Wanne-Eickel-Historie


Direkt zum Seiteninhalt

Kriegerehrenmal

Denkmäler

Kriegerehrenmal für die Kriegstoten des Ersten Weltkrieges


An die Kriegstoten des Ersten Weltkriegs erinnert ein Kriegerehrenmal an der Hauptstraße in Wanne-Süd, südlich der katholischen Kirche St. Joseph, im Volksmund „Löwenkirche“ genannt. Das Ehrenmal der „liegende Krieger“ wurde am 16. September 1934 eingeweiht. Es soll an die 2.458 Gefallenen der Stadt Wanne-Eickel im Ersten Weltkrieg erinnern. Das steinerne Monument wurde von dem Berliner Bildhauer Prof. Hermann Hosaeus (1875-1958, Mitglied der Berliner Akademie der Künste, in der Zeit des Nationalsozialismus Mitglied der NSDAP) entworfen. Das Denkmal zeigt einen liegenden „Grabenkrieger“ mit Helm, Mantel, Stiefel und Spaten, als Symbol des Stellungskrieges. Die Inschrift im Sockel lautet:

1914 - 1918
Des Feindes Erde in fester Hand
so schützen wir Volk einst und Vaterland.
Den Tapferen zur Ehre
und unsern Gefallenen zum Gedenken.

Das Denkmal diente den Nationalsozialisten als Aufmarsch und Versammlungsplatz.
Dem Betrachter fällt beim heutigen Anblick des Grünsandsteindenkmals der inzwischen stark verwitterten Zustand auf. Dieses hat folgende Bewandtnis. Nach kontroversen Debatten im Jahre 1988 und 1995 wurde im Rat der Stadt Herne der Beschluss gefasst, das Denkmal nicht zu restaurieren und es der Zerstörung preis zu geben.


Das Ehrenmal der „liegende Krieger“ wurde am
16. September 1934 eingeweiht.

Das Denkmal, aufgenommen im Jahre 1935, diente den Nationalsozialisten als Aufmarschplatz.

Fotonachweis: Bildstelle der Stadt Herne.


An die Frontopfer des 1. Weltkrieges erinnert das Ehrenmal an der Hauptstraße in Wanne-Süd.


Anlässlich des Volkstrauertages 2013, gedachte die Marienekameradschaft Wanne-Eickel von 1892 bei einer Kranzniederlegung an alle gefallenen Bundeswehrsoldaten und alle auf See gebliebenen.

Historische Anmerkung

Zur Person: Hermann Kurt Hosaeus

Hermann Kurt Hosaeus (manchmal auch Kurt Hermann Hosaeus) (* 6. Mai 1875 in Eisenach; † 26. April 1958 in Berlin) war ein deutscher Bildhauer und Medailleur.

Hermann Hosaeus besuchte 1891/92 die Kunstgewerbeschule Dresden und 1892-94 Kunstgewerbe-Schule in Nürnberg mit dem Schwerpunkt Kleinplastik. Von 1894-96 studierte er an der Münchner Akademie unter Wilhelm von Rümann und wechselte 1896 an die Berliner Akademie, wo er sich unter Ernst Herter, Gerhard Janensch und Peter Breuer weiterbildete. 1898-1900 wurde er schließlich Meisterschüler von Reinhold Begas.
Auf der Großen Berliner Kunstausstellung 1899 stellte er erstmals einige Werke aus und konnte sein erstes Stück verkaufen: Die Kleinplastik Reiter zu Pferde (auch "Nach dem Kampf") wurde durch die zum Preis von 1.200 Mark angekauft. Hosaeus spezialisierte sich sowohl auf Denkmäler, insbesondere Kriegerdenkmäler, wurde aber auch als Gestalter von zahlreichen Medaillen zu einem vielbeschäftigten Künstler. 1918 wurde er Dozent, von 1933 bis 1945 ordentlicher Professor an der Fakultät für Bauwesen (Abteilung Architektur) an der, der heutigen TU Berlin. In der Zeit des Nationalsozialismus war Hosaeus Mitglied der NSDAP. Hermann Hosaeus war Mitglied der Berliner Akademie der Künste, seinen Nachlass betreut das Universitätsarchiv der TU Berlin. Ein Werkverzeichnis oder eine Biographie ist bisher noch nicht erschienen. Hermann Hosaeus ist der Vater der Malerin, Graphikerin und Keramikerin Lizzie Hosaeus (1910-1998 in Berlin).


zurück

Quellennachweis: WAZ vom 21. Mai 1988. WAZ vom 18. November 1989. www.Wikipedia.de
Fotonachweis: Sammlung Heinrich Lührig



Zurück zum Seiteninhalt | Zurück zum Hauptmenü