Wanne-Eickel-Historie


Direkt zum Seiteninhalt

Kolonie Königsgrube

Gebäude

Die Kolonie Königsgrube


Als man 1875 mit dem Bau von Werkswohnungen begann, betrug die Belegschaftsstärke der Zeche Königsgrube 800 Mann. Die ersten Koloniehäuser, im Volksmund "Alte Kolonie" genannt, entstanden an der Westseite der Hannoverstraße, Am Bollwek, im Südteil der Gustavstraße, im Hasenhorst sowie in der Eisenstraße.

Im Jahre 1882 entschloss sich die Verwaltung der Zeche Königsgrube zum Bau von Werkswohnungen in der Straße Im Lakenbruch. An allen diesen Häusern kann man noch den alten, unveränderten Typ des Koloniehauses feststellen. Sie zeigen den Kreuzgrundriss. Die Häuser sind ursprünglich für vier Familien gebaut worden, zwei Wohnungen nach vorn zur Straße, zwei nach hinten. Es sind eineinhalbgeschossige Doppelhäuser mit seitlichem Stallanbau, die entlang einer geraden Straße errichtet wurden. Die Dachaufbauten oder Zwerchhäuser, welche die oberen großen Mittelzimmer heller und freundlicher machten, stammen teilweise aus späteren Jahren. Oftmals waren in diese Häuser nicht einmal alle Kellerräume richtig ausgebaut. Um den Bedürfnissen der damaligen Zeit Rechnung zu tragen, wurden alle Häuser mit etwa 30 Ruten Gartenland umgeben und ein Kleinviehstall neben dem Abort eingebaut. Eine Quadratrute hatte 14 Quadratmeter. Jede Familie bekam etwa 6 bis 8 Ruten Gartenland. In den Ställen wurden Schafe, Ziegen, Hühner, Schweine und Kaninchen gehalten. Auf den Dachböden der Koloniehäuser waren die Taubenschläge eingebaut.


Bauzeichnungen für die Häuser aus der Königsgruber Kolonie aus den Jahren 1902-1906.

Hochansicht der Koloniehäuser in der Südstraße, heute Im Lakenbruch von der Hannoverstraße aus gesehen um 1930. Die Häuser waren mit einem Abortanbau, im Volksmund "Plumsklo" inklusive dahinterliegende Jauchegrube ausgestattet. Im Hintergrund die Zeche Königsgrube.

Eine andere Perspektive der Koloniehäuser Im Lakenbruch, mit dem Haus 2/4 und den Wohnungen 2b und 4b um 1930.







Koloniehäuser aus der Siedlung in der Südstraße, heute Im Lakenbruch aufgenommen im Jahre 1963.








Nachbarschaft in der Bergmannssiedlung. Diese Aufnahme entstand im Jahre 1956 in der Königsgruber Kolonie Im Lakenbruch.





Zwischen den Stall- und Abortanbauten der Koloniehäuser konnte man wunderbar spielen, wie diese Aufnahme aus dem Jahre 1956 zeigt. Für Kinder waren die autofreien Arbeitersiedlungen ein wahres Paradies und ein einziger großer Spielplatz. Dieses Foto stammt aus der heutigen Straße Im Lakenbruch. (siehe auch: Kinderspiele aus der Kolonie)

Ansicht der Zechenkolonie Im Lakenbruch aufgenommen im Sommer 2008. Der Straßenname erinnert an das Gut Lakenbruch. Die Lake ist eine seichte Wasserstelle, ein Sumpf. Da in der Nähe auch der Hüller Bach floss, ist anzunehmen, dass der Lakenbruch ein Sumpfgelände gewesen ist, das an einer seichten Stelle des Hüller Baches lag.

Die ehemaligen Koloniehäuser: Hannover Straße Straße und Im Lakenbruch befinden sich heute im Privatbesitz und stehen seit 1991 und 1993 als denkmalgeschüzte Einzelbauwerke unter Denkmalschutz.

Im Jahre 1898 baute die Zeche in der Gudrun- und Siegfriedstraße eine weitere Kolonie mit ursprünglich 31 Gebäude, die im Volksmund "Schübbekolonie" genannt wurde. Schübbe war eine der ältesten Gastwirtschaften in Röhlinghausen, die in der Nähe dieser Kolonie an der damaligen Bochumer Straße, heute Edmund-Weber-Straße lag.




Blick vom Stapelweg zur Edmund-Weber-Straße aufgenommen um 1950. Die Behelfswohnungen, im Volksmund "Nissenhütten" genannt wurden Mitte der 1980iger Jahre durch eine Neubausiedlung ersetzt.






Die im Krieg entstandenen Behelfsheime am Bremsbergweg, heute Haspelweg um 1955 und am Stapelweg um 1970.


Koloniehäuser der Gudrunstraße aufgenommen im Jahre 1955.



Blick von der Edmund-Weberstraße in die Gudrunstraße im Jahre 1973. Foto: Walther Müller.


Koloniehäuser der Gudrunstraße aufgenommen im Jahre 1995.







Blick von der Halde Königsgrube in die Gudrunstraße im Jahre 1995.


















Koloniehäuser der Siegfriedstraße aufgenommen im Jahre 1995.













Neubauten am Stapelweg aufgenommen im Sommer 2008.











Koloniehäuser in der Gudrunstraße, rechts im Bild mit den Hausnummern 7-8 aufgenommen im Sommer 2008.











Koloniehäuser in der Siegfriedstraße, rechts im Bild mit den Hausnummern 1-3 aufgenommen im Sommer 2008.










Blick von der Edmund-Weber-Straße auf die Koloniehäuser Ecke Gudrunstraße 163 links im Bild und Siegfriedstraße 167, rechts im Bild aufgenommen im Sommer 2008.


Nach Stilllegung der Zeche Königsgrube wurden die Siedlungshäuser in den 1980er und 1990er Jahren einzelprivatisiert. Zahlreiche Um- und Ausbauten veränderten in den Folgejahren das Erscheinungsbild der nicht denkmalgeschützten Siedlung erheblich.

Einen "neueren Baustil" zeigen die Häuser aus der Zeit zwischen 1899 und 1908 im Nordteil der Gustavstraße, im Hasenhorst, an der Frieda- und der Hofstraße, sowie der Rheinischen Straße.



















Koloniehäuser im Hasenhorst mit der Hausnummer 13-15 rechts im Bild aufgenommen im Jahre 1955.

Blick in die Roonstraße, heute Rheinische Straße um 1906. Beginnend mit der Hausnummer 40 links, zeigt es die Zechenkolonie der Zeche Königsgrube in Richtung Kurze Straße und Hofstraße. Die Ziegelsteine der Koloniehäuser stammen fast alle aus der eigenen Dampfziegelei der Zeche Königsgrube. Die Siedlungshäuser wurden im Jahre 1993 in der Denkmalsliste der Stadt Herne aufgenommen.

Ansicht der Koloniehäuser Gustavstraße 2 und 4, aufgenommen im Jahre 1963. Dieses Doppelhaus wurde früher von vier Bergarbeiterfamilien bewohnt. Das Wort "Kolonie" ist ursprünglich die besitzrechtliche Bezeichnung für die Arbeitersiedlung eines Betriebes. Ein einheitlicher Grund- und Aufriß sorgte für die gleichförmige Sonderform dieses Siedlungstyps. Bauweise und Größe sind ein Spiegelbild der Zeit, in der sie errichtet wurden.







Koloniehäuser in der Friedastraße mit den Hausnummern 10-8 links im Bild und 21, 19 und 17, rechts im Bild.



Koloniehäuser in der Gustavstraße mit den Hausnummern 21 a, b. und c, links im Bild, aufgenommen im Sommer 2008.




In der Mitte des Hauses der Spruch: "Glück Auf" mit dem Symbol Schlegel und Eisen im Zierrat.






Koloniehäuser in der Gustavstraße mit den Hausnummern 17-19 links im Bild und 22 b, c, d, aufgenommen im Sommer 2008.






Koloniehäuser im Hasenhorst mit den Hausnummern 7a, 11, 10 und 9 links im Bild und 27a. und b. aufgenommen im Sommer 2008.






Koloniehäuser im Hasenhorst mit den Hausnummern 13-15 aufgenommen im Sommer 2008. In der Mitte des Hauses das Symbol Schlegel und Eisen im Zierrat.






Koloniehäuser in der Rheinischenstraße aufgenommen von der Günnigfelder Straße in Richtung Hofstraße im März 2008.






Koloniehäuser in der Hofstraße mit den Hausnummern 10-9 links im Bild und 27-29 rechts im Bild aufgenommen im Sommer 2008.






Koloniehäuser in der Hofstraße mit den Hausnummern 23-25 aufgenommen im Sommer 2008. In der Mitte des Hauses das Symbol Schlegel und Eisen.






Koloniehäuser in der Eisenstraße mit den Hausnummern 13 b. und a. links im Bild und 6 und 8 rechts im Bild, aufgenommen im Sommer 2008.


Vierfamilienhäuser an der Günnigfelder Straße entstanden im Jahre 1911. Im Bogen Richtung Hüller Bach stehen Zweifamilienhäuser, die 1914 erbaut wurden. Sie ähneln im Baustil den Häusern in der Siedlung "Dahlhauser Heide" in Bochum-Hordel. Sie sind identisch mit Entwürfen, die der Krupp-Architekt Robert Schmohl (1855-1944) für die zwischen 1907 und 1912 errichteten Siedlung in Datteln-Beisenkamp entworfen hatte. Insgesamt wurden so 215 Arbeiterhäuser in eineinhalbgeschossiger und zweieinhalbgeschossiger Höhe gebaut.

Ansicht der 1914 fertiggestellten Koloniehäuser an der Günnigfelder Straße aufgenommen im Jahre 1955. Mietvertrag für die Werkswohnung Günnigfelder Straße 21, ausgestellt am 9. April 1957. Die Werkswohnung bestand aus vier Räumen mit Zubehör. Die Miete betrug für Werksangehörige monatlich 38,76 DM ohne Wassergeld.













Die Vierfamilienhäuser an der Günnigfelder Straße aufgenommen im Jahre 1955. Die Häuser entstanden im Jahre 1911.






Koloniehäuser in der Günnigfelder Straße mit den Hausnummern 14-12 links im Bild und 23 a. und b. rechts im Bild, aufgenommen im Sommer 2008.






Koloniehäuser in der Günnigfelder Straße mit den Hausnummern 27 a. und b. links im Bild und 29-31 rechts im Bild, aufgenommen im Sommer 2008.






Koloniehäuser in der Straße Am Bollwerk mit den Hausnummern 31 a. und b. links im Bild und 42 a. rechts im Bild, aufgenommen im Sommer 2015.



Die Koloniehäuser: Gustavstraße, Hasenhorst, Frieda, Günnigfelder, Eisen- und Hofstraße, sowie Am Bollwerk, der Rheinischen Straße und Im Lakenbruch befinden sich heute im Privatbesitz und stehen seit 1991 als denkmalgeschüzte Einzelbauwerke unter Denkmalschutz.


Quellennachweis: Lührig Heinrich / Schmitz Gerhard: Röhlinghausen Wanne-Eickel III, Geschichte und Geschichten aus einem Stadtteil der südlichen Emscherregion, Erlauscht und erlebt, gesammelt und nacherzählt, 2. Erweiterte Auflage, Herne 1997, S. 67 ff.
Lührig Heinrich / Schmitz Gerhard: Röhlinghausen in alten Ansichten, Zaltbommel Niederlande 1998.

Fotonachweis: Heinrich Lührig


zurück...


Zurück zum Seiteninhalt | Zurück zum Hauptmenü