Wanne-Eickel-Historie


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Haus des Handwerks

Gebäude

Haus des Handwerks


Das ehemalige Haus des Handwerks an der an der Gerichtsstraße 1 zählt wohl zu dem bekanntesten Gebäude in Wanne-Eickel.

Im Jahre 1947 beschloss die Wanne-Eickeler Kreishandwerkerschaft, ein eigenes Haus zu suchen. Anfänglich verhandelte man über das evangelische Vereinshaus an der Claudiusstraße. Da dieser Ankauf die Kosten gesprengt hätten, fiel ihnen der ehemalige Gasthof "Zum Fürsten Bismarck" von Gottfried Peters, später auch als "Central Hotel" mit angeschlossener Gastronomie von Heinrich Franz an der Ecke Haupt- und Gerichtsstraße ins Auge. Im Jahre 1949 erfolgte der Beschluss zum Kauf des Gebäudes. Nach einigen Umbauarbeiten wurde das neue Haus am 30. April 1950 feierlich eröffnet. Hier waren Geschäftsstelle und die gemeinsame Innungskrankenkasse untergebracht.

Nur zwölf Monate später wurde es den Handwerkern in diesem Gebäude zu eng. Sie legten den Grundstein für einen Anbau an der Gerichtsstraße 1, mit Gastwirtschaft samt Kegelbahn und einem Meisterzimmer im Parterre sowie einem großen und kleinen Festsaal im 1. Obergeschoss. Die Fensterfront war mit Bleiglasarbeiten einiger Berufsgruppen des Handwerks (Zunftwappen) des heimischen Künstlers Edmund Schuitz (1913-1992) versehen.


Das Eckgebäude an der heutigen Haupt- und Gerichtsstraße um 1906 zeigt den Gasthof "Zum Fürsten Bismarck" von Gottfried Peters.

Das gleiche Gebäude um 1954, es zeigt nach dem Umbau das "Haus des Handwerks" und die "Zunftklause" von der Hauptstraße aus.

Hier fanden Versammlungen, Informationsabende, Lossprechungsfeiern, Innungsabende und die Verleihung des Goldenen Meisterbriefes unter dem Dach der Kreishandwerkerschaft zusammengeschlossenen Innungen statt. Selbst nach der Gebietsreform vom 1. Januar 1975, als Wanne-Eickel und Herne zu einer Stadt wurde und die Kreishandwerkerschaft fusionierte, blieb die Zweigstelle an der Gerichtsstraße 1 erhalten.

Blick in die Meisterstube, aufgenommen um 1954.

"Haus des Handwerks" Gerichtsstraße 1, aufgenommen um 1955 und 1960.

Die Fensterfront war mit Bleiglasarbeiten einiger Berufsgruppen des Handwerks (Zunftwappen) des heimischen Künstlers Edmund Schuitz (1913-1992) versehen.
























Bleiverglasung eines unbekannten Künstlers mit Handwerkermotiven im Treppenhaus des Gebäudes.

Im Jahre 1980 zogen die Handwerker aus und das griechische Restaurant "Olympia", unter Insider auch bekannt als "Bei Niko" ein. Der Saal im ersten Stock konnte für Kommunionsfeiern und andere Anlässe gemietet werden. Nach 22 Jahren zog sich der Pächter des Restaurant "Olympia", eines der beliebtesten Restaurants der Stadt, ins Privatleben zurück, ehe 2002 die Pächter wechselten. Dies führte bald zu einem stillen Niedergang des Hauses an der Gerichtsstraße 1, was die Bürger der Stadt stets bedauerten. Seitdem stand das Gebäude, abgesehen von der IKK-Geschäftsstelle im Erdgeschoß, leer.

Nach großen Umbaumaßnahmen entstand im 1. Obergeschoss des Hauses ein Theatersaal mit 160 Plätzen - das Wanne-Eickeler Kammerspielchen, ein Ableger des Mondpalastes von Christian Stratmann. Am 26. November 2009 feierte das neue Theater mit der Ruhrgebietskomödie "Frau Piesewotzki, Libuda und ich", die Fortsetzung des Mondpalast-Erfolges "Ronaldo & Julia", Premiere.


Im ehemaligen Haus des Handwerks feierte am 26. November 2009 das Wanne-Eickeler Kammerspielchen, Premiere.

Vier Jahre nach der Eröffnung hob sich am 12. Juli 2013 zum letzten Mal der Vorhang im "Kammerspielchen" an der Gerichtstraße. Die Kreishandwerkerschaft als Vermieter zeigte sich enttäuscht von Stratmanns Rückzug, hatte man doch erhebliche Summen investiert, um das Theater erst zu ermöglichen.

Nach einem kurzen Leerstand entschloss sich die Kreishandwerkerschaft das Gebäude zu verkaufen. Nach großen Umbaumaßnahmen befinden sich heute in den Räumen die "Ruhr-KIDZ-Apotheke" sowie mehrere Fachärzte für Kinder- und Jugendmedizin, das "Paedicum".

Das Eckgebäude an der heutigen Haupt- und Gerichtsstraße zeigt das ehemalige Haus des Handwerks, heute Ruhr Apotheke und Ruhr-KIDZ-Apotheke, aufgenommen im September 2016.

Das ehemalige Haus des Handwerks, Gerichtsstraße 1 heute Ruhr-KIDZ-Apotheke, aufgenommen im September 2016.



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Quellennachweis:
Adressbuch für die Ämter Wanne und Eickel, 1906.
Einwohnerbuch Wanne-Eickel, 1937.
Stadt Wanne-Eickel: 25 Jahre Stadt Wanne-Eickel, Mai 1955.
Interview mit Architekt Albert Kittlaus am 12. September 2010.
Wanne-Eickeler Tagespresse aus den Jahren 2009 und 2013.
Weitere Infos unter: http://www.paedicum.net/
Weiter Infos unter: http://www.dr-sibbel.de/nc/home/

Bildnachweis:
Sammlung Heinrich Lührig.



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