Wanne-Eickel-Historie


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Hof Bohmert

Höfe und Kotten

Hof Bohmert


Auf einer Karte der Bürgermeisterei Herne aus dem Jahre 1823 befand sich der Hof Bohmert am südlichen Ende der Cranger Heide, in der Flur II genannt "Wanne", an der Moltkestraße 47, der heutigen Claudiusstraße.

Im Schatzbuch der Grafschaft Mark
* von 1486 wird ein "Beledur den Boemen" und "Kathine vur den Bomen" genannt. Eine weitere Nachricht weist auf das Feuerstättenverzeichnis des Amtes Bochum von 1664* hin. Hier ist unter der Bauerschaft Bickern folgendes verzeichnet: "Grundherr Haus Grimberg, Feuerstätte "Jörgen Boumarth". In den späteren Jahren entstand aus dem Namen "Boumarth" - "Bohmert". Die Bewohner wurden nach der Lage des Kottens "vur den Bomen" genannt.

Unweit des Hofes Bohmert lag in südlicher Richtung der Hof des Bauern Knop, der seine Ländereien später an die königlich-preußische Eisenbahn verkaufte, die hier dann den Grundstock für den späteren Wanne-Eickeler Hauptbahnhof legte. Nördlich grenzte er an den Hof Dudel, der nächste östliche Nachbar war der Bauer Scharpwinkel, in westlicher Richtung etwas weiter weg, stand das "Schloß" Hörstchen.

Übertragen auf die späteren Gegebenheiten erstreckten sich die Bohmertschen Ländereien ungefähr nördlich längs der OW III, der heutigen Berliner Straße bis zum Bereich der Heidstraße in östlicher Richtung und westlich bis hin zur Schwerinstraße, heute Rathausstraße.

Im Innenbereich des Hofes standen mächtigen Kastanienbäumen. Hier befanden sich auch die Remisen und Stallungen, die zur Unterkunft für Pferd und Wagen und sonstiger Ausrüstung dienten.

Heinrich-Wilhelm Bohmert wurde am 21. Februar 1874 in Bickern geboren. Sein Vater war der Landwirt Georg-Wilhelm Stöckmann genannt Bohmert.

Der Hof wurde während der Inflationszeit (1914-1923) von Wilhelm Bohmert an die Gemeinde Wanne verkauft. Wilhelm Bohmert zog nach dem Verkauf des Hofes mit seinem Schwiegersohn ins Hessenland.

Seit dem März 2014 befinden sich auf dem Anwesen des ehemaligen Hof Bohmert die neu erbauten Gebäude des Rheumazentrums Ruhrgebiet, Claudiusstr. 45.


Ausschnitt der Urkatasterkarte der Gemeinde Bickern, aufgenommen vom Geometer Krause, im Juni 1823. Der Hofname Bohmert ist rot unterlegt und befindet sich in der Gemarkung Flur II, genannt Wanne. Der Name des Hofes wird als "Bomert" geschrieben.

Ausschnitt einer Übersichtskarte des Kreises Gelsenkirchen aus den Jahre 1902. Der Hofname Bohmert ist rot unterlegt. Der Hof befand sich an der Moltkestraße 47, der heutigen Claudiusstraße.

Grabstätte des Gregor-Wilhelm Stöckmann genannt Bohmert. Das Grabmal befindet sich im nordwestlichen Teil des Friedhofs an der Post. Die Häuser im Hintergrund liegen an der Claudiusstraße(Moltkestraße). Unmittelbar dahinter befindet sich der so genannte "Schweinemarkt" auf dem der Hof des Bauern Bohmert stand. (Heinrich-Wilhelm Bohmert wurde am 21. Februar 1874 in Bickern geboren. Vater war der Landwirt Georg-Wilhelm Stöckmann genannt Bohmert. Die Mutter war Ida Norke).

*Anmerkung:

Märkisches Schatzbuch "Schatboick in Mark Anno 1486" wird im Staatsarchiv Münster Aufbewahrt. Es gilt als die wichtigste Geschichtsquelle für die ländlichen Siedlungsverhältnisse in der Grafschaft Mark. Feuerstätten des Amtes Bochum aus dem Jahre 1664. Für die Kriegskosten des Reiches gegen die Türken erfasste das Amt Bochum die Anzahl der Kamine als Besteuerungsobjekte, dazu die Grundherrschaften, Besitzrechte, Namen, Braukessel und Malzeschen. Diese einzigartige Statistik ist im Original nur noch im Stadtarchiv der Stadt Herne zu finden.


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Quellennachweis:
Hegler, Gustav: Eickel-Wanne einst und jetzt, Siegen 1903.
Adressbuch für die Ämter Wanne und Eickel, 1906.
Schulte, Eduard: Liste der Feuerstätten des Amtes Bochum von 1664 (Stadtarchiv Wanne-Eickel).
Veröffentlichung des Archives Wanne Band I. Wattenscheid, 1925.
Schulte, Eduard: Die Bevölkerung des Amtes Bochum im Jahre 1664.
Veröffentlichung des Archives Wanne Band I. Wattenscheid, 1925. Tagespresse von 1955.
Interview mit Hilbert Mletzke aus Wanne, April 2008.


Bildnachweis:
Sammlung Heinrich Lührig.
Kartenauszüge, mit freundlicher Genehmigung durch das Kataster- und Vermessungsamt der Stadt Herne.



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