Wanne-Eickel-Historie


Direkt zum Seiteninhalt

Hans-Dieter Abring

Kunst und Kultur > Menschen aus Wanne-Eickel

Ein Traum geht in Erfüllung - Das Foto Museum Burg Horst


Hans-Dieter Abring wurde am 25. Juni 1934 in Wanne-Eickel geboren. Hier wuchs er auf, hier besuchte er die Schule. Schon als Kind war er fasziniert von den Kameras seiner Eltern. Es waren zwei, die wohl behütet unter Verschluss gehalten wurden. Im Alter von sieben Jahren durfte er unter Anleitung das erste Mal selbstständig fotografieren. Die Fotografie begeisterte ihn so stark, dass er keinen anderen Wunsch hatte, als Fotograf zu werden. Sein Vater redete ihn diesen Beruf mit den Jahren aus und wie es so ist, wenn man ein braver Junge seien will, macht man dass, was der Vater sagt.



Es war Anfang der 50er Jahre als Hans-Dieter Abring von seiner Mutter zu Weihnachten eine Nizo doppel acht Kamera geschenkt bekam. Die Begeisterung und das Interesse zur Fotografie stiegen, und so widmete er sich in seiner Freizeit ganz diesem Hobby. Mit Gleichgesinnten gründete er im Jahre 1952 den Foto Film-Club Wanne-Eickel, deren Vorsitzender er lange Jahre war.


Nebenbei sammelte er Kameras jeder Technik und Form und legte somit den Grundstock seiner Sammlung, die so umfangreich war, dass sich alle Stufen der technischen Entwicklung von Photoapparaten und Bildmaterial dokumentieren lies.



Im Herbst 1988 erfüllte er sich nach vierzigjähriger Sammeltätigkeit einen großen Traum, er eröffnete „sein“ Foto-Museum auf der Burg Horst im Essener Stadtteil Steele-Horst.

Auf den Höhen des Ruhrtals befindet sich die Burg Horst. Erbaut wurde diese alte Ritterburg von den Herren zu Horst im Jahre 1142. In Erdgeschoss dieses alten, modernisierten Gebäudes befanden sich die Ausstellungsgegenstände, einer Sammlung von unschätzbarem Wert.

Wenn man die Ausstellungsräume betrat, konnte man sich direkt zu Anfang über die frühen Vorläufer der Photographie, der Camera Obscura und der Laterna Magica informieren. Im Hintergrund des ersten Raumes befand sich ein Atelier, das die Arbeit der ersten Photographen dokumentierte. Angekommen im zweiten Raum wurden hier die ersten Photoapperate und Hilfsmittel präsentiert, die man in der damaligen Zeit benötigte. Es befand sich hier unter anderem eine Jahrmarktkamera mit der man Photographien auf Blech anfertigen konnte.


Ein bisschen wie James Bond kam man sich beim Betrachten der umfangreichen Sammlung an Miniatur, Geheim und Spionagekameras vor. Hier gab es die kuriosesten Photoapperate die unter anderem als Streichholzschachtel, als Revolver oder als Gesangsbuch getarnt waren. Ebenso konnte man in Vitrinen ausgestellte Tropen- und Luxuskameras bestaunen. Die dreidimensionale Wirkung der Stereophotographie hingegen konnten die Besucher selbst ausprobieren und sich von dieser „optischen Täuschung“ bezaubern lassen.

Das Foto-Museum war für photointeressierte ein „muss“ und erhielt für seine Ausstellung das Prädikat „besonders sehenswert“.


Hans-Dieter Abring veröffentlichte im laufe seiner Sammlertätigkeit vier Bücher - Standardwerke der Photographie, mit dem Titel: Von Daguerre bis Heute.

Für alle unerwartet verstarb Hans-Dieter Abring am 29. August 2000 im Alter von 66 Jahren.

Die Sammlung war nach seinem Tot der Öffentlichkeit nicht mehr zugänglich. Welchen Weg sie gegangen ist, diese Erkenntnisse liegen dem Autor nicht vor.

Im Heimat-und Naturkundemuseum an der Unser Fritz Straße 108 befindet sich heute ein kleiner Teil diese Sammlung.

zurück

Quelle: Interview mit Klaus-Peter Schubert Foto-Film-Club Wanne-Eickel, Mai 2007.
Lührig, Heinrich: Film, Eine Stadt im Ruhrgebiet, 2008.
Fotonachweis: Sammlung Heinrich Lührig, Hans-Joachim Gregor, Klaus-Peter Schubert
.


Zurück zum Seiteninhalt | Zurück zum Hauptmenü