in Röhlinghausen um 1950.


Evakuierte kehrten zurück, die ersten Kriegsgefangenen kamen nach Hause, und zusammen mit den in der Heimat verbliebenen Bergleuten wurde dieses erste wichtige und unvergessliche Kapitel der deutschen Nachkriegsgeschichte geschrieben. So wurden die Ärmel aufgekrempelt, die Trümmer beseitigt, Steine gepickt, Schnaps aus Untertageprämie gegen Brot, Butter, Schuhe oder Möbel- und Einrichtungsstücke getauscht. Zum Hamstern fuhr man "über Land" und richtete irgendwie die alte oder neue Behausung wieder her. Wer hatte nicht alles in diesen Jahren im Pastorat, in der Vikarie oder im Schwesternhaus an der Rheinischen Straße gewohnt? Besser als jede nachträgliche Schilderung jener Zeit mag der Leser die Abschrift eines für die damalige zeit charakteristischen Briefes des Pfarrvikars Klemens Ebert, Messinghausen im Sauerland, Priester aus Röhlinghausen, an Pfarrer Anton Echterling zum Thema Kompensation oder Tauschhandel Zeugnis geben:

"Carissime! Nun möchte ich Ihnen einen Vorschlag machen, hiermit würden Sie mir auch einen Gefallen tun. Meine Eltern stehen noch von der Zeche Königsgrube 50 Zentner Kohle zu. Würden Sie wohl bitte Herrn van Roy sprechen. Vielleicht können Sie, wie Sie ja sagten, einen Lastwagen bekommen und mir dann diese 50 Zentner Kohle mitbringen. Ich habe für Ihre Kirche die Kreuzigungsgruppe, einen sehr guten eichenen Sockel für eine Herz Jesu Statue und ein Rochette und weiße Stola. Überlegen Sie doch bitte mal, dann bekommen wir auch die Kohlen, die man hier im Sauerland sehr benötigt. Für mich besteht keine Möglichkeit, einen Lastwagen aufzutreiben."

Der große Wunsch, das Weihnachtsfest im alten Gotteshaus zu feiern, erfüllte sich noch nicht, aber am Palmsonntag, dem 14. April 1946, war es soweit. Bei der Palmprozession war die ganze Gemeinde auf den Beinen, um den Einzug Jesu in Jerusalem beim Einzug in das zum Teil wieder benutzbare Gotteshaus mitzufeiern. Im Juni 1946 begannen die Wiederherstellungsarbeiten am vorderen Teil der Kirche und am 1. November, am Allerheiligentag, war das gesamte Gotteshaus wieder benutzbar. Als Erzbischof Lorenz Jaeger am 10. Juni 1947 zur Firmung in St. Barbara weilte, schrieb er in die Pfarrchronik: "Die Heilige Barbara schütze die Herde und den Hirten."

Langsam, mit viel Mühe und zäher Zielstrebigkeit wurden die Wiederaufbauarbeiten der Kirche weitergeführt, und als am 20. Juni 1948 die Währungsreform kam, wurden die Dach-, Mauer- und Gewölbearbeiten beendet, auch der Maler hatte schon Einzug gehalten. Mit dem "neuen Geld", der Deutschen Mark, begann im wahrsten Sinne des Wortes eine neue Zeit, auch wenn das damals noch nicht in der ganzen Tragweite erkannt wurde. Das Jahr 1948 war aber auch ein Jahr der geistlichen Erneuerung geworden. Im Oktober wurde eine große Volksmission gehalten, an der sich 70 Prozent der Gemeinde beteiligte.

Am 16. Januar 1949 wurde das silberne Priesterjubiläum des Pfarrer Anton Echterling festlich begangen. Im Februar 1949 bekam die Gemeinde vier neue Stahlglocken, gegossen beim Bochumer Verein. Der Kirchenchor feierte am 31. Juli 1949 unter der Leitung des Rektors Olmes sein 50jähriges Bestehen mit einem Festhochamt und Geistlichem Konzert. 72 aktive Sängerinnen und Sänger zählte die Festzeitschrift auf.

Im Jahre 1950 erhielt die Kirche einen neuen Kreuzweg vom Bildhauer Herman Moser aus dem Schwarzwald; er schnitzte auch die Krippenfiguren. 1951 wurde eine neue Orgel mit 30 Registern für 21.900 Mark gekauft, erbaut und eingerichtet von der Firma Stegerhoff aus Steinheim.

Ostern 1952 feierte Neupriester Karlheinz Uhle unter großer Beteiligung der Gemeinde sein erstes Messopfer in seiner Heimatpfarrei. Nach zwölf Jahren seelsorglichen Wirken verließ Vikar Johannes Simme im Dezember 1952 St. Barbara, um als Pfarrer der Diasporagemeinde St. Johannes Baptist in Lübbecke weiter zu wirken. Den alten Röhlinghausern ist er auch noch heute wohl bekannt, zumal den Messdienern, deren große Schar er mit Strenge und Liebe begeisterte.

Nach 12jähriger Tätigkeit als Organist verließ Marianne Engelskamp nach ihrer Heirat 1952 Röhlinghausen; ihre Aufgabe übernahm Carl Lamberty aus Sundern als hauptamtlicher Organist und Chorleiter.

Im Januar 1953 kam als zweiter Vikar Pater August Schlarmann von der "Heiligen Familie" aus Holsterhausen in die Gemeinde St. Barbara. Ab März des gleichen Jahres wurde das Seelsorgeamt durch den Neupriester Wolfgang Klupsch aus Bochum-Werne verstärkt, der als Nachfolger von Vikar Simme mit seiner angeborenen Fröhlichkeit die Arbeit in der Jugend, in den Vereinen und bei den Messdienern fortsetzte. Am Pfingstmontag 1955 feierte Dr. Hans-Wolfgang Offele seine Primiz.


Einer der Fronleichnamsaltäre aus den Jahren 1950-1953 Am Bollwerk in Röhlinghausen. Der Tagesbetriebsführer Carstens ließ sie im Auftrag der Zeche Königsgrube errichten. Auf dem Bild erkennen wir zu beiden Seiten des Altars sechs Berglehrlinge in ihren Bergmannstrachten.

Kommunionkinder an der St. Barbara Kirche auf dem Weg zum Schwesternhaus in der Rheinischen Straße, aufgenommen im Jahre 1955.


Der wirtschaftliche Wiederaufbau brachte in den fünfziger Jahren ständige Verbesserungen des Lebensstandards. Immer deutlicher machte sich der Mangel an geeigneten Gemeinderäumen bemerkbar. Die Kellerräume des Josefhauses waren ständig von der Jugend überbelegt. Die kirchlichen Vereine tagten in verschiedenen Gastwirtschaften in Röhlinghausen. Welch ein Segen wäre es gewesen, wenn ein Gemeindehaus oder ein Jugendheim zur Verfügung gestanden hätte! Erste Pläne wurden beraten und als Standort war zunächst das Grundstück an der Rheinischen Straße hinter dem Spielplatz des Kindergartens vorgesehen.



Ein Gruppenbild der Kinder des katholischen Kindergartens
aus dem Jahre 1951.



Der 1. Mai 1957 brachte die Weihe und Eröffnung des neuen Kindergarten St. Barbara an der Eichendorffstraße. Diese Einrichtung wurde der Leitung von Frau Margarete Uhle übergeben und gedieh in den folgenden Jahren zum Segen der Familien und der ganzen Gemeinde. Am 29. September 1957, dem Fest des heiligen Michael, 14 Jahre nach dem schweren Schicksalstag der Gemeinde von 1943, konnte das Jugendheim an der Hofstraße auf dem vom Gastwirt Hans Henkel erworbenen Grundstück eingeweiht werden. Das religiöse Leben der Gemeinde, die Geselligkeit und Zusammengehörigkeit in der Jugend und in den Vereinen gewann am neuen Ort eine ungeahnte Entfaltung.

Im Frühjahr des Jahres 1957 wechselte Vikar Wolfgang Klupsch zur neugegründeten Diözese Essen und wurde daraufhin nach Bochum versetzt. Seine Stelle übernahm Vikar Winfried Dornschneider, der in Gelsenkirchen-Schalke geboren wurde und jetzt Dompropst in Soest ist.

Am 30. August 1959 feierte die Kolpingsfamilie ihr 50jähriges Bestehen. Die Rahmenveranstaltungen während der Festwochen zogen viele Besucher in den Stadtteil Röhlinghausen. Ein Fernsehteam des WDR aus Köln zeichnete den Handwerkerfestzug auf und sendete Ausschnitte davon ein paar Tage später in der Regionalsendung HIER UND HEUTE.

Luftbildaufnahme der St. Barbara Kirche um 1955. Deutlich zu erkennen, der Krezungsbereich mit der Edmund-Weber-Straße links und der Westfalenstraße rechts im Bild.

Die St. Barbara Kirche im Jahre 1957 von der Hofstraße aus gesehen. Rechts befindet sich der Eingang zur Sakristei. Die Häuser im Hintergrund befinden sich auf der Westfalenstraße.

Im Oktober 1959 verließ Vikar Dornschneider die Gemeinde und übernahm die Aufgabe eines Militärpfarrers bei der Bundeswehr. Das Jahr 1960 bringt der Gemeinde St. Barbara tief greifende Veränderungen. Der plötzliche Tod des Rendanten Bernhard Knickmann zwang zu einer Neuordnung der Verwaltung. Wegen seines angegriffenen Gesundheitszustandes bat Pfarrer Anton Echterling zum 1. August 1960 um seine Versetzung in den Ruhestand. Am 20. August 1960 wurde Vikar Franz Abel nach zweijährigem Dienst in der Gemeinde an die Pfarrei St. Michael in Dortmund versetzt. Anfang Oktober 1960 wurde Vikar Franz-Josef Hellweg mit der Pfarrverwaltung betraut. Mitte Dezember 1960 wurde Vikar Josef Schmitz aus dem Dekanat Iserlohn, zum neuen Pfarrer von St. Barbara Röhlinghausen ernannt. Der neue sechste Pfarrer von St. Barbara, 48 Jahre alt, in Sundern im Sauerland geboren und 1941 zum Priester geweiht, wohnte zunächst behelfsmäßig im Souterrain des Jugendheimes an der Hofstraße. Am 19. März 1961, dem Fest des heiligen Joseph, wurde er durch Dechant Heinrich Schaut feierlich in sein Amt eingeführt. Nach längerer Umbauzeit des Pastorats konnte der neue Pfarrer im November 1961 endlich eine richtige Wohnung beziehen. Am 25. März 1962 starb nach längerer Krankheit Pfarrer Anton Echterling im Alter von 65 Jahren. Einer, der ihn gut kannte, bezeugte: "Er hat viel für die Gemeinde gebaut und gearbeitet, er hat weit mehr für die Gemeinde gelitten. Auf seinen Wunsch hin wird er in seiner Heimat Vinsbeck zur letzten Ruhe gebettet. Vikar Franz-Josef Hellweg übernahm die Pfarrei St. Josef in Bünde und wurde dort am 1. Mai 1962 eingeführt. Sein Nachfolger war Vikar Heinrich Keller, ein Priester des Bistums Meißen, der von Bünde nach Röhlinghausen kam. Mit der Einstellung des neuen Küsters Erich Ostermann aus Dolberg, Kreis Beckum, zum 15. Juni 1962 war die personelle Besetzung abgeschlossen. Am 18. Januar 1963 erlitt Pfarrer Schmitz völlig unerwartet einen Herzinfarkt und konnte dadurch für lange Zeit sein Amt nicht ausüben. Vikar Heinrich Keller übernahm die Leitung von St. Barbara Röhlinghausen. Im März 1963 wurde ihm Vikar Siegfried Römer, Vikar in Dortmund-Huckarde, zunächst vorübergehend, doch dann für eineinhalb Jahr als Kooperator zur Seite gegeben.

In der Zeit vom Herbst 1962 bis Anfang 1963 Vorbereitungen zur Grundsanierung der Pfarrkirche getroffen. Plötzlich überschlugen sich die Ereignisse. Eine eingehende statische Prüfung bringt den Stein ins Rollen. Am 31. Januar 1963 wurde die sofortige baupolizeiliche Schließung des Kirchengebäudes infolge der ständig zunehmenden Bergschäden verfügt. Ganz Röhlinghausen war tief betroffen. In aller Eile wurde der große Saal Jugendheims als Notgottesdienstraum hergerichtet. Die Situation erinnerte an den Behelf der ersten Nachkriegszeit. Durch die völlig ungeklärten Verhältnisse, die festgefahrenen Verhandlungen mit den Bergwerksgesellschaften, die zu erwartende langfristige Bauzeit, die Krankheit des Pfarrers, geriet die St. Barbara Gemeinde in eine schwierige Lage. Im energischen Pfarradministrator Heinrich Keller, dem tatkräftigen Kirchenvorstand, den Gutachtern und Fachleuten wuchs der Sache von St. Barbara eine Mannschaft zu, die sich mit Nachdruck um baldige Weiterführung der anstehenden Probleme bemühte. Auch das Erzbischöfliche Generalvikariat schaltete sich ein. Die bestehenden Schulden, mit Ausnahme der überzogenen Baukosten des Jugendheims, wurden von dort abgetragen.

Bei den Verhandlungen mit den Zechenleitungen war bald nicht mehr die Wiederherstellung, sondern der Neubau der Pfarrkirche das Ziel. Nach einer eingehenden Behördenbesprechung schlug der Kirchenvorstand in Übereinstimmung mit dem Generalvikariat in Paderborn am 22. Oktober 1963 den Zechengesellschaften den Abbruch von Alt-St. Barbara und einen Neubau als Ersatz vor. Die Entscheidung fiel am 21. Januar 1964. Die Zechengesellschaft Hütten- und Bergwerke Rheinhausen AG und Rhein-Elbe Bergbau AG stimmten dem Abbruchvorschlag zu. Damit entschied sich das Schicksal des neugotischen Gotteshauses aus dem Jahre 1912 endgültig.


Die St. Barbara Kirche im Jahre 1955 von der Edmund-Weber-Straße aus gesehen.

Die St. Barbara Kirche im Jahre 1955 von der Westfalenstraße aus gesehen. An der linken Seite des Langhauses lag ein stilles Kappelchen der schmerzhaften Gottesmutter, das später zur Kriegsverehrung umgebildet wurde.

Das Kirchengebäude war nicht mehr verkehrssicher. Vom Sturm gelöste Schiefer- und Schalungsteile des Turmes und des Daches gefährdeten die Umgebung. Der Abbruch wurde immer dringender. Im September 1965 rückte die Abbuchkolonne an. Am 22. Oktober 1965 vollendete sich das Zerstörungswerk. Zwei Sprengungen von fachkundiger Hand durch Sprengmeister Eugen Gronert aus Mühlheim an der Ruhr vorgenommen, beendete das Kapitel St. Barbara. Zweimal musste Sprengmeister Eugen Gronert ansetzen. Der Turm widerstand dem ersten Versuch. Doch dann, um 11.30 Uhr, neigte sich bei der zweiten Sprengung der Turm und fiel wie geplant ins Kirchenschiff nach Westen. Im Dezember 1965 war dort, wo einst das Gotteshaus stand, eine weite offene Fläche, dem Ackergleich.

Eine Kirche sollte an anderer Stelle errichtet werden. Im Frühjahr 1964 suchte man einen neuen Kirchenplatz. Heftig und polemisch wurden die Auseinandersetzungen mit den Zechenleitungen, denn beide Zechen waren gemeinsam schadenersatzpflichtig, geführt. Sie hatten ein neues Grundstück auszuweisen und eine noch zu ermittelnde Ablösungssumme zu zahlen. Verständlich, dass es hier zu harten Auseinandersetzungen kam. Zum 1. März 1964 verzichtete Pfarrer Josef Schmitz aus gesundheitlichen Gründen auf die Pfarrstelle. Er wurde nach seiner Genesung Pfarrvikar in Referinghausen im Hochsauerland. Am 12. Juni 1964 wurde der derzeitige erste Vikar der Propstei St. Laurentius in Arnsberg, Karl Heinz Rohleder, vom Erzbischof zum neuen Pfarrer in Röhlinghausen ernannt. Karl Heinz Rohleder war der siebte Pfarrer an St. Barbara in Röhlinghausen. Er wurde am 21. März 1953 zum Priester geweiht. Als er nach Röhlinghausen kam, war er 36 Jahre alt. Er wirkte von 1964 bis 1992 in der St. Barbara Gemeinde. 28 Jahre - eine bewegte und lange Zeit mit großen Aufgaben. So lange war vor ihm noch nie ein katholischer Geistlicher in Röhlinghausen. Sein erstes großes Projekt nach der Sprengung der alten Kirche am 22. Oktober 1965 war der Bau einer neuen Pfarrkirche.


Sprengung der St. Barbara Kirche am 22. Oktober 1965. Zweimal mußte Sprengmeister Eugen Gronert aus Mühlheim an der Ruhr ansetzen. Der Turm widerstand dem ersten Versuch. Doch dann, um 11.30 Uhr, neigte sich bei der zweiten Sprengung der Turm und fiel wie geplant ins Kirchenschiff nach Westen.

Nachdem als neuer Bauplatz lange ein Areal an der Bergmannstraße, (das Grundstück der Familie Denis zwischen der heutigen Albert-Kelterbaum-Straße und der Bergmannstraße) in Erwägung gezogen wurde, blieb man wegen des dort schwierigen Baugrundes beim alten Standort. Im November 1966 erhielt nach einem Wettbewerb das bei Aachen arbeitende Architektenehepaar Stephan Legge und Ursula Legge-Suwelack den Auftrag das neue Gotteshaus zu bauen. Im Oktober 1969 wurde das neuerbaute Gotteshaus bezogen und von Kardinal Lorenz Jaeger, Erzbischof von Paderborn als Heilig-Geist Kirche geweiht.

Die katholische Pfarrkirche Heilig-Geist in Röhlinghausen. Sie wurde auf der Stelle der alten St. Barbara Kirche errichtet. Der Kirchbau weist einen nahezu quadratischen Zentralraum auf mit einem über die Diagonale orientierten Satteldach. Der freistehende Glockenturm, Campanile (als bekanntester Campanile gilt der Schiefe Turm von Pisa) auf dreieckiger Grundfläche, ruht auf drei Sichtbetonsockelstreben und hat eine höhe von 45 Meter und ist mit Eternitplatten verkleidet. Der Glockenturm mit seinen 4 Glocken wird von einem 1,40 m großen Turmhahn bekrönt.

Das klar und streng gestaltete Gotteshaus weist einen nahezu quadratischen Zentralraum auf mit einem über die Diagonale orientierten Satteldach. Klassische Materialien wie roter Ziegel und Holzgebälk mit modernen Baustoffen wie Sichtbeton, Eternitverkleidungen, Glas und Stahl lassen einen offenen, durch waagerechte und senkrechte Fensterbänder gestalteten zeltartigen Gottesdienstraum entstehen. Nach dem über Eck angelegten Portal mit Gestaltungen des Künstlers Günter Dworak öffnet sich dem Kirchenbesucher eine arenaartige Saallösung voller Größe und doch gleichzeitiger Stille. Das durch die opak gehaltenen Fensterbänder einfallende Licht gewährt Ruhe. Sie wurde durch den rheinischen Kirchen- und Glasmaler Professor Georg Meistermann (1911-1990) gestaltet. Die in milchigopakem Grundton gehaltenen horizontalen und vertikalen Fensterbänder sind mit fortlaufenden bewegten Wellenformen und symbolhaften Zeichen versehen.

Blick auf das über Eck angelegte Hauptportal der Heilig-Geist Kirche in Röhlinghausen, eine Arbeit des heimischen Künstler Günter Dworak.


Blick in den Altarraum der Heilig-Geist Kirche in Röhlinghausen. Er ist von allen Seiten gut sichtbar. Der Hauptaltar wird von einer in Aluminiumguß, mosaikartig gestalteten Altarrückwand, des israelischen Künstlers Nechemia Azaz umfangen.

Der Hochaltar der alten St. Barbara Kirche. Der mittlere Teil schmückt heute die Barbarakapelle, sie befindet sich als Anbau an der nördlichen Seite der Heilig-Geist Kirche. Der dort neu aufgestellte Hochaltar wurde 1911-12 von der Werkstat Becker-Brockhinke aus Wiedenbrück geschaffen. Er zeigt Christis Lebensgeschichte mit der Geburt, der Anbetung der heiligen drei Könige, der Hochzeit von Kanaa, der Kreuzigung und der Himmelfahrt. Im unteren vergoldeten Altarbehätnis befinden sich Reliquien der heiligen Barbara. Im Unterbau des Hochaltars befindet sich ein großes eingearbeitetes Steinkohlenstück, gefördert aus der 10. Sohle in 1000 Meter Tiefe auf der Zeche Unser Fritz. Dieses Symbol soll die Erinnerung an den Ursprung und die Prägung dieser Pfarrei durch den Bergbau weiterhin wach halten.

Weitere Baumaßnahmen waren die Errichtung des Pfarr- und Vikariehauses, der Friedhofskapelle, die Generalüberholung des Jugendheimes und zuletzt der Bau eines neuen Kindergartens. In diesem Zeitraum wurde auch die neue Kirche weiter vervollständigt. Das umlaufende, bleiverglaste Fensterband wurde von Professor Georg Meistermann künstlerisch gestaltet. Besondere Erwähnung verdient auch die liebevoll ausgestaltete Barbarakapelle neben dem großen Kirchraum der Heilig-Geist Kirche. Viele Bildelemente aus dem Hochaltar der alten Kirche schmücken diese sakrale kleine "Werktagskirche".

Pfarrer Karl Heinz Rohleder war darüber hinaus immer ein guter Hirte und Seelsorger in der Gemeinde. Wie viel Kinder hatte er in diesen Jahren getauft, auf die Erstkommunion und Firmung vorbereitet? Wie viel Paare hatte er getraut? - Besonders hervorgehoben sei noch sein tröstendes Bemühen um arme, alte und kranke Menschen. Bei all den vielfältigen Aufgaben in der Pfarrgemeinde kam noch über 16 Jahre das Amt des Stadtdechanten in Wanne-Eickel hinzu (1974-1990). Das alles erforderte viel Kraft, sowohl geistig als auch körperlich. So fand er bei der Gemeinde auch Verständnis dafür, als er aus gesundheitlichen Gründen im Juli 1992 die Pfarrstelle St. Barbara Röhlinghausen aufgab. In der Betreuung von alten und kranken Menschen fand er im Sauerland einen neuen Aufgabenbereich. Am 15. Juli 1992 erfolgte sein Umzug nach Warstein.

Seit dem 1. Juli 1992 ist Theodor Surrey der achte Pfarrer in der katholischen Kirchengemeinde Röhlinghausen. Er kam aus Lünen, wo er Vikar war.


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Quellennachweis:
Festschrift Kirchweihe Heilig-Geist St. Barbara Röhlinghausen, Wanne-Eickel 1969.
Architektenführer Herne, Herne 1987, S. 83 ff.
Lührig, Heinrich / Schmitz, Gerhard: Röhlinghausen Wanne-Eickel III, Geschichte und Geschichten aus einem Stadtteil der südlichen Emscherregion, 2. erweiterte Auflage, Herne 1997, S. 107 ff., 200 f. und 215.
Bischoff, Rüdiger: Kirchenführer Pfarrkirche Heilig-Geist St. Barbara Röhlinghausen 1999.

Weitere Infos unter: Panoroma Bild


Fotonachweis: Sammlung Heinrich Lührig.



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