Wanne-Eickel-Historie


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Kotten Markmann

Höfe und Kotten

Kotten Markmann


Der Markmann`sche Kotten mit Braustätte lag in der Gemarkung Eickel, Flur I, genannt Eickel, am Eingang der ehemaligen Zwiebelgasse, am heutigen Eickeler Markt.

Schon im Jahre 1542 wird der Kotten Markmann in der Türkensteuerliste des märkischen Amtes Bochum
* und in dem Feuerstättenverzeichnis des Jahres 1664* genannt, wonach Markmann mit 17 Stüber* Steuern veranlagt wird. Im August 1789 vergrößerte Johann Heinrich Markmann seinen "Braubetrieb" und stellte einen Knecht als ersten Brauburschen ein. Als das Kötterhaus zu klein wurde, baute man an seiner Stelle ein neues Fachwerkhaus, das bis zu seiner Zerstörung im Zweiten Weltkrieg genutzt wurde.

Nach dem Tod von Georg Heinrich Markmann, der letzte Namensträger, heiratete seine Witwe und Alleinerbin Luise Theodore in zweiter Ehe, am 27. September 1852 Friedrich Heinrich Wilhelm Hülsmann. Es erfolgte die Umbenennung des Braubetriebs in Heinrich Hülsmann. Im Jahre 1869 wird neben dem Fachwerkhaus (Stammhaus der Brauerei Hülsmann) ein massives Brauhaus als erste Dampfbrauerei im westfälischen Raum errichtet. ( siehe auch: die Geschichte der Exportbierbrauerei Hülsmann)


Der Markmann`sche Kotten mit Braustätte, das Stammhaus der Exportbierbrauerei von Heinrich Hülsmann, Eickeler Markt 1, um 1900.

Das Fachwerkhaus (Stammhaus der Brauerei ) vor der Kulisse der Exportbierbrauerei Hülsmann um 1927.

Zur Geschichte des Familiennamen Markmann


Bei diesem Familiennamen haben wir das so oft vorkommende Wort -mann. Was heißt nun der erste Teil "MARK"? Das Wort MARK ist die alte deutsche Bezeichnung für Grenze. Grenze ist von Haus aus slavischen Ursprung. Mit Marken bezeichnete man dann die Grenzprovinzen, an deren Spitze ein Markgraf stand, der dieses Grenzgebiet zu schützen hatte. So haben wir auch im ehemaligen westfälischen Kreise die Grafschaft Mark mit den beiden Teilen Hellweg nördlich der Ruhr und dem Sauerland südlich der Ruhr. Man könnte nun Vermuten, dass von dieser Grafschacht Mark in dem vorliegenden Falle der Familiennamen Markmann immer in der Grafschaft Mark ansässig war. Infolgedessen konnte durch diesen Familiennamen keine Unterschiede von anderen herbeigeführt werden. Für mich ist in dem vorliegenden Falle MARKMANN derjenige, der in der Mark wohnte und mit MARK bezeichnet man wiederum gerade in Westfalen den Wald, der einer oder mehreren Bauerschaften gehörte und der auch von diesen gemeinsam ausgenutzt wird, aus dem man das Brennholz und Bauholz holt, wohin man die Schweine in die Eicheln- und Bucheckermaßt einst schickte. Wer die Geschichte der westfälischen Bauerschaften kennt, der weiß, dass diese Marken, den Markgenossenschaften zugehörig, einst eine sehr große Rolle spielten. Auf Veranlassung der preußischen Könige, besonders Friedrichs des Großen sind diese Marken dann aufgeteilt worden. MARKMANN ist nun derjenige, der mit Erlaubnis der Markgenossenschaft abseits der Bauernschaft in der Mark in dem Wald wohnte. So erzählt uns der Name MARKMANN etwas von der deutschen Bauerngeschichte und besonders von der westfälischen Bauerngeschichte.

*Anmerkung:

Türkensteuerliste des märkischen Amtes Bochum aus dem Jahre 1542. Die Türkensteuer war eine allgemeine Vermögens- und Kopfsteuer, welche zur Deckung der Kosten einer dem Kaiser Friedrich III. gegen die "ungläubigen Türken" zu leistenden bewaffneten Hilfe erhoben wurde. Das sogenannte "Türkengeld" wurde am 10. März 1481 ausgeschrieben, und sollte "nur mit Rat und Wissen derer, so von den Landen hierzu geordnet, ausgegeben und gebrauchet werden." Feuerstätten des Amtes Bochum aus dem Jahre 1664. Für die Kriegskosten des Reiches gegen die Türken erfasste das Amt Bochum die Anzahl der Kamine als Besteuerungsobjekte, dazu die Grundherrschaften, Besitzrechte, Namen, Braukessel und Malzeschen. Diese einzigartige Statistik ist im Original nur noch im Stadtarchiv der Stadt Herne zu finden. Stüber war in Westfalen eine Kleingroschenmünze ab dem 15. Jahrhundert bis zum Anfang des 19. Jahrhunderts.


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Quellennachweis:
Hegler, Gustav: Eickel-Wanne einst und jetzt, Siegen 1903.
Schulte, Eduard: Liste der Feuerstätten des Amtes Bochum von 1664 (Stadtarchiv Wanne-Eickel).
Veröffentlichung des Archives Wanne Band I. Wattenscheid, 1925.
Borgmann, Richard: Türkensteuerliste des märkischen Amts Bochum von 1542, Westfalen 1936.
Höfken, Günther: Westfälische Familiennamen, Bochum 1954.

Bildnachweis: Sammlung Heinrich Lührig.



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