Wanne-Eickel-Historie


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Hof Lepler

Höfe und Kotten

Hof Lepler


Der Hof Lepler lag in der Gemarkung Bickern, Flur III, genannt Bickern, westlich der Emscherstraße Ecke Thiesstraße, in Höhe des Betriebshofs Stadtgrün Herne. Das Anwesen, auf welches der Hof stand hieß 1823 "Leppers Busch".

Im Schatzbuch der Grafschaft Mark
* von 1486 wird in der Gemeinde "Byckern" ein "Derick Lepeler" erwähnt. Im Feuerstättenverzeichnis des Amtes Bochum von 1664* ist unter dem Grundherren "Haus Grimberg, Gosewinkel und Krange", ein "Pfächtiger Leppeler" mit einem halber Hof, drei Feuerplätze, aufgezeichnet. In einem Verzeichnis der Grundbesitzer vom Jahre 1684 wird Leppler mit der Größe des Besitzes von 15 Maltersaat* und 69 Ruten* genannt.

Die "neuen" Wohn- und Wirtschaftsgebäude des Hofes wurden im Jahre 1902 von Wilhelm Lepler in Auftrag gegeben und errichtet. Das Wohngebäude wurde zuletzt als Wohnsitz ohne landwirtschaftlichen Charakter genutzt. Die Wirtschaftsgebäude wurden von der Stadtverwaltung (Garten- und Friedhofsamt) bis 1968 zur Unterstellung ihres Fuhrparks genutzt, ehe sie Ende der 1960er Jahre abgerissen wurden.


Ausschnitt der Urkatasterkarte der Gemarkung Bickern, aufgenommen vom Geometer Carl Krause, im Juni 1823. Das Anwesen, auf welches der Hof stand ist rot unterlegt und befindet sich in der alten Gemarkung Flur III, genannt Bickern.

Ausschnitt einer Übersichtskarte des Kreises Gelsenkirchen aus den Jahre 1902. Der Hofname Lepler ist rot unterlegt. Das Kartenwerk zeigt die Schreibweise "Leppler", mit Doppel-p geschrieben.

Die Wohn- und Wirtschaftgebäude des Leplers Hof, Ecke Emscher - Thiesstraße, aufgenommen im Jahre 1967.

*Anmerkung:

Märkisches Schatzbuch "Schatboick in Mark Anno 1486" wird im Staatsarchiv Münster Aufbewahrt. Es gilt als die wichtigste Geschichtsquelle für die ländlichen Siedlungsverhältnisse in der Grafschaft Mark. Feuerstätten des Amtes Bochum aus dem Jahre 1664. Für die Kriegskosten des Reiches gegen die Türken erfasste das Amt Bochum die Anzahl der Kamine als Besteuerungsobjekte, dazu die Grundherrschaften, Besitzrechte, Namen, Braukessel und Malzeschen. Diese einzigartige Statistik ist im Original nur noch im Stadtarchiv der Stadt Herne zu finden. Maltersaat ist ein altes Flächenmaß und wurde gerechnet zu 416 Ruten. Es entspricht der Fläche, auf der man einen Malter Getreidesaat ausbringen konnte. Scheffelsaat ist ein Flächenmaß von 1717 Quadratmeter oder 1/3 Morgen. Rute ist ein Längenmaß das zwischen 3,6 bis 5 Meter beträgt. Das Flächenmaß schwankte von Region zu Region.


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Quellennachweis:
Hegler, Gustav: Eickel-Wanne einst und jetzt, Siegen 1903.
Adressbuch für die Ämter Wanne und Eickel, 1906.
Schulte, Eduard: Liste der Feuerstätten des Amtes Bochum von 1664 (Stadtarchiv Wanne-Eickel).
Veröffentlichung des Archives Wanne Band I. Wattenscheid, 1925.
Schulte, Eduard: Die Bevölkerung des Amtes Bochum im Jahre 1664.
Veröffentlichung des Archives Wanne Band I. Wattenscheid, 1925. Tagespresse 1967.
Stadt Herne: Herne von Ackerstraße bis Zur-Nieden-Straße, Stadtgeschichte im Spiegel der Straßennamen, Band 1, Herne 1995

Bildnachweis:
Sammlung Heinrich Lührig.
Kartenauszüge, mit freundlicher Genehmigung durch das Kataster- und Vermessungsamt der Stadt Herne.



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