Wanne-Eickel-Historie


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Hof Sandforth

Höfe und Kotten

Hof Sandforth


Der Hof Sandforth lag in der Gemarkung Holsterhausen, Flur I, genannt Cranger Heide, im Holsterhauser Feld, an der heutigen Grabenstraße in Höhe der Erich-Fried-Gesamtschule.

Im Jahre 1354 wird erstmals ein "Sandvort" bei einer Beurkundung erwähnt, als Conrad van der Darnburgh (Dorneburg) den Zehnten unter anderem von Henczens "hus to der Sandvort" sowie 12 Pfennig aus dem "hove to Holsterhusen" vom Grafen Johann von Kleve als Mannlehen erhalten hat.

Im Schatzbuch der Grafschaft Mark
* von 1486, werden in Bezug auf "Holsterhuysen", ein "Santvoirt" erwähnt. In der Türkensteuerliste von 1542* wird ein "Sandfurt", im Türkensteuerregister von 1598* ein "Sandthforth" genannt.

Eine weitere Nachricht weist auf das Feuerstättenverzeichnis des Amtes Bochum von 1664
* hin. Hier wird in der "Bauerschaft Holsterhaussen" unter der Grundherrschaft "Haus Grimberg" ein "Sandtfort, Pfächtiger, ein Kötter eine Feuerstätte" genannt.

Im Jahre 1810 wird Georg Sandforth zu Holsterhausen zur Grundsteuer-Veranlagung herangezogen. Die Größe seines Anwesen wird mit 24 Morgen
* und 566 Ruten* angegeben. Sein unmittelbarer Nachbar war der Kötter Dirich Beisemann.

Um 1924 kauft das Amt Wanne den Hof von Wilhelm Bergerhoff, dem Enkel des Landwirts Sandforth und verpachtete den Hof an den Landwirt und Fuhrunternehmer Wilhelm Grabowski. Im Jahre 1927 pachtete der Landwirt Robert Bilk das Anwesen. Die Familie Bilk war dort bis Juni 1967 ansässig.

Im Juli 1967 erfolgte der Abbruch des Wohnhauses. Im Bereich der Scheune und auf dem Wiesengelände wurde im Jahre 1966 die evangelische Volksschule (ab 1986 die Erich-Fried-Gesamtschule, Grabenstr.14) errichtet.


Ausschnitt einer Übersichtskarte der Städte Gelsenkirchen und Herne aus den Jahre 1842. Der Hofname Sandforth ist rot unterlegt.

Ausschnitt einer Übersichtskarte des Kreises Gelsenkirchen aus den Jahre 1902. Der Hofname Sandforth ist rot unterlegt.


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*Anmerkung:

Märkisches Schatzbuch "Schatboick in Mark Anno 1486" wird im Staatsarchiv Münster Aufbewahrt. Es gilt als die wichtigste Geschichtsquelle für die ländlichen Siedlungsverhältnisse in der Grafschaft Mark. Türkensteuerliste des märkischen Amtes Bochum aus dem Jahre 1542. Die Türkensteuer war eine allgemeine Vermögens- und Kopfsteuer, welche zur Deckung der Kosten einer dem Kaiser Friedrich III. gegen die "ungläubigen Türken" zu leistenden bewaffneten Hilfe erhoben wurde. Das sogenannte "Türkengeld" wurde am 10. März 1481 ausgeschrieben, und sollte "nur mit Rat und Wissen derer, so von den Landen hierzu geordnet, ausgegeben und gebrauchet werden." Türkensteuerregister von 1598 für das Amt Bochum. Feuerstätten des Amtes Bochum aus dem Jahre 1664. Für die Kriegskosten des Reiches gegen die Türken erfasste das Amt Bochum die Anzahl der Kamine als Besteuerungsobjekte, dazu die Grundherrschaften, Besitzrechte, Namen, Braukessel und Malzeschen. Diese einzigartige Statistik ist im Original nur noch im Stadtarchiv der Stadt Herne zu finden. Morgen ist ein Flächenmaß von 2500 bis 3500 Quadratmetern. Das Maß wurde durch jene Fläche bestimmt, die mit einem Pferde- oder Ochsengespann an einem Morgen pflügbar war. Der Morgen wurde meist als Rechteck mit Seiten einer geraden Anzahl lokaler Ruten festgelegt, da beim Pflügen das Wenden möglichst vermieden werden sollte. Das Flächenmaß schwankte von Region zu Region. Rute ist ein Längenmaß das zwischen 3,6 bis 5 Meter beträgt. Das Flächenmaß schwankte von Region zu Region.

Quellennachweis:
Hegler, Gustav: Eickel-Wanne einst und jetzt, Siegen 1903.
Schulte, Eduard: Liste der Feuerstätten des Amtes Bochum von 1664 (Stadtarchiv Wanne-Eickel).
Veröffentlichung des Archives Wanne Band I. Wattenscheid, 1925.
Schulte, Eduard: Die Bevölkerung des Amtes Bochum im Jahre 1664.
Veröffentlichung des Archives Wanne Band I. Wattenscheid, 1925.
Einwohnerbuch für die Stadt Wanne-Eickel 1936.
Bauermann, Johannes: Türkensteuerregister von 1598 für das Amt Bochum, Wittener Jahrbuch 1937.
Der Märker 1951/52: Steuerliste des Amtes Bochum einschließlich des Gerichts Eickel von etwa 1680.
Tagespresse von 1950, 1952 und 1966.
Zienius, Rudolf: Ein heimatlicher Beitrag aus Wanne-Eickels Vergangenheit. Wanne-Eickel 1973.
Stadt Herne: Herne von Ackerstraße bis Zur-Nieden-Straße, Stadtgeschichte im Spiegel der Straßennamen, Band 1, Herne 1995.



Bildnachweis:
Preußische Kartenaufnahme von 1842. Original im Besitz der Staatsbibliothek, Preußischer Kulturbesitz.
Kartenauszüge, mit freundlicher Genehmigung durch das Kataster- und Vermessungsamt der Stadt Herne.



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