Wanne-Eickel-Historie


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Kotten Rusche

Höfe und Kotten

Kotten Rusche


Der Kotten Rusche lag in der alten Gemarkung Bickern, Flur II, genannt Wanne, zwischen der heutigen Hauptstraße, Wanner Markt, Düppelstraße (ab 1947 Am Ruschenhof) und dem St.-Anna-Hospital.

Ausschnitt einer Übersichtskarte des Kreises Gelsenkirchen aus den Jahre 1902. Der Hofname Rusche ist rot unterlegt. Das Grundstück befand sich zwischen der Hauptstraße, Wanner Markt, der Düppelstraße und St.-Anna-Hospital.

Schon 1486 wurde der Kotten im Schatzbuch der Grafschaft Mark* in "Byckernen" als "Seger Ruysch" erwähnt. Des Weiteren wird im Jahre 1524 in "Bickeren" der Kötter Herrman Rusche genannt. Eine weitere Nachricht weist auf das Türkensteuerregister von 1598* hin, hier nennt man in "Bickern" den "Johann Rausche oder Fröling" und den Kötter "scheper Johan Rausche". Der Kotten Rusche, ein "halber Hof" besaß im Jahre 1664 eine Feuerstelle*. Bei der Teilung der Cranger Heide von 1771 bis 1841 wird unteranderem ein Heinrich Wilhelm Rusche genannt.

Der an das Gebiet der Cranger Heide liegende Ruschenhof blieb im Besitz der Familie Rusche, bis im Jahre 1858 Freiherr Ludwig von Elverfeld auf Gut Steinhausen den Hof übernahm.

Im Februar 1876 brannten das Wohnhaus, die Scheune und der Schafstall bis auf die Grundmauern nieder und wurden nicht wieder aufgebaut.

Die Ackerflächen wurden nach und nach verkauft; so erwarben unter anderem die Familie Reichenberg und die Gemeinde Bickern größere Flächen und errichtete darauf die ehemalige Diesterweg- und Melanchthon-Schule
*.

*Anmerkung: Märkisches Schatzbuch "Schatboick in Mark Anno 1486" wird im Staatsarchiv Münster Aufbewahrt. Es gilt als die wichtigste Geschichtsquelle für die ländlichen Siedlungsverhältnisse in der Grafschaft Mark. Türkensteuerliste war eine allgemeine Vermögens- und Kopfsteuer, welche zur Deckung der Kosten einer dem Kaiser Friedrich III. gegen die "ungläubigen Türken" zu leistenden bewaffneten Hilfe erhoben wurde. Das sogenannte "Türkengeld" wurde am 10. März 1481 ausgeschrieben, und sollte "nur mit Rat und Wissen derer, so von den Landen hierzu geordnet, ausgegeben und gebrauchet werden." Feuerstätten des Amtes Bochum aus dem Jahre 1664. Für die Kriegskosten des Reiches gegen die Türken erfasste das Amt Bochum die Anzahl der Kamine als Besteuerungsobjekte, dazu die Grundherrschaften, Besitzrechte, Namen, Braukessel und Malzeschen. Diese einzigartige Statistik ist im Original nur noch im Stadtarchiv der Stadt Herne zu finden. Am Ruschenhof, die Straßenbenennung erfolgte am 3. November 1947. Die Dieseterweg-Schule befand sich in der Hindenburgstraße, der heutigen Hauptstraße. Die Schule lag gegenüber dem Modehaus von Peter Kolter. Die Melanchthon-Schule befindet sich in der gleichnamigen Straße, in Höhe der Schmalen Straße.


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Quellennachweis:
Eduard Schulte: Liste der Feuerstätten des Amtes Bochum von 1664 (Stadtarchiv Wanne-Eickel).
Hegler, Gustav: Aus der Väter Tagen, Bilder zur Heimatkunde von Eickel-Wanne, Wanne 1911.
BAUERMANN, Johannes: Das Türkensteuerregister von 1598 für das Amt Bochum, im: Jahrbuch des Vereins für Orts- und Heimatkunde in der Grafschaft Mark, verbunden mit dem Märkischen Museum zu Witten an der Ruhr, Witten, 1937.
Borgmann, Richard: Das Türkensteuerregister von 1598 für das Amt Bochum, im: Jahrbuch des Vereins für Orts- und Heimatkunde in der Grafschaft Mark, verbunden mit dem Märkischen Museum zu Witten an der Ruhr, Witten, 1937.
Tagespresse WAZ aus dem Jahre 1926.
Stadtarchiv der Stadt Herne: Herne von Ackerstraße bis Zur-Nieden-Straße, Stadtgeschichte im Spiegel der Straßennamen, Herne 1995.

Bildnachweis:
Kartenauszug, mit freundlicher Genehmigung durch das Kataster- und Vermessungsamt der Stadt Herne.



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