Wanne-Eickel-Historie


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Hof Bönnebruch

Höfe und Kotten

Hof Bönnebruch


Der Hof Bön(n)ebruch
* lag in der Gemarkung Röhlinghausen, Flur II, genannt Bönebruch, an der heutigen Gelsenkircher Straße, in Höhe der Kleingartenanlage Röhlinghausen an der Römerstraße.

Im Schatzbuch der Grafschaft Mark
* von 1486 wird ein Bertolt op Boenenbruech erstmals namentlich erwähnt. In einem Verzeichnis der Grundbesitzer vom Jahre 1684 wird ein Bönnebruch als Halbbauer mit der Größe des Besitzes von 2 Malersaat*, 3 Scheffelsaat* und 7 Ruten* genannt. In der Grundsteuer-Mutterrolle von 1810 taugt der Name Bönnebruch als Haus im Diepenbruch, im Schleppfad auf.

Im Jahre 1856 begann man mit dem Abteufen der Schächte auf der Zeche Pluto Thies. Die Zechenverwaltung kaufte von den Bauern
Bönnebruch, Steinberg und Haumann ein 4,32 Hektar großes zusammenhängendes Gelände für einen Preis von 40.832,71 Mark. Dieses Gelände lag im Norden unmittelbar an der Köln-Mindener Eisenbahn und wurde im Westen durch einen Weg begrenzt, der später zur Gelsenkircher Straße ausgebaut wurde. Das Fachwerkhaus selbst wurde im Zweiten Weltkrieg durch Fliegerbomben zerstört und später abgetragen.


Kartenauszug der Burgermeisterey Herne. Kreis Bochum. - Reg: Bezirk Arnsberg aufgenommen im Jahre 1823 vom Geometer Carl Krause. Der Auszug erbringt den Nachweis der in der Grundsteuer-Mutterrolle von 1810 genannte Name Bönnebruch als Haus im Diepenbruch.

Ausschnitt der Urkatasterkarte der Gemeinde Röhlinghausen, aufgenommen vom Geometer Carl Krause, im Juni 1823. Der Hofname Bönebruch ist rot unterlegt und befindet sich in der alten Gemarkung Flur II, genannt Bönebruch.

Hof Bönnebruch um 1900.

*Anmerkung:

Bön(n)ebruch, den Familiennamen findet man auch mit Doppelkonsonant geschrieben. Märkisches Schatzbuch "Schatboick in Mark Anno 1486" wird im Staatsarchiv Münster Aufbewahrt. Es gilt als die wichtigste Geschichtsquelle für die ländlichen Siedlungsverhältnisse in der Grafschaft Mark. Malter war ein altes Volumenmaß und wurde Hauptsächlich als Getreidemaß genutzt. Maltersaat ist ein altes Flächenmaß und wurde gerechnet zu 416 Ruten. Es entspricht der Fläche, auf der man einen Malter Getreidesaat ausbringen konnte. Scheffel ist ein Raummaß oder auch Getreide Maß. Seine Größenordnung lag zwischen 40 und 230 Litern. Der Rauminhalt des Scheffels schwankte jedoch von Region zu Region. Scheffelsaat ist ein Flächenmaß von 1717 Quadratmeter oder 1/3 Morgen. Rute ist ein Längenmaß das zwischen 3,6 bis 5 Meter beträgt. Morgen ist ein Flächenmaß von 2500 bis 3500 Quadratmetern. Das Maß wurde durch jene Fläche bestimmt, die mit einem Pferde- oder Ochsengespann an einem Morgen pflügbar war. Der Morgen wurde meist als Rechteck mit Seiten einer geraden Anzahl lokaler Ruten festgelegt, da beim Pflügen das Wenden möglichst vermieden werden sollte. Das Flächenmaß schwankte von Region zu Region.


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Quellennachweis:
Hegler, Gustav: Eickel-Wanne einst und jetzt, Siegen 1903.
Straßen und Hausnummer-Verzeichnis der Gemeinde Röhlinghausen. Wanne 1909.
Schulte, Eduard: Liste der Feuerstätten des Amtes Bochum von 1664 (Stadtarchiv Wanne-Eickel).
Veröffentlichung des Archives Wanne Band I. Wattenscheid, 1925.
Lührig, Heinrich, Schmitz, Gerhard: Röhlinghausen Wanne-Eickel III, Geschichte und Geschichten aus einem Stadtteil der südlichen Emscherregion, Erlauscht und erlebt, gesammelt und nacherzählt. Herne 1995.
Lührig, Heinrich, Schmitz, Gerhard: Röhlinghausen in alten Ansichten, Zaltbommel/Niederlande 1998.


Bildnachweis:
Sammlung Heinrich Lührig.
Kartenauszüge, mit freundlicher Genehmigung durch das Kataster- und Vermessungsamt der Stadt Herne.



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