Wanne-Eickel-Historie


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Hubert Optelaak & Sohn OHG

Firmen mit Tradition

Optelaak – Hochofenschlacken


Am 1. April 1871 wurde die Hubert Optelaak & Sohn OHG geründet. Die Geschichte der Firma Optelaak hat ihre Wurzeln in Essen, im Stadtteil Borbeck. Dorthin hatte es den jungen Holländer Hubert Op de Laak verschlagen. Das mächtig aufblühende Ruhrgebiet hatte in ihm die Vision reifen lassen, sich hier mit einem Bau- und Ziegelleibetrieb eine Existenz aufzubauen.

Ein paar Jahre später kam die Idee, aus Hochofenschlacke Baustoffe herzustellen. Als einer der ersten verarbeitete der junge Unternehmer Hubert Op de Laak die Hochofenschlacke zunächst zu Baustoffe für den Straßen- und Wegebau. Seinen Betrieb errichtete er in Essen, im Stadtteil Borbeck, an der Schlackenhalde der Phoenix AG.

Eine weitreichende Idee, betrachtet man bis heute die bei der Verhüttung von Eisenerzen anfallende Schlacke
* als Abfall, die sich zu Halden "Monte Schlacko" auftürmen.

Neue Verwendungsmöglichkeiten der Schlacke wurden im Laufe der Jahre erprobt. Mit dem Absatz der Schlacke als Gleisbettungsstoff und Betonzuschlagstoff wuchs sein Geschäftszweig.


Briefkopf der Firma Optelaak-Hochofenschlacken im Jahre 1951.

Im Jahre 1928 wurde das Werk in Wanne-Eickel an der Gelsenkirchener Straße 156 an der Schlackenhalde der Eisenwerke Gelsenkirchen AG* errichtet und das Absatzgebiet dadurch weiter nach Westen und Norden ausgedehnt.

Im Jahre 1937 beauftragte der Bochumer Verein
* die Firma Optelaak, auch hier den Absatz der Hochofenschlacke zu übernehmen. Damit wurde die Hubert Optelaak & Sohn OHG mit ihren drei Betrieben in Essen, Julienstraße 11, Wanne-Eickel, Gelsenkirchener Straße 156 und Bochum, Gahlenschestraße 76a zu einen der größten Schlacke verarbeitenden Betriebe im Ruhrgebiet.

Im Zweiten Weltkrieg wurde das Zweitwerk in Wanne-Eickel - später auch Firmensitz durch Bomben stark getroffen. Nach Wiederaufbau konnte das Werk wieder an alte Traditionen anknüpfen.


Die Zufahrt zum Betriebsgelände von der Gelsenkirchener Straße aus gesehen, aufgenommen im Juni 2010.

Die Geschäfte liefen lange Zeit gut, doch es kam der Zeitpunkt, als die aus Schlacke gewonnenen Baustoffe wegen ihrer problematischen schwefelhaltigkeit immer weniger im Straßenbau benutzt wurden. Im Frühjahr 1985 wurde dann an der Gelsenkirchener Straße 156 die letzte Schlacke aufbereitet und das Werk in Wanne-Eickel geschlossen.

Das ehemalige Verwaltungsgebäude der der Firma Optelaak, aufgenommen im Juni 2010.

Der ehemalige Landtagsabgeordnete Frank Sichau setzt sich dafür ein, dass auf dem ehemaligen Optelaak-Gelände einen Landschaftspark entsteht. Auf dem Haldengelände, das als Deponie für Hochofenschlacke genutzt wurde, soll sich die Natur wieder entfalten können. Auf dem Gelände der Verwaltung an der Gelsenkirchener Straße ist eine Wohnbebauung geplant.


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Anmerkung:
Schlacke - Hochofenschlacke ist ein Nebenproduckt des Hochofenprozesses. Die Schlacke entsteht als Gesteinsschmelze bei ca. 1. 500 Grad Celsius im Hochofen als Nebenprodukt von flüssigem Roheisen, das wegen seiner höheren Dichte beim Abstich den Hochofen zuerst verlässt, die leichtere Schlacke folgt. Schlacke die beim Verhüttungsprozess entsteht, besteht größtenteils aus den Begleitmineralen des Eisenerzes und den als Zuschlag verwendeten Schlackenbildnern, wie Kalkstein oder Dolomit. Wenn man diese Schlacke schnell abkühlt, zum Beispiel mit Wasser, erhält man Hochofengranulat. Das Granulat wird unter anderem in der Zementherstellung verarbeitet. In Europa werden pro Jahr ca. 16 Millionen Tonnen Hochofengranulat hergestellt. Eisenwerke Gelsenkirchen AG, das Unternehmen wurde als Schalker Gruben- und Hüttenverein 1872 im Stadtteil Bulmke von Friedrich Grillo und Fritz Friedrich Funke gegründet. Bochumer Verein, entstand im Jahr 1854 aus der Gussstahlfabrik Mayer und Kühne und firmierte zunächst als Bochumer Verein für Bergbau und Gußstahlfabrikation BVG.

Quellennachweis:
Stadt Wanne-Eickel: Fünfundzwanzig Jahre Stadt Wanne-Eickel, Wanne-Eickel 1955.
Tageszeitung aus dem Jahre 2007.
Wikipedia - die freie Enzyklopädie.
Interview mit Frank Sichau aus Wanne, Juni 2010.

Bildnachweis:
Sammlung Heinrich Lührig.



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