Wanne-Eickel-Historie


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Hof Buschmann

Höfe und Kotten

Buschmann`s Hof


Der Hof Buschmann lag in der alten Gemarkung Bickern, Flur II, genannt Wanne, an der Bahnhofstraße in Höhe der Hausnummer 36 zwischen der Straße Am Buschmannshof
* und der Amtmann-Winter-Straße. Dies ist die heutige Grünzone von der Innenstadt zum Bahnhof.

Schon 1446 wurde "der Hof des Thomas im Busch" erwähnt. Eine weitere Nachricht weist auf die Türkensteuerliste von 1481
* hin, hier wird der Name "Buißman" genannt. Auch im Feuerstättenverzeichnis von 1473* steht unter Baurschaft Bickern ein Bussmann, als Kötter mit zwei Feuerstellen verzeichnet. Eine weitere Eintragung finden wir im märkischen Schatzbuch*, wo ein "Thonies inden Busch" als Kötter zu Bickern erwähnt wird. Zur Geschichte des Oberhofes Eickel findet man im Jahre 1500 den Namen Buschhof, womit wohl der Hof Buschmann gemeint ist. Eine weitere Nachricht von 1666 besagt, dass der Kötter Buschmann den Häusern Grimberg, Crange und Gosewinkel wöchentlich Handdienste zu leisten hatte.

Anfang des 20. Jahrhunderts verkauft Wilhelm Buschmann den Hof an eine nicht näher genannte Bank. Von 1910 bis zum Abbruch beherbergte der Hof die Stellmacherei und Holzhandlung Johann Rudolf.

Nach dem Ersten Weltkrieg quartierten sich französische Besatzungssoldaten auf dem Hof ein. Im Jahre 1927 erwarb die Stadt Wanne-Eickel den Hof und ließ das Anwesen für den Bau der Wibbelstraße sowie Bebauungen von Wohnhäusern, abreißen.




Ausschnitt der Urkatasterkarte der Gemeinde Bickern, aufgenommen vom Geometer Krause, im Juni 1823. Der Hofname Buschmann ist rot unterlegt und befindet sich in der alten Gemarkung Bickern, Flur II, genannt Wanne.

Ausschnitt einer Übersichtskarte des Kreises Gelsenkirchen aus den Jahre 1902. Der Hofname Buschmann ist rot unterlegt. Das Grundstück befand sich zwischen Herner Straße, der heutigen Berliner Straße und Friedhofstraße, zur einen und der heutigen Hauptstraße bis zum Bahnhof.

Gesamtansicht des ehemaligen Buschmannshof um 1895.

Der Hof von Wilhelm Buschmann um 1910.

*Anmerkung:

Türkensteuerliste war eine allgemeine Vermögens- und Kopfsteuer, welche zur Deckung der Kosten einer dem Kaiser Friedrich III. gegen die "ungläubigen Türken" zu leistenden bewaffneten Hilfe erhoben wurde. Das sogenannte "Türkengeld" wurde am 10. März 1481 ausgeschrieben, und sollte "nur mit Rat und Wissen derer, so von den Landen hierzu geordnet, ausgegeben und gebrauchet werden." Feuerstätten des Amtes Bochum aus dem Jahre 1664. Für die Kriegskosten des Reiches gegen die Türken erfasste das Amt Bochum die Anzahl der Kamine als Besteuerungsobjekte, dazu die Grundherrschaften, Besitzrechte, Namen, Braukessel und Malzeschen. Diese einzigartige Statistik ist im Original nur noch im Stadtarchiv der Stadt Herne zu finden. Am Buschmannshof, die Straßenbenennung erfolgte am 6. Juni 1952. Märkisches Schatzbuch "Schatboick in Mark Anno 1486" wird im Staatsarchiv Münster aufbewahrt. Es gilt als die wichtigste Geschichtsquelle für die ländlichen Siedlungsverhältnisse in der Grafschaft Mark.


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Quellennachweis:
Adressbuch für die Ämter Wanne und Eickel 1906. Amtsblattdruckerei Wanne.
Hegler, Gustav: Aus der Väter Tagen, Bilder zur Heimatkunde von Eickel-Wanne, Wanne 1911.
Schulte,Eduard: Liste der Feuerstätten des Amtes Bochum von 1664 (Stadtarchiv Wanne-Eickel).
Veröffentlichung des Archives Wanne Band I. Wattenscheid, 1925.
Tagespresse WAZ aus dem Jahre 1951.
Höfken, Günther: Zur älteren Geschichte des Oberhofes Eickel in Wanne-Eickel.
Berke, Wolfgang: Wanne-Eickel das Buch zur Stadt. Mythen, Kult, Rekorde: Eine Zeitreise durchs Herz des Ruhrgebiets. Essen 2002.

Bildnachweis:
Bildarchiv der Stadt Herne.
Kartenauszüge, mit freundlicher Genehmigung durch das Kataster- und Vermessungsamt der Stadt Herne.



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