Wanne-Eickel-Historie


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Günter Dworak

Kunst und Kultur > Menschen aus Wanne-Eickel

Ein humanistischer, stets dem Menschen verpflichteter Künstler


Der 1928 in Wanne-Eickel geborene Künstler absolvierte im 2. Weltkrieg eine Lehre als Anstreicher (Maler). Im Jahre 1948 nahm er das Studium der freien Malerei bei Edmund Schuitz auf. Unter Anleitung seines Lehrmeisters erwarb er die ersten grafischen Auszeichnungen. Von 1952 bis 1956 absolvierte er ein Studium für freie angewandte Grafik an der Folkwang-Hochschule für Gestaltung in Essen. Es folgten gestalterische Tätigkeiten in Neuss, Gelsenkirchen und Wanne-Eickel. Seine kreative Tätigkeit als Grafiker beim Kommunalverband Ruhrgebiet in Essen bis 1991 ließen ihm genügend Raum für Aktivitäten.

Nach ersten erfolgreichen graphischen und malerischen Kompositionen Ende der 50er Jahre entwickelte Günter Dworak um 1965 strenge konstruktive Bildkompositionen. Zugleich gestaltete er für Kirchen, so St. Barbara
in Röhlinghausen, Dreifaltigkeit in Wanne-Ost und St. Marien in Eickel, Portale und liturgisches Gerät. Nach verschiedenen Auslandsaufenthalten u.a. in Rom, London, Brüssel, Madrid und Lyon beherrschten Anfang der 80er Jahre zwei neue Themenkomplexe seine künstlerische Arbeit: der Bergbau und die im Bergbau tätigen Menschen.

Fotonachweis: Archiv Stipke


Folgende Aussage ist hier charakteristisch: "Im Ruhrpott geboren, habe ich Industriestandorte - Landschaften - und ihre Menschen im Revier hautnah erleben dürfen. Der Prozess dieser geschundenen Industrielandschaft hinterließ Spuren, auch bei den hier lebenden Menschen. Sie alle haben sich unsere Anerkennung und Respekt verdient."

In den 90er Jahren rückten verstärkt christliche und soziale Themen in den Vordergrund. Die drei Weltreligionen des Christentums, des Judentums und des Islams wurden exemplarisch für unsere multikulturelle Situation im Ruhrgebiet dargestellt.

Mit dem Bochumer Galeristen Wilm Falazik zusammen gründete Dworak die Künstlergruppe "fabo". In der Künstlerzeche "Unser-Fritz 2/3" in Wanne-Nord bezog er im Jahre 1969 als Mitbegründer das zweite Atelier nach Helmut Bettenhausen, das er bis zuletzt intensiv nutzte. Als Mitbegründer der S-Galerie der Herner Sparkassen, als Mitglied im Flottmannhallen-Beirat und als Vorsitzender des Kunstvereins Schollbrockhaus war er ein bedeutender Kunstvermittler und Ansprechpartner.

"Ich male, figurativ. Ich male, was ich will, wann und wo ich will". Dieses Credo des Wanne-Eickeler Künstlers zierte nicht nur das Deckblatt eines Werkkataloges, sondern durchzieht sein gesamtes künstlerisches Schaffen, das von einem tiefen Humanismus geprägt worden ist.

Der humanistische, stets dem Menschen verpflichtete Wanne-Eickeler Künstler Günter Dworak starb am 12. Mai 2000 im Alter von 71 Jahren. Seine letzte Ruhestätte fand er auf dem ev. Friedhof an der Edmund-Weber- Straße.



















Das Hauptportal der St. Marien Kirche in Eickel, eine Bronzereliefarbeit von Günter Dworak, aus dem Jahre 1964. Die Türgriffe symbolisieren ein stürzenden und steigenden Engel.










Blick auf das über Eck angelegte Hauptportal der Heilig-Geist Kirche in Röhlinghausen, eine Arbeit des heimischen Künstler Günter Dworak.





Das Konfekt "Der Mond von Wanne-Eickel" wird von der Konditorei Messner seit den 60er Jahren hergestellt. Das Originalmodell der Form geht auf ein Entwurf des Künstlers Günter Dworak zurück.


















Law and order,
nannte der Künstler Günter Dworak dieses Werk.


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Quellennachweis:

Tagespresse: WAZ vom Mai 2000
Pfarrer Tacke, Wilhelm: Die künstlerische Gestaltung unserer Kirche und ihre Aussage für das Leben der Gemeinde, Eickel o. J.

Fotonachweis: Sammlung Heinrich Lührig.


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