Wanne-Eickel-Historie


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Hof Laarmann

Höfe und Kotten

Hof Laarmann


Der ehemalige Hof Laarmann, genannt Darwes Kotten lag in der Gemarkung Bickern, Flur I genannt Riemker Mark an der der heutigen Unser Fritz Straße in Höhe der ehemaligen Hausnummer 95.

Der Kotten gehörte nach Aufzeichnungen aus dem Feuerstättenverzeichnis des Amtes Bochum
* aus dem Jahre 1664 zum "Mittelambt Baurschaft Bickern". Hier finden wir folgenden Eintrag: "Grundherr: Darve Marckenkotten, Kötter, zwei Feuerplätze, deren eines eine arme Frau bewohnet". Eine weitere Eintragung bekundet: "1664, Darve, Marckenkotten, Gemeinde Riemker Mark gehörig, thut den von Hugenpoth jährlich zwei Wochen- oder Handdienst". In einem Verzeichnis der Grundbesitzer vom Jahre 1684 wird "Derwe" als Kötter ohne Land erwähnt.

Während der Teilung der Cranger Heide im Jahre 1771 kam der Kotten Darve zum Haus Dorneburg. Anfang des 19. Jahrhunderts verpachtete die Familie Untzer den Kotten an Johann Heinrich Darwe. Durch Einheirat des Bauern Laarmann auf Darwes Kotten hieß der Hofname im Volksmund nur noch Laarmanns Hof.

Im Jahre 1906 sitzt auf dem ehemaligen Darwes Kotten Diedrich Laarmann, ein treuer Kirchgänger, der als Presbyter besonderen Anteil an dem 1907 begonnenen Bau der Lutherkirche an der Unser Fritz Straße hatte. Im Januar 1945 stirbt Diedrich Laarmann, im Alter von 81 Jahren, sein Erbe tritt sein Sohn Eugen Laarmann an, der laut Einwohnerverzeichnis aus dem Jahre 1937 neben der Landwirtschaft ein Fuhrunternehmen betreibt.

Bei einem Luftangriff auf Wanne-Eickel mit Schwerpunkt Bickern, am 28. September 1943 wird der Hof Laarmann ein Opfer der Flammen. Nach dem Krieg versuchte man den Wiederaufbau, er scheiterte aber an den fehlenden Baumaterialien. Erst als die Zeche Consolidation - Bergbau AG als Bauherr auftrat, konnte das neue Bauernhaus, an gleicher Stelle, im Januar 1953 durch Eugen Laarmann, welches er von der Zechengesellschaft gepachtet hatte, bezogen werden.

Durch den Bau des Emscherschnellweg, der A 42 im Kreuzungsbereich des Autobahnzubringers der Hammerschmidtstraße im Jahre 1968 musste auch der ehemalige Laarmanns Hof weichen.


Ausschnitt der Urkatasterkarte der Gemeinde Bickern, aufgenommen vom Geometer Krause, im Juni 1823. Der Hofname Darwe (hier eingezeichnet mit B als "Barwe") ist rot unterlegt und befindet sich in der Gemarkung Flur I, genannt Riemker Mark.

Ausschnitt einer Übersichtskarte des Kreises Gelsenkirchen aus den Jahre 1902. Der Hofname Darwe, ist rot unterlegt. Der Hof befand sich an der Unser Fritz Straße 63.

Die Wohn- und Wirtschaftgebäude von Diedrich Laarmann um 1920.

Hochansicht des Laarmanns Hof mit Schankwirtschaft, an der Unser Fritz Straße im gleichnamigen Stadtteil um 1955. Im Hintergrund der Fuhrpark von Eugen Laarmann.

Der Laarmanns Hof mit Schankwirtschaft, verpachtet an die Familie Thöne, aufgenommen um 1960.

*Anmerkung:

Feuerstätten des Amtes Bochum aus dem Jahre 1664. Für die Kriegskosten des Reiches gegen die Türken erfasste das Amt Bochum die Anzahl der Kamine als Besteuerungsobjekte, dazu die Grundherrschaften, Besitzrechte, Namen, Braukessel und Malzeschen. Diese einzigartige Statistik ist im Original nur noch im Stadtarchiv der Stadt Herne zu finden.


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Quellennachweis:
Hegler, Gustav: Eickel-Wanne einst und jetzt, Siegen 1903.
Adressbuch für die Ämter Wanne und Eickel, 1906.
Hegler, Gustav: Aus der Väter Tagen, Bilder zur Heimatkunde von Eickel-Wanne, Wanne 1911.
Schulte, Eduard: Liste der Feuerstätten des Amtes Bochum von 1664 (Stadtarchiv Wanne-Eickel).
Veröffentlichung des Archives Wanne Band I. Wattenscheid, 1925.
Schulte, Eduard: Die Bevölkerung des Amtes Bochum im Jahre 1664.
Veröffentlichung des Archives Wanne Band I. Wattenscheid, 1925.
Einwohnerbuch für die Stadt Wanne-Eickel 1937.
Tagespresse von 1950 und 1953.


Bildnachweis:
Sammlung Heinrich Lührig.
Kartenauszüge, mit freundlicher Genehmigung durch das Kataster- und Vermessungsamt der Stadt Herne.



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