Wanne-Eickel-Historie


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Hermann Eppenhoff

Kunst und Kultur > Menschen aus Wanne-Eickel

Fußball war sein Leben


Die Wiege von Hermann Eppenhoff stand im Amt Eickel, genauer gesagt an der Kurfürstenstraße 120 (heute Eickeler Bruch). Hier erblickte er am 19. Mai 1919 das Licht der Welt. Schnell entdeckte er seine Liebe zum runden Leder. Als zwölfjähriger Knirps schloss sich der von je her schmal und schmächtig wirkende Eppenhoff, Teutonia Wanne an. Kurz darauf wechselte er aber schon zum Turnerbund Eickel, wo der gelernte Polsterer mit nur 16 Jahren bereits in der ersten Mannschaft spielte. Seine letzte fußballerische Station in Wanne-Eickel war dann die Spielvereinigung Röhlinghausen. Eppenhoff, Piwoda, Lemanski und Berlau waren damals Namen, die in Wanne-Eickel jedes Kind auf der Straße kannte - die Grün-Schwarzen hatten mit Mittelstürmer Hermann Eppenhoff ihre große Zeit.

Im Jahre 1938 wechselte der junge Hermann Eppenhoff nach einem Freundschaftsspiel der Spielvereinigung Röhlinghausen gegen Schalke 04 zu den Knappen. Sechs Monate kämpfte er in der legendären Knappenelf von Szepan, Kuzorra und Co. um einen Stammplatz, dann hatte er ihn. In den Jahren 1939, 1940 und 1942 gehörte Hermann Eppenhoff zu den Meistermannschaften der Schalker. Endspielgegner waren am 18. Juni 1939 Admira Wien die mit 9:0 geschlagen wurden. 1940 gelang dann die Titelverteidigung gegen den Dresdner Sportclub 1898 mit einem knappen 1:0 Sieg. Am 5. Juli 1942 wurde der First Vienna FC 1894 mit 2:0 Toren im Finale um die Deutsche Meisterschaft geschlagen.



Olympiastadion Berlin, am 5. Juli 1942, vor 90.000 Zuschauer gewann der FC Schalke 04 gegen First Vienna FC 1894 mit 2:0 Toren. Mannschaftsaufstellung von links: Heinz Hinz,
Hermann Eppenhoff, Ernst Kalwitzki, Otto Tibulski, Adolf Urban, Herbert Burdenski, Otto Schweißfurth, Fritz Szepan, Hans Bornemann, Heinz Flotho, Ernst Kuzorra.

Im Jahre 1942 forderte der Krieg seinen Tribut. Wie zahllose andere auch wurde Eppenhoff Soldat. Aber als Fußballer hatte er Vorteile. Mit Fritz Walter spielte Hermann Eppenhoff bei den "Roten Jägern", des Flieger Commodores Hermann Graf, die Fußball-Schaukämpfe zur Truppenbetreuung austrugen. Auch in der sowjetischen Gefangenschaft im kaukasischen Arbeitslager wusste man guten Fußball zu schätzen. Ein russischer Oberleutnant kannte fast alle deutschen Spieler. Eppenhoff wurde mit anderen Fußballspielern in Künstlerbaracken untergebracht, erhielt eigens angefertigte Kluften und richtete schon bald regelrechte Lager-Meisterschaften aus.

Nach siebenjähriger Pause durch den Zweiten Weltkrieg kehrte der dreifache Nationalspieler (15. September 1940, 1:0 Sieg gegen die Slowakei, 5. Oktober 1941, 6:0 Sieg gegen Finnland - hier schoss Eppenhoff drei Tore, sowie sein drittes und letztes Länderspiel am 1. Februar 1942 gegen die Schweiz, das mit einer Niederlage 1:2 endete.) im März 1949 in die Schalker Mannschaft zurück. Bis 1956 war Hermann Eppenhoff noch aktiv bei den Königsblauen, ehe eine Meniskusverletzung seine Laufbahn beendete.


Hermann Eppenhoff zweiter von links im Kreise seiner Schalker Kameraden.




Doch vom Fußball konnte er nicht lassen. Als Trainer führte er Borussia Dortmund am 29. Juni 1963 mit einem 3:1 gegen den 1. FC Köln zur Deutschen Meisterschaft. Ein weiterer Triumph war der Sieg im DFB-Pokal am 22. Mai 1965 mit einem 2:0 gegen Regionalligist Alemannia Aachen. Mit dem VfL Bochum stieg Eppenhoff als Trainer 1971 in die Bundesliga auf.

Als er im Jahre 1975 auf der Trainerbank beim VfB Stuttgart einen Herzinfarkt erlitt, hörte Hermann Eppenhoff auf dieses Warnzeichen und beendete seine Trainerkarriere. Bis zuletzt saß der in Gelsenkirchen-Bulmke sesshaft gewordene Eppenhoff nicht nur im Ehrenrat des FC Schalke 04, sondern Samstag für Samstag auch auf den Tribünen - bis zum späten Freitagabend, es war der 10. April 1992 als sein Herz zu schlagen aufhörte.




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Quellennachweis: Krein, Theodor, Die blau-weißen Fußballknappen, Herne 1948.
Tageszeitung aus dem Jahre 1988 und 1992.
Fotonachweis: Sammlung Heinrich Lührig.



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