Wanne-Eickel-Historie


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Kotten Balke

Höfe und Kotten

Kotten Balke


Der Kotten Balke lag in der Gemarkung Eickel, Flur I, genannt Eickel, in der heutigen Lohofstraße, neben dem "alten Friedhof".

Der Kotten war einer von vier Erbhof-Kotten im Lohof. Bis zum Jahre 1872 waren die Besitzer Zeitpächter erst der katholischen, dann der evangelischen Kirchengemeinde. Die Bauern zahlten ihre Abgaben in einem sogenannten Vikarienfond, aus dem die Mittel an die Geistlichen der Kirche verteilt wurden. An Abgaben musste der Kotten Balke 4 Scheffel
* Roggen, 4 Scheffel Gerste, 2 Gänse, 4 Hühner und 4 Handdienste aufbringen. Die Handdienste mussten auf dem Pastorat geleistet werden.

Aufgrund der Reformen von Stein und Hardenberg (1807-1812) konnten sich die Bauern dann mit einer Zahlung des 25-fachen Jahresabgabenbetrages freikaufen.

Georg Wilhelm Balke, Kötter und Leinenweber, bekam als Besitzer des "Pette-Kottens" den Beinamen Pette, nach alter westfälischer Hofsitte. Seine Frau war Maria Katharina geborene Beuckenberg, aus Gelsenkirchen-Schalke.

Der Kotten wurde 1796 erbaut und trug folgende Deelentorinschrift:

Abbrechen und Aufbauen hat seine Zeit. Laß Dir vorm Tode nicht grauen, bau für die Ewigkeit. Balke 21. Juni 1796.


Der Kotten Pette-Balke in der heutigen Lohofstraße, neben dem "alten Friedhof", aufgenommen um 1906.

Der Kotten Pette-Balke in der heutigen Lohofstraße vom Friedhof aus gesehen im Jahre 1932.

In einem Adressbuch für die Ämter Wanne und Eickel aus dem Jahre 1906 finden wir einen August Balke, ausgewiesen als Landwirte, wohnhaft in der Lohof(f)straße 3. Unter gleicher Adresse waren auch Heinrich, Ida und Gustav Balke verzeichnet.

Der Kotten wurde durch einen Fliegerangriff im September 1944 vollständig zerstört. Anfang 1950 wurde auf dem einstigen Kotten ein Einfamilienhaus errichtet.



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*Anmerkung: Scheffel ist ein altes Raummaß, das zur Messung von Schüttgütern wie zum Beispiel Getreide benutzt wurde und deshalb auch Getreidemaß genannt wurde. Die Größe eines Scheffels war von Region zu Region sehr unterschiedlich. Weiterhin bezeichnet ein Scheffel eine alte landwirtschaftliche Flächeneinheit.

Quellennachweis:
Adressbuch für die Ämter Wanne und Eickel, 1906.
Beckmann, Franz: Das Martinsbuch. Eickel 1769-1853. Eickel 1925.
Tagespresse: 1949, 1950.
Keinhorst, Hermann: Eickel vom Jahre 774 bis zur Neuzeit. Wanne-Eickel 1965.
Lührig, Heinrich, Zimmerman, Peter: Eickel, ein Heimatbuch in Bildern. Herne 1982.
Interview mit Maria Weber-Keinhorst aus Eickel, Juni 1999.

Bildnachweis: Sammlung Heinrich Lührig.



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