Wanne-Eickel-Historie


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Oberbürgermeister der Stadt Wanne-Eickel

Wilhelm Kiwit, Zentrum (12. 1926 - 04. 1933)


Der erste Oberbürgermeister der neuen Stadt Wanne-Eickel regierte sieben Jahre. Eine tragische Gestalt unter den Stadtoberhäuptern in der Wanne-Eickeler Stadt-Geschichte: Als die parteipolitisch zersplitterte Stadtversammlung den ehemaligen Zweiten Bürgermeister der Stadt Münster im Dezember 1926 wählte, gab es bereits Tumulte im Stadtparlament. 1933 entfernten die Nazis Kiwit mit dem lapidaren Satz aus dem Amt: "Sie brauchen nicht mehr zum Dienst erscheinen."

Für das Interregnum von September 1933 bis zum Februar 1934 setzte der Regierungspräsident einen Staatskommissar ein.

Heinrich Günneweg, NSDAP (07. 1934 - 04. 1945)


Als Nachfolger Kiwits setzten die Nazis einen Mann aus ihren Reihen ein. Günneweg war Rechtsanwalt und Notar und seit dem 30er Jahren Rechtsreferent beim Stab des SS-Abschnittes XXV. Nach Kriegsende wurde er lediglich wegen seiner Mitgliedschaft in der SS zu einer fünfmonatigen Gefängnisstrafe verurteilt. Die damals kursierende Vermutung, Günneweg sei direkt an dem Brand in der Wanner Synagoge beteiligt gewesen, konnte aber mehr als zehn Jahre nach dem Verbrechen im Prozessverlauf nicht bestätigt werden.


Karl Neuhaus, CDU (04. 1945 - 07. 1945)


In der Stunde Null ernannte die Militärregierung CDU-Mann Karl Neuhaus zum ersten Nachkriegs-Oberbürgermeister. Der Verwaltungsexperte legte zusammen mit seinen Mitstreitern den Grundstein für den geordneten Wiederaufbau der Stadt. Unter seinem Nachfolger setzte Neuhaus noch mehrere Jahre als Stadtbaurat Akzente.

Wilhelm Jacobi, SPD (07. 1945 - 03. 1946)


Von 1920 bis 1929 war Jacobi Bürgermeister von Langendreer. Bereits am 4. Dezember 1945 trat das erste von der britischen Militärregierung ernannte Stadtparlament unter Vorsitz von Jacobi zusammen. Zehn Monate bekleidete er das höchste politische Amt der Stadt. Anschließend leitete er die Stadtverwaltung ein Jahr lang als Oberstadtdirektor.

Wilhelm Heimüller, KPD (04. 1946 - 10. 1946)


Die britische Militärregierung ernannte den gelernten Schreiner zum Oberbürgermeister. Heimüller stand bis zu den ersten demokratischen Kommunalwahlen an der Spitze der Stadt. Der Kommunist führte, auch von der politischen Lage diktiert, ein abwechslungsreiches Leben, das ihn bis nach Afrika führte. So eröffnete er in den 20er Jahren eine Schreinerei in Casablanca
.

Heinrich Weidmann, CDU (10. 1946 - 11 .1948)


Der aus Bad Hersfeld stammende Industriekaufmann war der erste demokratisch gewählte Oberbürgermeister Wanne-Eickels nach dem II. Weltkrieg. Er zeichnete sich während des Dritten Reiches durch seine moralische Integrität aus, war er doch Mitbegründer der Bekennenden Kirche in Westfalen. Im Vordergrund stand die gerechte Verteilung des Mangels, die Versorgung der Bevölkerung mit Kartoffeln, Kohlen und Wohnungen. Nachdem der Rat der Stadt ihn im November 1948 wegen der veränderten Stimmenverhältnisse nicht in seinem Amt bestätigte, blieb er noch rund zehn Jahre Bürgermeister.

Edmund Weber, SPD (11. 1948 - 11. 1969)


Der ehemalige Oberbürgermeister der Stadt Wanne-Eickel Edmund Weber erblickt am 21. September 1897 in Gebesse bei Erfurt das Licht der Welt. Sein Lebensweg führte ihn 1919 nach Wanne. Seine berufliche Karriere begann Edmund Weber 1920 als Bergmann auf der Zeche Pluto. Er wurde Gewerkschaftsmitglied und schließt sich der sozialistischen Arbeiterbewegung an. Nach zwölf jähriger Tätigkeit als Bergmann zwingt ihn eine Kriegsverletzung aus dem Ersten Weltkrieg zum Berufswechsel, so wird aus dem Knappen ein Versicherungsangestellter.

Er tritt der Volksfürsorge bei und wird Vorsitzender der Wanne-Eickeler Ortsgruppe. Nach dem Zweiten Weltkrieg wird Edmund Weber am 4. Dezember 1945 Mitglied der Stadtvertretung Wanne-Eickel. Am 14. Dezember 1945 fand dann die erste Stadtverordneten-Sitzung im beisein des Kreiskommandanten Major Fox, und des Regierungspräsidenten Fries statt. Die erste freie Stadtverordnetenwahl wurde am 13. Oktober 1946 abgehalten. Ein paar Tage später wurde dann in einer Sitzung der Stadtverordneten Heinrich Weidemann zum Oberbürgermeister gewählt.

Bei der zweiten Wahl am 17. Oktober 1948 wurde dann Edmund Weber zum Oberbürgermeister gewählt, sein Amt trat er am 2. November an. Mit 21 Amtsjahren die folgen sollten hält er den "Rekord" in seiner Stadt.

Er, ein Mann aus dem Volke, war äußerst populär und kontaktfreudig. Erfahrung und Umsicht machten ihn bei den Bürgern beliebt. Edmund Weber kannte die Sorgen der "einfachen Leute", hatte er doch seine Karriere im Bergbau begonnen. Von ihm gingen bedeutende Impulse für den Wiederaufbau unserer Stadt aus, als es galt, aus Ruinen wieder neues Leben erstehen zu lassen.

Seine große Erfahrung und die sprichwörtliche Umsicht wurde auch über die Grenzen Wanne-Eickels hinaus geschätzt. So gehörte er seit 1956 der Landschaftsversammlung Westfalen-Lippe an sowie zum Beirat der Landes- und Wasserschutzpolizei.

Als Kriegsverletzter des Ersten Weltkrieges wurde Edmund Weber sehr bald auf die Nöte der Kriegsopfer aufmerksam und trat dem Reichsbund der Kriegsopfer und Zivilgeschädigten bei, wurde dessen Kreisvorsitzender und später Mitglied des Bundesvorstand des "Reichsbundes". Große Verdienste sind ihm auch beim Wirken für die Arbeiterwohlfahrt zuzurechnen.

Im Jahre 1952 verlieh ihm die Stadt Wanne-Eickel den goldenen Ehrenring. An weiteren Ehrungen hat es nicht gefehlt, so bekommt er 1962 das Bundesverdienstkreuz Erster Klasse. Am 27. November 1969, nach genau 21 Dienstjahren als dienstältester Oberbürgermeister in Nordrhein-Westfalen, beendet Edmund Weber, 72-jährig sein Amt. Anlässlich seiner Verabschiedung wurde er zum Ehrenbürger der Stadt Wanne-Eickel ernannt.

Nach schwerer Erkrankung verstarb der einst so beliebte Oberbürgermeister Edmund Weber am 11. Juni 1970, seine Ruhestätte fand er in der Familiengruft auf dem Waldfriedhof.


Die Bronzebüste von Edmund Weber, im Foye des Wanne-Eickeler Rathaus hat der Röhlinghauser
Künstler Bruno Unkhoff (1931-2002) geschaffen.

Zu Ehren des Stadtoberhauptes, beschließt am 14. November 1974 der Rat der Stadt Wanne-Eickel die Bochumer Straße zwischen Eickel und Röhlinghausen in Edmund-Weber-Straße um zu benennen.


Manfred Urbanski, SPD (11. 1969 - 12. 1974)


Der letzte Oberbürgermeister der Stadt Wanne-Eickel Manfred Urbanski erblickt am
1. Dezember 1929
das Licht der Welt. Im November 1969 wurde er zum jüngsten Wanne-Eickeler Oberbürgermeister, im Alter von nur 39 Jahren gewählt. Seine politischen Talente hatte der gelernte Maschinenschlosser als Geschäftsführer der ÖTV in Essen unter Beweis gestellt. Während seiner Amtszeit wurde 1973 die Cranger Kirmes auf zehn Tage verlänger und damit "Crange" zum größten Volksfest im Land. Mit der Städte-Ehe zwischen Wanne-Eickel und Herne verlor das SPD Mitglied Urbanski zunächst zum 31. Dezember 1974 sein Amt, war dann aber von Mai 1975 bis Oktober 1984 Oberbürgermeister der neuen Stadt Herne. Manfred Urbanski verstarb am 20. Januar 2005 im Alter von 75 Jahren, seine Ruhestätte fand er auf dem Waldfriedhof.

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Fotonachweis: Fotoarchiv der Stadt Herne, Fotoarchiv Heinrich Lührig, Ralf Piorr.


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