Wanne-Eickel-Historie


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Kaiser-Friedrich Denkmal

Denkmäler

Kaiser-Friedrich-Denkmal in Wanne-Süd


Auf dem heutigen Steinplatz in Wanne-Süd, dem ehemaligen Kaiser-Friedrich-Platz stand bis im Juli 1942 ein Denkmal zu Ehren Kaiser Friedrich III. (1831 – 1888, er war der 99 Tage Deutscher Kaiser).

Mit dem Ziel, ein Kaiser-Friedrich-Denkmal zu schaffen, hatte sich am 4. Juni 1904 ein Denkmalkomitee gebildet. Nachdem Spenden in ausreichender Höhe von der Bürgerschaft und der Industrie gesammelt waren, wurde der Auftrag an den Berliner Bildhauer Emil Cauer (1867 – 1946, Schöpfer einer großen Reihe von Monumentalwerken) vergeben. Mit der Aufstellung des Denkmals wurde der Bauunternehmer August Franke beauftragt. Das Denkmal bestand aus einem 2,75 Meter hohen bronzenen Standbild das auf einem 2,90 Meter hohen Granit Postament stand. Die Vorderseite des Sockelwürfels trug die Inschrift „KAISER FRIEDRICH“. Am 19. Oktober 1913 wurde zum Gedenken an die hundertjährige Wiederkehr der Völkerschlacht zu Leipzig das Denkmal enthüllt. Vor einer großen Anzahl an Festteilnehmern hielt der Vorsitzenden des Denkmalausschusses Amtmann Friedrich Winter die Eröffnungsansprache.


Das Kaiser-Friedrich-Denkmal um 1930.


Im Juli 1942 wurde das Standbild ein Opfer des Zeitgeschehens. Es wurde demontiert und im Rahmen der nationalsozialistischen „Metallspendenaktion“ zu Rüstungszwecke eingeschmolzen. Der Sockel des Denkmals fiel nach 1945 der Spitzhacke zum Opfer fiel.


Das Denkmal wurde im Jahre 1934 restauriert.

Aufmarsch der Nationalsozialisten im Jahre 1936.

Fotonachweis: Bildstelle der Stadt Herne.

Der ehemalige Standort des Denkmals,
der heutige Steinplatz im März 2009.


Historische Anmerkung

Zur Person: Friedrich Wilhelm Nikolaus Karl von Preußen

Friedrich III., mit vollem Namen Friedrich Wilhelm Nikolaus Karl von Preußen (* 18. Oktober 1831 im Neuen Palais in Potsdam; † 15. Juni 1888 im Neuen Palais in Potsdam), war 99 Tage Deutscher Kaiser und König von von Preußen. Er war preußischer Feldherr im Deutschen und im Deutsch-Französischen Krieg.

Kaiser Friedrich der III., wurde als Kronprinz Friedrich Wilhelm am 18. Oktober 1831 in Potsdam geboren. Im Unterschied zu seinem monarchistisch orientierten Vater zeigte er offen Verständnis und Sympathie für die bürgerlichen liberalen Strömungen der Zeit. Diese Einstellung, die in der Konsequenz die monarchistische Vorherrschaft in Frage stellte, führte schließlich 1862 zu offenen Meinungsverschiedenheiten mit Bismarck. In seiner liberalen Grundhaltung wurde er durch seine Frau, der britischen Prinzessin Viktoria bestärkt, der der militant forsche Habitus der preußischen Aristokratie stets fremd blieb. Sie zog es vor die herausragenden liberalen Geister Deutschlands um sich und ihren Mann zu versammeln.
Hätte Friedrich Wilhelm nur gewollt, wäre er bereits in frühen Jahren zum preußischen König gekrönt worden. Denn bereits 1862, genau am 17. September hatte sein Vater, König Wilhelm I. angesichts unüberbrückbarer Meinungsverschiedenheiten mit dem Parlament zur Abdankung entschlossen und seinen Sohn um die Übernahme des Königsthrons gebeten. Während dieser noch aus Loyalität und Respekt vor seinem Vater zögerte, telegrafierte der damaligen Verteidigungsminister Roon seinem Protege, dem Grafen Bismarck, das seine Stunde gekommen sei. dieser brach darauf hin seinen Spanienurlaub ab und traf nach 25stündiger Bahnfahrt in Berlin ein. Roon gelang es eine Audienz für Bismarck beim König zu arrangieren, der dieser nur sehr zögerlich und gegen den entschiedenen Rat seiner Frau und enger Mitarbeiter zustimmte. Aber schließlich, was hatte er in dieser verfahrenen Situation zu verlieren.
Am 22. September empfing Wilhelm I. Bismarck in seiner Sommerresidenz in Babelsberg und ernannte ihn, nachdem man sich über die Grundlinie der Politik geeinigt hatte, nicht nur zum preußischen Ministerpräsidenten, sondern auf Bismarcks ausdrücklichen Wunsch auch zum Außenminister. Bismarck hielt, was man sich von ihm erhofft hatte, und Wilhelm I. regierte 26 weitere Jahre als preußischer König. Als nach seinem Tod, 1888 sein Sohn Kronprinz Friedrich Wilhelm zu preußischen König gekrönt wurde, war dieser bereits so schwer an Kehlkopfkrebs erkrankt, das er nicht mehr sprechen konnte, und die 99 Tage bis zu seinem Tod nur noch unter größten Schmerzen regieren konnte.


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Quellennachweis: 50 Jahre Amt Wanne. Lührig, Heinrich: Wanne-Eickel, Ausflug in die Vergangenheit, 1984. Lührig, Heinrich: Wanne-Eickel in alten Ansichten, 1992. www.deutschlanddokumente.de
Fotonachweis: Sammlung Heinrich Lührig



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