Wanne-Eickel-Historie


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Kotten König

Höfe und Kotten

Kotten König


Der Kotten König lag in der Gemarkung Eickel, Flur I, genannt Eickel. Die Königstraße , die Verbindung von Eickel in Richtung der ehemaligen Dorneburg (Kreuzung Dorneburger,- Bielefelder,- und Holsterhauserstraße) erinnert seit dem Jahre 1893 an den Kotten König.

An den Kotten König erinnert seit 1893 die Königstraße , die Verbindung von Eickel in Richtung der ehemaligen Dorneburg zur Kreuzung Dorneburger,- Bielefelder,- und Holsterhauserstraße.

Im Verzeichnis der Güter des Offiziums Wattenscheid wird im Jahre 1411 in villa horle (zu Hordel) erstmals ein zinspflichtiger Konynchusman* erwähnt. 1486 wurde im Schatzbuch der Grafschaft Mark* in Hoirle (Hordel) ein Koninck genannt. Auch in der Türkensteuerliste des märkischen Amtes Bochum* in Horlee (Hordel) und im Türkensteuerregister für das Amt Bochum* in Hordell wird ein abgabepflichtiger "Köninck" erwähnt. Im Feuerstättenverzeichnis* des Mittelamt Hordell wird als Grundherr Aschenbroch zur Mahlenburg mit Köning als "Eigenhöriger, ein halber Hof, drei Feuerstätten, deren eine der Leibzuchter bewohnet, die dritte eine arme Wittibe bewohnet, so der Almosen lebet", genannt. Außerdem lebte in der Baurschaft Eickell mit dem Pastor zu Eickel als Grundherren ein Pfächtiger Henrich Künick, Kötter, zwei Feuerstätten, deren eins ledig.

Im Jahre 1672 tauchte im Vicariefonds
* der Evangelischen Kirchengemeinde zu Eickel ein Heinrich König und seine Frau Else, auf. Die Eheleute kauften von den Vicarien-Kotten (Sölling, Joist, Grünnhoff und Gerd vor dem Hof) Joists Kotten samt Vicarienhaus auf.

Im Jahre 1667 geht der Kotten an Moritz König und seine Ehefrau Catharina, Rumps über. Im Jahre 1684 wurde ein Koenig zur Kirchensteuer in Eickel veranlagt. 1730 führten den Kotten Johann Heinrich König seine Ehefrau Catharina, geborene Vogelsang. Nach dem Jahr 1765 waren hier Georg Heinrich König und seine Ehefrau Magdalena Gremme ansässig. 1777 sitzt auf dem Kotten des Georg Heinrich König dessen zweite Frau Elisabeth Lennemann. Im Jahre 1804 übernahmen den Besitz Johann Heinrich König und seine Ehefrau Anna Catharina Knoop. Von ihnen kam der Kotten im Jahre 1827 an die Tochter, die den Vorrang vor ihren jüngeren Bruder Wilhelm bekam. Sie heiratete den Nachbarssohn Georg Vittinghof. Im Jahre 1868 ging der Kotten an Heinrich Vittinghof und seine Ehefrau Elisabeth Lechtape über. 1927 saß auf dem Kotten die Witwe Hülsmann.

Am 21. Mai 1829 erwirbt der Landwirt Wilhelm König den Rest des Gutes Eickel, das adelige Gut Berg, welches etwa in Höhe des heutigen Brauwasserweges lag.


Ausschnitt einer Übersichtskarte des Kreises Gelsenkirchen aus den Jahre 1902. Das adelige Gut Berg ist rot unterlegt. Das Grundstück befand sich in Höhe des heutigen Brauwasserweges.

Nachdem etwa 1875 infolge der Begradigung der Königstraße der alte Schlossteich zugeschüttet wurde, ist auch der Hof von Wilhelm König abgebrochen worden. Die Grundstücke wurden als Bauplätze verkauft.


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*Anmerkung: Konynchusman steht für Königshausmann. Märkisches Schatzbuch "Schatboick in Mark Anno 1486" wird im Staatsarchiv Münster Aufbewahrt. Es gilt als die wichtigste Geschichtsquelle für die ländlichen Siedlungsverhältnisse in der Grafschaft Mark. Türkensteuerliste war eine allgemeine Vermögens- und Kopfsteuer, welche zur Deckung der Kosten einer dem Kaiser Friedrich III. gegen die "ungläubigen Türken" zu leistenden bewaffneten Hilfe erhoben wurde. Das sogenannte "Türkengeld" wurde am 10. März 1481 ausgeschrieben, und sollte "nur mit Rat und Wissen derer, so von den Landen hierzu geordnet, ausgegeben und gebrauchet werden." Feuerstätten des Amtes Bochum aus dem Jahre 1664. Für die Kriegskosten des Reiches gegen die Türken erfasste das Amt Bochum die Anzahl der Kamine als Besteuerungsobjekte, dazu die Grundherrschaften, Besitzrechte, Namen, Braukessel und Malzeschen. Diese einzigartige Statistik ist im Original nur noch im Stadtarchiv der Stadt Herne zu finden. Vicariefonds ist ein Fonds (Geldmittel) der Kirche die Einnahmen aus Renten und Erbpachtverträge verwaltet.


Quellennachweis:
Hegler, Gustav: Eickel-Wanne einst und jetzt, Siegen 1903.
Hegler, Gustav: Aus der Väter Tagen, Bilder zur Heimatkunde von Eickel-Wanne, Wanne 1911.
Schulte, Eduard: Die Bevölkerung des Amtes Bochum im Jahre 1664. Veröffentlichungen des Archives Wanne, Band I. Wattenscheid 1925.
Daniels, Johannes: Geschichte der Evangelischen Kirchengemeinde Eickel, Eickel 1927.
BAUERMANN, Johannes: Das Türkensteuerregister von 1598 für das Amt Bochum, im: Jahrbuch des Vereins für Orts- und Heimatkunde in der Grafschaft Mark, verbunden mit dem Märkischen Museum zu Witten an der Ruhr, Witten, 1937.
Borgmann, Richard: Das Türkensteuerregister von 1598 für das Amt Bochum, im: Jahrbuch des Vereins für Orts- und Heimatkunde in der Grafschaft Mark, verbunden mit dem Märkischen Museum zu Witten an der Ruhr, Witten, 1937.
Timm, Willy (Bearb.): Schatzbuch der Grafschaft Mark 1486. Stadtarchiv Unna: Quellen zur Geschichte Unnas und der Grafschaft Mark, Band I. Unna 1986.
Stadtarchiv der Stadt HERNE, Herne von Ackerstraße bis Zur-Nieden-Straße, Stadtgeschichte im Spiegel der Straßennamen, Herne 1995.
Tagespresse aus dem Jahre 1958 und 1959.


Bildnachweis:
Sammlung Heinrich Lührig.
Kartenauszüge, mit freundlicher Genehmigung durch das Kataster- und Vermessungsamt der Stadt Herne.



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