Wanne-Eickel-Historie


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Kotten Abendroth

Höfe und Kotten

Kotten Abendroth


Der Kotten Abendroth lag in der Gemarkung Holsterhausen, Flur II, genannt Essmann, an der Horststraße in Höhe der Hausnummer 28 in Holsterhausen.

Im Jahre 1810 wird Diedrich Abendroth zu Holsterhausen zur Grundsteuer-Veranlagung herangezogen. Die Größe seines Anwesen wird mit 2 Morgen
* und 381 Ruten* angegeben. Für die rückständige Grundsteuer der Cranger Heide im Jahre 1842 wird Diedrich Abendroth zu 6 Stüber* veranlasst.

Der Kotten gehörte Scharpwinkel der hier eingeheiratet hatte. Der Kotten behielt weiter seinen alten Namen
*, denn erlosch die Geschlechtsreihe auf einem der Höfe im Mannesstamme, so nahm der Ehemann der Erbtochter den alten Hofname an. Der "neue" Bauer Scharpwinkel hieß nun: Scharpwinkel, genannt Abendroth.

Heinrich Scharpwinkel genannt Abendroth errichtete im Jahre 1846 den "neuen" Kotten. Die Höfe Schumacher und Schlenkhoff gehörten zur Nachbarschaft des Kottens an der Horststraße. Üppige Weiden waren dem Bauerhaus vorgelagert. Die Scheunentorinschrift lautete:

"Wohl dem, der den Herrn fürchtet… Reichtum und Fülle wird in diesem Hause sein" Anna Elisabeth Surhoff zu Werne und Heinrich Scharpwinkel genannt Abendroth.

Vier Generationen gehörten zum einstigen Scharpwinkel-Kotten in Holsterhausen. Jede Generation weist einen Sohn auf. Im Jahre 1952 verstarb Gustav Scharpwinkel im Alter von 52 Jahren. Er war der letzte Landwirt dieses Hofes.

Am 4. März 1945, es war der letzte Bombenangriff auf Wanne-Eickel, zerstörte ein Volltreffer den Kotten Scharpwinkel an der Horststraße und legte ihn in Schutt und Asche. Das Vieh verbrannte in den Flammen. Nach dem Krieg entstand hier ein massives Wohngebäude mit Büro für den Kohlehandel der Familie Scharpwinkel. Die Ländereien wurden zum größten Teil an die Hibernia AG verkauft.

Ausschnitt einer Übersichtskarte der Städte Gelsenkirchen und Herne aus den Jahre 1842. Der Hofname Abendroth ist rot unterlegt. Der Kotten befand sich an der Horststraße 28.

Der Kotten Scharpwinkel genannt Abendroth mit Nebengebäuden in Holsterhausen vor 1945.

*Anmerkung:

Morgen ist ein Flächenmaß von 2500 bis 3500 Quadratmetern. Das Maß wurde durch jene Fläche bestimmt, die mit einem Pferde- oder Ochsengespann an einem Morgen pflügbar war. Der Morgen wurde meist als Rechteck mit Seiten einer geraden Anzahl lokaler Ruten festgelegt, da beim Pflügen das Wenden möglichst vermieden werden sollte. Das Flächenmaß schwankte von Region zu Region. Rute ist ein Längenmaß das zwischen 3,6 bis 5 Meter beträgt. Das Flächenmaß schwankte von Region zu Region. Stüber war in Westfalen eine Kleingroschenmünze ab dem 15. Jahrhundert bis zum Anfang des 19. Jahrhunderts. Der Hof vererbte sich vom Vater auf den Sohn, und wenn die männliche Geschlechterreihe erloschen war, nahm der Ehemann der Erbtochter den alten Namen des Hofes an.


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Quellennachweis:
Hegler, Gustav: Eickel-Wanne einst und jetzt, Siegen 1903.
Adressbuch für die Ämter Wanne und Eickel, 1906.
Hegler, Gustav: Aus der Väter Tagen, Bilder zur Heimatkunde von Eickel-Wanne, Wanne 1911.
Tagespresse von 1954: "Scharpwinkels Hof sank in Schutt und Asche".
http://www.staatliche-muenzsammlung.de

Bildnachweis:
Sammlung Heinrich Lührig.
Preußische Kartenaufnahme von 1842. Original im Besitz der Staatsbibliothek, Preußischer Kulturbesitz.
Kartenauszüge, mit freundlicher Genehmigung durch das Kataster- und Vermessungsamt der Stadt Herne.



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