Wanne-Eickel-Historie


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Kotten Horstmann

Höfe und Kotten

Kotten Horstmann


Der Kotten Horstmann lag in der Gemarkung Röhlinghausen, Flur II, genannt Bönebruch, in unmittelbarer Nähe des Luftschachtes VI der ehemaligen Zeche Pluto Schacht Thies ( siehe auch Zeche Pluto Thies).

Das Hofgebäude wurde 1826 erbaut. Die Scheunentorinschrift lautete:
"Wir wissen aber, dass unser irdisches Haus dieser Hütten zerbrochen wird, dass wir einen Bau haben von Gott erbaut, nicht mit Menschenhänden gemacht, das ewig ist im Himmel"

Als die Horstmanns auf dem Kotten an der heutigen Plutostraße saßen, gab es weder die Schächte der Zeche Pluto-Thies noch die heute hier stehenden Wohnhäuser. Der "Monte Scherbelino", der Trümmerberg auf der Pluto Halde, ein Produkt des letzten Krieges war auch nicht vorhanden. Äcker und Weiden lagen um den Kotten.

Im Jahre 1856 begann man mit dem Abteufen der Schächte auf der Zeche Pluto Schacht Thies. Die Zechenverwaltung kaufte von den Bauern Bönnebruch, Steinberg und Haumann ein 4,32 Hektar großes zusammenhängendes Gelände für einen Preis von 40.832,71 Mark. Dieses Gelände lag im Norden unmittelbar an der Köln-Mindener Eisenbahn und wurde im Westen durch einen Weg begrenzt, der später zur Gelsenkircher Straße ausgebaut wurde.

Erst die vordringende Industriealisierung engte den Kotten mehr und mehr ein. Als der Luftschacht VI der ehemaligen Zeche Pluto Schacht Thies errichtet wurde, war die Herrlichkeit des Kotten endgültig besiegelt. Im Jahre 1928 ging der Kotten nach einem Prozess in den Besitz der Gelsenkirchener Bergwerks-AG (abgekürzt GBAG) mit Sitz in Essen über.

Die Sippe
* der Horstmanns war groß. So gab es im Röhlinghauser Feld einen Horstmannhof. Er soll im Raum der Grawenhoffschen Ländereien gestanden haben. Im Jahre 1926 fand ein Sippentreffen aus Anlass des 100 jährigen Bestehens des Horstmann Kottens statt. 94 Personen nahmen an diese Wiedersehensfeier teil. Der Name Horstmann hat bis heute unter den Pohlbürgern Röhlinghausen einen besonderen "Klang".

Bis im Jahre 1954 wohnten Werksangehörige der Zeche Pluto in dem Kotten. Wann das Gebäude abgerissen wurde ist nicht bekannt.


Ausschnitt der Urkatasterkarte der Gemeinde Röhlinghausen, aufgenommen vom Geometer Carl Krause, im Juni 1823. Der Hofname Horstmann ist rot unterlegt und befindet sich in der alten Gemarkung Flur II, genannt Bönebruch.

Der Kotten Horstmann lag in der Pluto Straße, in unmittelbarer Nähe des Luftschachtes VI der ehemaligen Zeche Pluto Schacht Thies links im Bild, aufgenommen im Jahre 1953.


*
Anmerkung:

Eine
Sippe bezeichnet das Verhältnis der Blutsverwandtschaft innerhalb einer vaterrechtlich organisierten Gruppen, die in germanischer Zeit eine historische Bedeutung hatten. Die Sippe ist damit ein unscharfer Begriff für die Gesamtheit der Blutsverwandtschaft und Schwägerschaft einer Person in auf- und absteigender Linie, einschließlich der Seitenverwandten, ihrer Ehepartner und Nachkommen.

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Quellennachweis:
Hegler, Gustav: Eickel-Wanne einst und jetzt, Siegen 1903.
Tagespresse Wanne-Eickeler Zeitung aus dem Jahre 1954.
Wikipedia.org./sippe

Bildnachweis: Sammlung Heinrich Lührig.
Kartenauszüge, mit freundlicher Genehmigung durch das Kataster- und Vermessungsamt der Stadt Herne.



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