Wanne-Eickel-Historie


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Gedenktafel für die Opfer des "Schwarzen Mittwoch"

Denkmäler

Gedenktafel erinnert an die Opfer des „Schwarzen Mittwoch“


An die Opfer des so genannten „Schwarzen Mittwoch“ von Wanne, am 5. Dezember 1923, erinnert auf dem kommunal Friedhof Holsterhausen an der Horststraße eine schlichte schwarze Granittafel, die sich im nördlichen Friedhofabschnitt, Abteilung V, befindet. Die Wanne-Eickeler Zeitung vom Dezember 1923 berichtete zu diese Tat wie folgt:

Am Mittwoch, den 5. Dezember 1923 sollten die Unterstützungsleistungen an Arbeitslose ausgezahlt werden. An den Zahlstellen erfuhren die Betroffenen, dass an diesem Tag die Zahlungen erheblich gekürzt werden sollten. Hierdurch entstand eine große Erregung – an allen Zahlstellen bildeten sich Demonstrationsgruppen, welche in geschlossenen Zügen vom Amtshaus Eickel, von Röhlinghausen, Unser Fritz und Schacht Wilhelm aus nach dem Amtshaus Wanne vordrangen.

Auf dem Rathausplatz in Wanne herrschte großes Gedränge. Der Platz war voll von Menschen. In Eickel hatten sie der Polizei die Waffen weggenommen, ein paar Revolver. „Die haben die Polizei entwaffnet, hieß es überall. Und die Polizei hatte Angst“. Während über 20 000 Menschen draußen demonstrierten, verhandelte der „Ausschuss der vereinigten Arbeiterorganisationen, der politischen Parteinen und der Erwerbslosen“ mit der Wanner Amtsverwaltung. In diesem Moment fiel aus dem zweiten Stock des Amtshauses ein Schuss, worauf die Polizeibeamten wahllos in die Menge hineinschossen, da dieser erste Schuss vielleicht als Signal diente. Die Folge: 10 Tote und 32 Verletzte. Fünf Todesopfer und ein weitere aus Herne (gefallen am 24. November 1923) wurden auf dem Holsterhauser Friedhof bestattet. Das Denkmal wurde für die erschossenen Arbeiter wurde 1925 feierlich enthüllt. Die Inschrift auf dem oberen Teil des Denkmals lautete:

Wandere, kommst Du nach Spa, erzähle,
Du hast sie fallen gesehen, wie es das Gesetz befahl



Die Grabanlage mit Denkmal für die 1923 erschossenen Arbeiter des
so genannten „Schwarzen Mittwoch“ von Wanne, aufgenommen im Jahre 1925.


Die Grabanlage aufgenommen im März 2009.



Zusätzlich wurde auf einer schwarzen Granittafel folgende Inschrift eingemeißelt:

Gefallen 5. 12. 1923 in Wanne

Heinrich Wortmann
Robert Grube
Paul Hartmann
Willi Hauptfleisch
Johann Bulczewski
Karl Weber

gefallen 24. 11. 1923 in Herne

Oskar Herter

Die Grabanlage mit Denkmal wurde in der NS-Zeit entfernt. Die Zeit überdauert hat die schwarze 60X80 cm große Granittafel.


Die schlichte schwarze Granittafel, in welche
die Namen der Opfer eingemeißelt sind.



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Quellennachweis: Kozicki, Norbert: „Der Kaiser ist weg!“ Die Novemberrevolution in den Ämtern Wanne, Eickel, Herne und Sodingen. Ein Beitrag zur lokalen Geschichte der Arbeiterbewegung, Herne, 1986. WAZ vom 9. Dezember 1988. WAZ vom 10. Dezember 1988.
Fotonachweis: Sammlung Heinrich Lührig



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