Wanne-Eickel-Historie


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Schlachthof Wanne

Gebäude

Schlachthof Wanne


Nach Erlass des Reichsfleischschaugesetzes wurde durch Ortsstatut vom 23. Juli 1898 für die Gemeinde Wanne der Schlachtzwang für die gewerblichen Schlachtungen eingeführt.

Nach der Einführung des Schlachthofzwanges, wurde mit dem Bau eines Schlachthofs, auf einem etwa 5,35 Morgen großen Grundstück an der heutigen Schlachthofstraße begonnen und dieser am 28. Juli 1900 der Öffentlichkeit übergeben.

Durch die Vorschriften des Schlachthofzwangs vom 1. April 1900 mussten alle Schlachttiere im öffentlichen Schlachthof in Wanne geschlachtet werden.

Der neuerrichtete Schlachthofkomplex enthielt eine Großviehschlachthalle, eine Schweineschlachthalle, eine Kaldaunenwäsche (als Kaldaunen oder Kutteln werden küchensprachlichen die Vormägen der Wiederkäuer bezeichnet), eine Kühlhalle, ein Maschinen- und Kesselhaus, eine Eisbereitungsanlage, ein Maschinen- und Kesselhaus, Groß- und Kleinviehstallungen, Pferdeschlachthaus sowie ein Verwaltungsgebäude mit einer Dienstwohnung für den Schlachthofdirektor und Wohnungen für den Hallenmeister und das Maschinenhauspersonal.


Die Schlachthofanlage an der Schlachthofstraße um 1925.

Blick in den Innenhof des Schlachthofareal um 1925.

Ansicht der Großviehschlachthalle mit dem Schlachthofleiter
Dr. Büscher aus Eickel (rechts im Bild), aufgenommen um 1925.

Im Jahre 1910 wurde der Schlachthof modernisiert und um ein Pökelraum, ein Kühlhaus für Pferdefleisch, ein Verwaltungsgebäude mit Labor, neue Großviehstallungen und eine Freibank (Einrichtung zum Verkauf minderwertigen, aber nicht gesundheitsschädlichen Fleisches aus Notschlachtungen) erweitert.

Leiter des Schlachthofes war bis 1910 Dr. Jochim, sein Nachfolger war der Tierarzt Büscher aus Eickel.

Die Stückzahl der Schlachtungen betrug:


1901

9.274

 

1948

1.224

1914

26.314

 

1949

7.185

1919

5.101

 

1950

13.451

1924

13.940

 

1955

29.070

1928

28.048

 

1960

32.391

1929

23.542

 

1965

30.296

1939

29.457

 

1970

24.628

1945

4.481

     

In den Jahren 1916 und 1917 wurde eine Schlachtgemeinschaft Wanne-Eickel gegründet, um eine gemeinsame, geordnete Verteilung des Frischfleisches und eine sachgemäße Verarbeitung der Innereien zu Wurst zu gewährleisten. Dafür wurde auf dem Schlachthof eine modern eingerichtete Wurstküche errichtet, in der später im Tag- und Nachtbetrieb täglich 80 bis 100 Zentner "Schwerarbeiterwurst" für die Bergarbeiter des Bezirks Bochum, Langendreer, Hattingen, Herne, Eickel und Wanne hergestellt wurden.

Während des Ersten Weltkrieges errichtete man in Wanne eine Garnisonschlachterei, die bis Kriegsende 1918 bestand.

Nach zahlreichen Um-, Aus- und Neubauten in den folgenden Jahrzehnten wurde der Schlachthof am 31. Dezember 1972 stillgelegt, die Gebäude Anfang 1973 abgerissen. Hier entstand die neue Wohnsiedlung "Am Rottfeld".

























Ansicht der Großviehschlachthalle, aufgenommen um 1962.


Blick von der Schlachthofstraße auf die Häuserzeilen der Wohnsiedlung "Am Rottfeld". Die Einfahrt zum ehemaligen Schlachthof ist hier noch zu erkennen. Die Aufnahme wurde im März 1980 aufgenommen.

Die gleiche Ansicht im August 2013 aufgenommen.


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Quellennachweis: 50 Jahre Amt Wanne, Wanne 1925, S. 139 f.,
Lührig, Heinrich: Wanne-Eickel, Ausflug in die Vergangenheit, Herne 1984, S. 105 f.
Fotonachweis: Sammlung Heinrich Lührig.


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