Wanne-Eickel-Historie


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Heinz Kördell

Kunst und Kultur > Menschen aus Wanne-Eickel

Einmal Schalke – immer Schalke


Heinz Kördell wurde am 8. Januar 1932 als zweitältester von drei Kindern eines Bergmanns in Wanne-Eickel, genauer gesagt in Röhlinghausen in der Friedastraße 5 geboren. Kördel`s Vater Georg, den es aus dem Hessenland, aus Vockerode dem heutigen Werra-Meissner-Kreis nach Wanne-Eickel verschlagen hat, war Bergmann auf der Zeche Königsgrube. Das Elternhaus in der Zechensiedlung war für Heinz oder Heiner wie ihn seine Eltern nannten, Ausgangs- und Ruhepunkt seiner späteren Fußballkarriere. Im Elternhaus fand mit seinem Bruder und mit seiner Schwester wöchentliche Hausmusik statt. Auf den Straßen der Königsgruber Kolonie lernte Heiner Kördell das Fußballspielen. Als zehnjähriger Knirps schloss er sich den grün-schwarzen der Spielvereinigung Röhlinghausen an. Seinen beruflichen Werdegang begann er als Stuckateur, denn sein Vater hatte ihm und seine Brüder schon früh klar gemacht: "Vor Kohle kommt keiner der Kördells".

In der Freizeit aber widmete er sich seine Leidenschaft, dem Fußball. Der Erfolg stellte sich bald ein. Es gab Anfragen von Vereinen wie SV 04 Westfalia Herne oder dem Nachbarverein SV 1912 Sodingen. Aber sein Vater war Röhlinghauser mit Leib und Seele und sagte hierzu immer: "Du bist ein Röhlinghauser und bleibst ein Röhlinghauser, solange du deine Füße unter meinen Tisch steckst". Damit war das Thema Vereinswechsel beendet.

Dies änderte sich aber schlagartig als der FC Schalke 04, vertreten durch Ernst Kuzorra, an einem Sonntagnachmittag am Stratmanns Hof in Röhlinghausen anfragte. Daraufhin wechselte der damals 24-jährige Heinz Kördell als Vertragsspieler zum 1. August 1956 zu den Knappen nach Schalke. Wie ein Lauffeuer ging die Nachricht durch die Zechenkolonie in Röhlinghausen: "Der Heiner spielt für Schalke".


Mannschaftsaufstellung von links: Berni Klodt, Manfred Orzessek, Otto Laszig, Manfred Kreuz, Günter Brocker, Günter Sieber, Heiner Kördel, Helmut Sadlowski, Karl-Heinz Borutta, Willi Koslowski, Günter Karnhof.

Heinz Kördell erhielt das Trikot mit der Nummer 8, das seine Nummer bis zum letzten Spiel für Schalke sein sollte. Er gehörte als offensiver Mittelfeldspieler, damals auch Halbstürmer genannt zu der Meistermannschaft, die 1958 die bislang letzte Deutsche Meisterschaft für die Knappen gewann.

Nach dem Gewinn der Deutschen Meisterschaft 1958 in Hannover, wurde Kördell durch Sepp Herberger in die Nationalmannschaft berufen. Er war einer von acht Neulingen die am 28. Dezember 1958 in Kairo gegen Ägypten mit 1:2 verlor. Es sollte sein Erster und Letzter Einsatz in der Nationalmannschaft gewesen sein.

Bis 1962 schnürte Heinz Kördell für den FC Schalke 04 in der Oberliga West in 103 Spielen seine Fußballstiefel und erzielte dabei 19 Tore.


Im Einwohnerbuch von Wanne-Eickel aus dem Jahre 1937 und auf den Sammlerkarten des Bergmann Verlages aus Unna, wurde der Familienname Kördel mit einem "l" geschrieben. Später tauchte dann der Familienname mit zwei "l" auf. Diese Namensänderung geht eine Familiengeschichte voraus. Bei der Anmeldung eines seiner Kinder, beim Standesamt in Wanne-Eickel, hatte Vater Georg, nach einer feucht fröhlichen Nacht in Folge der Freude über seinen neuen Nachwuchs die Schreibweise seines Familiennamens auf Kördell mit zwei "l" angemeldet. Kurze Zeit später wollte er seinen Fehler korrigieren, dies war aber beim Amt nicht mehr möglich. So wurde aus Kördel mit einem "l", Kördell mit zwei "l".

In der Saison 1962/63 wechselte er zu ETB Schwarz-Weiß Essen, für die er bis 1964 48 Ligaeinsätze absolvierte, in denen er vier Tore schoss.

Mit 32 Jahren beendete Heinz Kördell seine aktive Fußballlaufbahn. 25 Jahre später zog er wieder das königsblaue Trikot als Mitglied der Traditionself des FC Schalke 04 über, das er von 1988 bis 1994 auch leitete. Bis im Jahre 2004 blieb Kördell dem Team treu, anschließend hing er die Fußballschuhe an den berühmten "Nagel". Heinz "Heiner" Kördell gehört seit 2001 dem Ehrenpräsidium des FC Schalke 04 an.

Der Spruch: "Einmal Schalker immer Schalker" trifft auf Heinz Kördell zu. Denn wer einmal von diesem Bazillus befallen ist, der kommt ein Leben lang nicht mehr davon los.


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Quellennachweis: 100 Jahre Spielvereinigung Röhlinghausen 1913 - 2013, S. 31 f.
Einwohnerbuch Wanne-Eickel 1937.
100 Schalker Jahre - 100 Schalker Geschichten. Das offizielle Jubiläumsbuch des FC Schalke 04, 1. Auflage Mai 2004.
Interview mit Karl-Heinz Kördell am 30. November 2013.
Fotonachweis: Sammlung Heinrich Lührig.


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