Wanne-Eickel-Historie


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Hof Göddenhoff

Höfe und Kotten

Hof Göddenhoff


Der Hof Göddenhoff lag in der Gemarkung Röhlinghausen, Flur II, genannt Bönebruch an der früheren Wanner Straße, der heutigen Gelsenkircher Straße in Höhe der Hausnummer 156 bis 160, gegenüber der KGV Röhlinghausen.

Der Hof gehörte nach Aufzeichnungen vom 15. September 1416 zum "Mittelambt Hordell". Eine weitere Erwähnung finden wir im Feuerstättenverzeichnis des Amtes Bochum
* aus dem Jahre 1664, hier wird der Name "Gudenhoff genannt. In einem Verzeichnis der Grundbesitzer vom Jahre 1684 wird Godenhof als Halbbauer mit der Größe des Besitzes von 8 Maltersaat*, 1 Scheffelsaat* und 29 Ruten* genannt. Von 1809 bis 1809 war ein Göddenhoff Provisor* der evangelischen Kirchengemeinde in Eickel.

In der Grundsteuer-Mutterrolle von 1810 taugt der Name Göddenhoff als Haus im Diepenbruch, in der stinkenden Mohr auf. Das Martinsbuch von Eickel aus den Jahren1769 bis 1853, weist im Jahre 1816 darauf hin, dass der Hof Göddenhoff an den evangelischen Lehrer in Eickel alljährlich zu Martini 1/2 Scheffel Roggen oder 1/2 Scheffel Gerste zu liefern hatte.

Des Weiteren wird am 25. November 1844 ein Diedrich Göddenhoff in Röhlinghausen geboren. Mit 34 Jahren wurde er als Nachfolger des Landwirts Heinrich Blanke Gemeindevorsteher (16. August 1879 bis zum 23. März 1919). Nach der Bildung des Amtes Eickel am 1. November 1891 war Göddenhoff zugleich Beigeordneter des "Restamtes Wanne. Außerdem war er Mitglied im Kreisausschuss Gelsenkirchen. Diedrich Göddenhoff bekleidete 29 Jahre lang das Amt des Kirchmeisters in der evangelischen Kirche von Röhlinghausen. Nach einer Steuerliste aus dem Jahre 1913 für die Gemeinderatswahl kann man sehen, dass Diedrich Göddenhoff nun als Rentner mit 69 Jahren in der II. Abteilung wählte und die drittmeisten Steuern pro Jahr in Röhlinghausen bezahlte. Aus einem Adressbuch aus dem Jahre 1906 ist ersichtlich, dass Diedrich Göddenhoff in der Schulstraße 14, die heutige Straße Auf der Wilbe wohnte. Er verstarb am 3. November 1924 und wurde auf dem evangelischen Friedhof Auf der Wilbe beigesetzt.

Zur Erinnerung an den Gemeindevorsteher Diedrich Göddenhoff wurde am 14. November 1974 vom Rat der Stadt Wanne-Eickel die frühere Dietrichstraße in Röhlinghausen nach ihm benannt: Göddenhoff (siehe auch:
Ein Vorbild für Röhlinghausen).

Der Schalker Gruben- und Hüttenverein, in dessen Besitz die Zeche Pluto war kaufte um 1900 das Anwesen des Hofes Göddenhoff auf. Wann die Hofgebäude der Spitzhacke zum Opfer fielen ist nicht bekannt.


Diedrich Göddenhoff war Gemeindevorsteher vom 16. August 1879 bis zum 23. März 1919 in Röhlinghausen.

Ausschnitt einer Übersichtskarte des Kreises Gelsenkirchen aus den Jahre 1902. Der Hofname Göddenhoff ist rot unterlegt.

Das Wohnhaus und die Nebengebäude des ehemaligen Hof Göddenhoff, an der früheren Wanner Straße, der heutigen Gelsenkircher Straße in Höhe der Hausnummer 156, aufgenommen im Februar 1928.


*
Anmerkung:

Maltersaat ist ein altes Flächenmaß und wurde gerechnet zu 416 Ruten. Es entspricht der Fläche, auf der man einen Malter Getreidesaat ausbringen konnte. Scheffel ist ein Raummaß oder auch Getreide Maß. Seine Größenordnung lag zwischen 40 und 230 Litern. Der Rauminhalt des Scheffels schwankte jedoch von Region zu Region. Scheffelsaat ist ein Flächenmaß von 1717 Quadratmeter oder 1/3 Morgen. Rute ist ein Längenmaß das zwischen 3,6 bis 5 Meter beträgt. Morgen ist ein Flächenmaß von 2500 bis 3500 Quadratmetern. Das Maß wurde durch jene Fläche bestimmt, die mit einem Pferde- oder Ochsengespann an einem Morgen pflügbar war. Der Morgen wurde meist als Rechteck mit Seiten einer geraden Anzahl lokaler Ruten festgelegt, da beim Pflügen das Wenden möglichst vermieden werden sollte. Das Flächenmaß schwankte von Region zu Region. Feuerstätten des Amtes Bochum aus dem Jahre 1664. Für die Kriegskosten des Reiches gegen die Türken erfasste das Amt Bochum die Anzahl der Kamine als Besteuerungsobjekte, dazu die Grundherrschaften, Besitzrechte, Namen, Braukessel und Malzeschen. Diese einzigartige Statistik ist im Original nur noch im Stadtarchiv der Stadt Herne zu finden. Provisor ist ein alter Begriff für einen Verwalter in geistlichen Einrichtungen meist einer Armenstiftung oder eines Armenfonds.

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Quellennachweis:
Hegler, Gustav: Eickel-Wanne einst und jetzt, Siegen 1903.
Beckmann, F: Das Martinsbuch, Eickel 1769-1853, Eickel 1925.
Schulte, Eduard: Liste der Feuerstätten des Amtes Bochum von 1664 (Stadtarchiv Wanne-Eickel).
Veröffentlichung des Archives Wanne Band I. Wattenscheid, 1925.
Schulte, Eduard: Die Bevölkerung des Amtes Bochum im Jahre 1664.
Veröffentlichung des Archives Wanne Band I. Wattenscheid, 1925.
Daniels, Johannes: Geschichte der Evangelischen Kirchengemeinde Eickel. Wanne-Eickel, 1927.
Lührig, Heinrich, Schmitz, Gerhard: Röhlinghausen Wanne-Eickel III, Geschichte und Geschichten aus einem Stadtteil der südlichen Emscherregion, Erlauscht und erlebt, gesammelt und nacherzählt, Herne 1995.
Stadt Herne: Herne von Ackerstraße bis Zur-Nieden-Straße, Stadtgeschichte im Spiegel der Straßennamen, Band 1, Herne 1995


Bildnachweis:
Sammlung Heinrich Lührig.
Kartenauszüge, mit freundlicher Genehmigung durch das Kataster- und Vermessungsamt der Stadt Herne.



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