Wanne-Eickel-Historie


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Geistliche Getränke

Bergbau

Die Kiste mit den "kühlen Blonden"


Antek, Spitzname des Zechenboten Koslowski, verkehrte zwischen der Zeche Hannibal in Eickel und der Hauptverwaltung in Hordel als Zechenboten. Eines Morgens kommt er schwer tragend von der Eickeler Straße. Auf seiner Schulter eine längliche Kiste. Auf dem Zechenplatz der Zeche Hannibal begegnet ihm der Werksdirektor, Bergrat Windmöller. Nach kurzem freundlichen "Glückauf" weist ihm der Bergrat zu sich und sagt drohend zu ihm: "Antek, Sie stehen im Verdacht, Alkohol in das Büro Hannibal zu schmuggeln."

"Herr Bergrat", sagt Antek, "da tun Sie mir aber unrecht, wie soll ich alter Mann dazu kommen, geistliche Getränke den Herren zu besorgen." Lächelnd wendet sich der Bergrat Windmöller um. Antek fällt ein Stein vom Herzen und geht schnellern Schrittes ins Büro und liefert die Kiste mit den "kühlen Blonden" ab .


Bergrat Rudolf Windmöller bekann seine berufliche Laufbahn am 1. Januar 1890 auf der Zeche Hannover in Bochum Hordel. Unter seiner Leitung enstand 1905 im Laufe von acht Jahren der Aufbau der Gartenstadtsiedlung Dahlhauser Heide, im Volksmund "Kappskolonie" genannt. Am 31. Dezember 1919 trat Windmöller in den Ruhestand.

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Quelle: Lührig Heinrich: Anekdoten, Legenden und Geschichten aus Wanne-Eickel, S. 38, Röhlinghausen 1981.
Fotonachweis: Sammlung Gerhard Schmitz


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