Wanne-Eickel-Historie


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Kotten Beckebaum

Höfe und Kotten

Kotten Beckebaum


Der Kotten Beckebaum lag in der Gemarkung Röhlinghausen, Flur I, genannt Röhlinghausen, in etwa auf dem jetzigen Betriebsgelände des Busunternehmers Anton Graf, nördlich der Edmund-Weber-Straße. Der Kotten Beckebaum hatte eine Größe von ca. 1/2 Morgen
* und zählte zu den 14 kleineren Köttern in Röhlinghausen. Da der Ertrag des Kotten* nicht für den Lebensunterhalt ausreichte, verrichtete der Kötter zusätzlichliche Arbeiten wie Hirtendienste oder als Knecht auf den Nachbarhöfen der Vollbauern.

Es ist anzunehmen, dass die Hofstelle als Kötterstelle vom Grundbesitz eines anderen Hofes abgeteilt und neu gebildet wurde. Der Grund und Boden erstreckte sich von der Bochumer Straße, heute Edmund-Weber-Straße bis hin zur Violinenstraße, der heutigen Burgstraße.

In der französischen Grundsteuerveranlagung
* von 1810 wird unter anderen auch ein Beckebaum namentlich genannt. Im Jahre 1822 taucht der Name Beckebaum in einer Liste des Schulte zu Eickel, für rückständige Grundsteuern der Cranger Heide, auf. In einem Adressbuch für die Ämter Wanne und Eickel aus dem Jahre 1906 finden wir einen Heinrich Beckebaum, ausgewiesen als Bergmann, wohnhaft an der Bochumer Straße 1.

Das Kötterhaus ist im Jahre 1958 der Spitzhacke zum Opfer gefallen. Festzustellen ist auch, dass der Busunternehmer Anton Graf im Jahre 1937 ein Teil des Grundstückes in der heutigen Edmund-Weber-Straße ankaufte.

Ausschnitt der Gemarkung Röhlinghausen nach einer Urkatasterkarte von 1823, gezeichnet mit den Höfen und Kotten. Der Hofname Beckebaum ist rot unterlegt und befindet sich in der alten Gemarkung Flur I, genannt Röhlinghausen. Der Name des Kotten Bekebaum* ist ohne c geschrieben.

Der Kotten Beckebaum (Bild undatiert) lag in etwa auf dem jetzigen Betriebsgelände des Busunternehmers Anton Graf, nördlich der Edmund-Weber-Straße.

*Anmerkung

Der Holländische
Morgen beträgt ca. 2500 Quadratmeter. Das Flächenmaß schwankte von Region zu Region. Kotten oder kleines Wohnhaus, waren Höfe deren Landbesitz meist nur 15 Morgen betrug. Da der Ertrag häufig nicht für den Lebensunterhalt ausreichte, verrichteten sie meist arbeiten als Tagelöhner auf Nachbarhöfen. Im Unterschied zu den Heuerlingen waren Kötter keine Mieter, sondern selbstständige Hausbesitzer. Grundsteuerveranlagung von 1810. Am 27. Oktober 1810 wurde eine Verordnung zur Grundlage für die Einführung einer allgemeinen Grundsteuer festgelegt. Nach dieser Absichtserklärung wurde mit den Gesetzen vom 21. Mai 1861 die gesetzliche Grundlage für die Einführung einer allgemeinen Grundsteuer geschaffen. Bekebaum - Beke bezeichnet man im mittelniederdeutsch als einen Bach.



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Quellennachweis:
Adressbuch für die Ämter Wanne und Eickel, 1906.
Straßen und Hausnummer-Verzeichnis der Gemeinde Röhlinghausen. Wanne 1909.
Hegler, Gustav: Aus der Väter Tagen, Wanne 1911.
Lührig, Heinrich, Schmitz, Gerhard: Röhlinghausen Wanne-Eickel III, Geschichte und Geschichten aus einem Stadtteil der südlichen Emscherregion, Erlauscht und erlebt, gesammelt und nacherzählt. Herne 1995.
Lührig, Heinrich, Schmitz, Gerhard: Röhlinghausen in alten Ansichten, Zaltbommel/Niederlande 1998.
Interview mit Jörg Volmer aus Röhlinghausen, März 2015.

Bildnachweis: Sammlung Heinrich Lührig.



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