Wanne-Eickel-Historie


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Kolonie Pluto

Gebäude

Die Kolonie Pluto


Die Zeche Pluto-Thies begann schon 1870, also fünf Jahre früher als die Nachbarzeche Königsgrube, mit dem Bau ihrer ersten Kolonie am Distelkamp, der früheren Wilhelm- (1898) und Pionierstraße (1913). Sie erweiterte diese Siedlung dann in den Jahren 1884/85 bis 1907 nach Norden hin zur Zeche Pluto-Thies. Dabei kam es zur Bebauung an der Röhlinghauser Straße und Plutostraße. Planung und Ausführung lagen in den Händen des Baubüros Henkel.

Die Siedlung liegt heute zwischen Wakefieldstraße und dem Röhlinghauser Zentrum. Das Erscheinungsbild dieser Kolonie I der Zeche Pluto ist nicht einheitlich. Es wechseln einfache Arbeiterhäuser, die ursprünglich für vier Familien gebaut worden sind, mit aufwendiger gestalteten Bauten. Auch hier kann man an den ersten Häusern den Kreuzgrundriß erkennen. Es lohnt ein Vergleich mit den Häusern der Zeche Königsgrube aus dem Jahre 1875 in der "Alten Kolonie".

Doch wie sahen die Wohnungen aus?
Der zentrale Raum für alle war die Wohnküche. Hier heizte ein Küchenofen die gute Stube. Es war der einzige beheizte Raum. Hier traf man sich zum Essen und zum "Tratsch". Die anderen Räume dienten als Schlafzimmer für die Eltern, für die Kinder und für den Kostgänger, falls vorhanden.


Koloniehäuser an der Ecke zur Plutostraße und Röhlinghauserstraße aufgenommen im Jahre 1978. Diese Häuser wurden um 1990 abgerissen und durch neue Eigenheime ersetzt.

Koloniehäuser an der Plutostraße mit der Hausnummer 91 links im Bild und 97 rechts im Bild aufgenommen im Sommer 2015.

Koloniehäuser im Distelkamp mit der Hausnummer 25-27 links im Bild und 29-31 rechts im Bild aufgenommen im Sommer 2015.

Koloniehäuser im Distelkamp mit der Hausnummer 33-35 links im Bild und 39-37 rechts im Bild aufgenommen im Sommer 2015.

Koloniehäuser der Zeche Pluto-Thies an der Ecke Röhlinghauser Straße Plutostraße aufgenommen im Jahre 1978 und im Sommer 2015.

Koloniehäuser Ecke Distelkamp und Röhlinghauser Straße 70-68 links im Bild und Plutostraße 71 rechts im Bild aufgenommen im Sommer 2015.

Das Belegrecht in den VEBA-Häusern hatte die RAG. Es wohnen aber auch ehemalige Betriebsangehörige hier zur Miete. Später gehören die rund 150 Wohnungen der VEBA Wohnstätten AG. Heute befinden sich die Häuser im Privatbesitz.

In unmittelbarer Nachbarschaft von Schacht Pluto 5, im südwestlichen, an Gelsenkirchen-Hüllen grenzenden Stadtgebiet, liegt die Röhlinghauser Kolonie II der Zeche Pluto. Sie entstand innerhalb einer fast fünfzigjährigen Bauzeit von 1875 bis 1922. Die lange Entstehungszeit ist ein Grund dafür, dass die Siedlung kein einheitliches städtebauliches Bild besitzt. Nur die Rolandstraße macht eine rühmliche Ausnahme. Die meist für vier Familien erbauten Gebäude zeigen wechselnde Gestaltungsprinzipien. Hauptbauherr war die Aktiengesellschaft Schalker Gruben- und Hüttenverein, Zeche Pluto. Das Baubüro Henkel sorgte auch hier für die Planung und Bauausführung. Verstärkte Baujahre waren 1875/76, 1899, 1902-1906, 1919-1922. Die rund 250 Wohnungen liegen hauptsächlich an der Rolandstraße und Römerstraße, der Tiefenbruchstraße, der Heinrich-Kämpchen-Straße und Humboldtstraße. Der Hüller Bach, ein Abwasserkanal, und die angrenzenden Eisenbahnlinien belasten die Siedlungsbewohner durch Geruch und Lärm. Es sind, wie man heute zu sagen pflegt, reviertypische Emissionsbelastungen. Die günstige Miete und die vom Durchgangsverkehr befreiten Wohnstraßen boten jedoch eine Wohnumfeldqualität, die in Neubauten niemals vorhanden waren.


Auf damals noch freiem Feld entstand 1906 diese Aufnahme der Pluto Kolonie zwischen Tiefenbruchstraße und Humboldstraße. Für die Bauausführung und Planung dieser Kolonie sorgte das Baubüro Henkel. Beim Anblick dieser Zechenhäuser ist der charakteristische Kreuzgrundriß deutlich zu erkennen. Die Häuser wurden von vier Familien bewohnt. Die Eisengerüste gehörten zur Lorenbahn, auf der der Koks von der Zeche Pluto-Thies zu den Hochöfen der Gelsenkircher Eisenwerke im Ortsteil Hüllen transportiert wurde.

Blick über den noch nicht regulierten Hüller Mühlenbach, später kanalisierter Abwasserkanal zur Emscher, in der Pluto Kolonie um 1910. Links zu erkennen das Haus Rolandstraße 88. Der Hüller Bach ist der größte linksseitige Zufluß der Emscher, der jedoch erst unterhalb der Kläranlage Bochum-Hordel nach der Einmündung von Marbach und Hofsteder Bach den Namen Hüller Bach trägt, bis dahin Goldhammer Bach heißt. Der Hüller Bach, der an der Grenze Röhlinghausen und Gelsenkirchen-Hüllen in die Emscher mündet, ist als "Köttelbecke" im Volksmund besser bekannt.

Koloniehäuser der Zeche Pluto-Thies in der Rolandstraße 28-26 links im Bild und 40-38 rechts im Bild aufgenommen im Sommer 2015.

Koloniehäuser der Zeche Pluto-Thies in der Rolandstraße 80-78 links im Bild und 61-63 rechts im Bild aufgenommen im Sommer 2015.

Koloniehäuser in der Römerstraße 1-3 links im Bild und 4-6 rechts im Bild aufgenommen im Sommer 2015.

Kononiehäuser in der Tiefenbruchstraße aufgenommen um 1925.

Blick in die Tiefenbruchstraße auf das Eckhaus mit der Nr. 46 im Jahre 1978.

Koloniehäuser in der Tiefenbruchstraße 23-21 links im Bild und 29-31 rechts im Bild aufgenommen im Sommer 2015.

Koloniehäuser in der Tiefenbruchstraße 52 links im Bild und 11 rechts im Bild aufgenommen im Sommer 2015.

Koloniehäuser in der Humboldstraße aufgenommen im Sommer 2015.

Als man 1953 Schacht 3 der Zeche Pluto-Wilhelm umbaute und für eine Tagesförderung von 2.500 Tonnen herrichtete, erhöhte man die Belegschaft um 1.500 Mann. Der Wohnungsbau wurde deshalb mit ERP-Mitteln (European Recovery Programm) gefördert. Die Eigenheimsiedlungen an der Heinrich-Imbusch-Straße und Neubauten an der Friedrichstraße, Görresstraße und Gelsenkircher Straße sind Zeugen aus dieser Zeit.

Eigenheimsiedlung in der Heinrich-Imbusch-Straße 13-15 links im Bild und Bulmkerstraße 20-18 rechts im Bild aufgenommen im Sommer 2015.

Eigenheimsiedlung an der Gelsenkircher Straße 188-186 links im Bild und 192-190 rechts im Bild aufgenommen im Sommer 2015.

Wohnungsbau Anfang der 1950 Jahre in der Friedrichstraße mit der Hausnummer 6. Diese Häuser wurden mit ERP-Mitteln (European Recovery Programm) gefördert.

Koloniehäuser in der Friedrichstraße mit der Hausnummer 10 a. und b. aufgenommen im Sommer 2015.

In Zechennähe an der Plutostraße liegen repräsentative Beamtenhäuser. Die Anordnung der Häuser inmitten von Grundstücken erlaubte hier die Anlage von baumbepflanzten Vorgärten und Gartengrundstücken.

Blick in die Plutostraße von der Eisenbahnunterführung nach Norden auf die Zeche Pluto-Thies um 1920. Der gleiche Ansicht im Sommer 2015.

Beamtenhäuser der Zeche Pluto-Thies an der Plutostraße 24-22 links im Bild und 18-16 rechts im Bild aufgenommen im Sommer 2015.

Beamtenhaus der Zeche-Pluto-Thies mit der Hausnummer 14 aufgenommen im Sommer 2015.


Quellennachweis: Lührig Heinrich / Schmitz Gerhard: Röhlinghausen Wanne-Eickel III, Geschichte und Geschichten aus einem Stadtteil der südlichen Emscherregion, Erlauscht und erlebt, gesammelt und nacherzählt, 2. Erweiterte Auflage, Herne 1997, S. 76 ff.
Lührig Heinrich / Schmitz Gerhard: Röhlinghausen in alten Ansichten, Zaltbommel Niederlande 1998.

Fotonachweis: Heinrich Lührig



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