Wanne-Eickel-Historie


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Mahnmal - die Klage

Denkmäler

Mahnmal auf dem Waldfriedhof


Auf dem Waldfriedhof im Hertener Busch, an der Ewaldstraße 476 befindet sich im Eingangsbereich auf der rechten Seite ein Mahnmal zum Gedenken an die Opfer beider Weltkriege. Die 2,20 Meter hohe aus Thüster Muschelkalk geschlagene Skulptur, wurde am 18. November 1960 enthüllt. „Die Klage„ nannte der Wiedenbrücker Bildhauer Hubert Hartmann (1915–2006), einer der letzten verbliebenen Sakralbildhauer und Sakralraumgestalter der Wiedenbrücker Schule, seine Arbeit. Die beiden Figuren stellen eine kniende Frau, die Hände in leidvoller Ergebenheit im Schoß faltend, und ein hinter ihr stehender Mann, der stille Trauer verkörpert und schützend seine Hände um die Schulter der Trauernden legt. Der 1 Meter hohe Sockel trägt die Inschrift:

1914 – 18
1939 – 45


Das Mahnmal die Klage – Zum Gedenken an die Opfer beider Weltkriege.


Historische Anmerkung

Zur Person: Hubert Hartmann

Hubert Hartmann,
Bildhauer, (* 16. Juni 1915; † 26. Juli 2006).
Der zweite Sohn Heinrich Hartmanns, Hubert Hartmann lernte wie sein 10 Jahr älterer Bruder Bernd beim Vater die Bildhauerei. Nach Abschluss seiner Lehrer wechselte er ab 1934 nach München um an der dortigen Akademie seine Ausbildung fortzusetzen. Sein großes Können wurde in seiner Münchner Zeit mit dem Preis der Münchener Staatsgalerie und dem Rompreis gekrönt. Zwischen 1942 und 1945 war er Soldat und konnte 1946 aus russischer Gefangenschaft flüchten.

Zurück in Wiedenbrück eröffnete er seine eigene Bildhauerwerkstatt an der Rietberger Strasse. Er arbeitete sowohl in Holz und Stein als auch in Bronze. Seine Themen sind in der Ausführung der Gegenständlichkeit verpflichtet. Viele Portraitbüsten lassen einen Künstler erkennen, der sich tief in seine Modelle hineinversetzen konnte. Sakrale Arbeiten wie Chorraumgestaltungen in vielen Kirchen in ganz Deutschland, Mahnmale oder Bronzebüsten u.a. von Papst Paul VI 1964 in Rom gefertigt oder Lorenz Kardinal Jäger 1964 in Paderborn, von dem Maler Paul Westerfrölke, dem Fabrikanten Leo Lübke oder vom Unternehmer Reinhard Mohn zeigen einen gefragten Bildhauer.

Als er 91jährig am 26. Juli 2006 starb, verstarb auch der letzte verbliebeneund Sakralraumgestalter Wiedenbrücker Schule. Seine umfangreichen Werke sind im In- und Ausland vertreten.


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Quellennachweis: WAZ vom 20. November 1960. Stiftung und Begegnungsstätte Wiedenbrücker Schule, Museum Wiedenbrück.
www.wiedenbruecker-schule.org

Fotonachweis: Sammlung Heinrich Lührig


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