Wanne-Eickel-Historie


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Gedenkstein der Berufschule

Denkmäler

Gedenkstein der Berufschule


Vor dem Gebäude des Emschertal Berufskolleg in der Steinstraße 22, am Zugangsweg zum Innenhof, befindet sich ein Gedenkstein für die berufstätige Jugend der Stadt Wanne-Eickel. Anlässlich der Eröffnung der Städtischen Berufs- Berufsfach und Aufbauschule am 7. Januar 1958 durch Oberbürgermeister Edmund Weber, wurde dieser 1,40 Meter hohe, aus Ruhrsandstein gemeißelte Gedenkstein enthüllt. Der obere Bereich ziert das Stadtwappen der Stadt Wanne-Eickel. Das Wappen zeigt ein springendes Wildpferd, den Emscherbrücher. In der oberen – heraldisch – linken Ecke ist das Schild des alten Eickeler Rittergeschlechtes dargestellt, im Feld ein Schrägbalken, belegt mit drei Rauten. (Die neugebildete Stadtversammlung beschloss am 13. Januar 1928, den Entwurf eines Stadtwappens anzunehmen. Dieser Entwurf stammt von dem Heraldiker Professor Dr. Otto Hupp aus München, 1859-1949) Die erhabene Inschrift unterhalb des Wappens lautet:

DER BERUFSTÄTIGEN JUGEND
DER STADT WANNE-EICKEL
ERBAUT 1952 – 1957

Ein Denkmal mit Seltenheitswert.


Historische Anmerkung

Zur Person: Hermann Joseph Otto Hubert August Constantin Hupp

Hermann Joseph Otto Hubert August Constantin Hupp (* 21. Mai 1859 in Düsseldorf; † 1949 in bei München) war ein deutscher Heraldiker, Schriftgrafiker, Kunstmaler und Ziseleur.

Geboren in Düsseldorf als der vierte von fünf Söhnen des Graveurs und Medailleur Carl Heinrich Hupp, sorgte sein Vater dafür, dass auch Otto Hupp schon während der Schulzeit bei ihm eine Lehre als Graveur machte. Bald nach Ende seiner Ausbildung besuchte er in Düsseldorf die Kunstakademie und zog 1878 nach München, dann ab 1891 bis zu seinem Tode in den Münchener Vorort Oberschleißheim.


Heraldisches Werk

Das Hauptarbeitsgebiet Otto Hupps wurde ab den 1880er Jahre die Heraldik. Vom Münchener Maler Rudolf Seitz lernte er viele Maltechniken, durch den Kontakt zu dem Architekten Gabriel von Seidl erhielt er mehrere Aufträge zu Wand- und Deckenmalereien. Unter anderem hat er das heraldische Konzept und die Ausführung im Erfrischungssaal (Wallotbräu) des Reichstagsgebäudes in Berlin ausgeführt. Auch die Glasfenstergestaltung mit heraldischen Motiven gehörte zu seiner handwerklichen Bandbreite. z.B. Ergänzungen in der zu Oppenheim, nichtausgeführte Entwürfe für den Landgrafenchor der zu Marburg.
Durch seine Sammlungen alter Wappenbücher und Heraldischer Literatur perfektionierte er in den kommenden Jahren sein Handwerk. Er malte mehr als 6000 Wappen, und schrieb mehrere Bücher über Heraldik. Die Buchreihe Wappen und Siegel der deutschen Städte, Flecken und Dörfer begann er 1895, jedoch konnte er von den ursprünglich geplanten 10 Bänden nur 5 fertig stellen. 3460 seiner Wappenbilder wurden als Sammelkarten der Firma Kaffee HAG in den Jahren 1913-1918 und 1926-1938 veröffentlicht. Insbesondere diese Sammelbilder trugen dazu bei, die Wappenkunst der Allgemeinheit näher zu bringen. Eine weitere heraldische Publikation Otto Hupps waren die Münchner Kalender, von denen 51 Ausgaben in den Jahren 1885-1936 (mit Ausnahme von 1933) erschienen. Dabei dokumentierte er nicht nur die bestehenden Wappen der Städte und Gemeinden, sondern zeichnete auch viele Entwürfe, die dann zu den Grundlagen der offiziellen Wappen wurden.
Eines seiner wichtigstes Wappenentwürfe war das bayrische Staatswappen von 1923 - allerdings wurde es nach dem zweiten Weltkrieg durch eine modernisierte Version ersetzt. Auch andere Landeswappen stammen von seiner Hand. z.B. Oberschlesien.
Er verfasste unzählige Aufsätze in heraldischen Einzelfragen und arbeitete an mehreren Spezialwerken mit. In seiner Schrift "Wider die Schwarmgeister" widerlegte er 1918, neben anderen Irrlehren, die damals in Mode gekommene Runentheorie.

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Designerisches Werk

Seine ersten Arbeiten als Schriftdesigner machte er 1883. Die erste komplette Schrift Neudeutsch erschien 1899 bei Genzsch & Heyse. Er entwarf einige weitere Schriften wie Hupp-Gotisch, Hupp-Fraktur oder Hupp-Antiqua, die aber, da sie nicht als alltägliche Gebrauchsschriften gedacht waren, keine weite Verbreitung fanden. Keine seiner Schriften sind für den modernen Fotosatz übernommen worden.

Andere wichtige Werke Otto Hupps waren beispielsweise die Metallarbeiten für den Dom zu Speyer, für die ihm 1906 vom Prinzregenten Luitpold von Bayern der Titel Professor verliehen wurde. Zu seiner Spezialdisziplin gehörte auch Schaffung von Gebrauchsgrafiken. Hier ist wohl das Firmenemblem der Spaten-Brauerei das bekannteste, auch viele Bier- und Weinetiketten wurden von ihm entworfen, sowie auch Banknoten, Exlibris und Briefmarken. Weit mehr als 10000 Einzelwerke erschuf er in seinen Arbeitsjahren. Obwohl er zweifelsfrei ein Künstler war, bestand er stets darauf nicht als solcher bezeichnet zu werden - er selbst sah sich eher als Handwerker.


Nachlass

Sein umfangreicher Nachlass liegt heute im Bayerisches Hauptstaatsarchiv, seine Siegelabdrucksammlung im Generallandesarchiv Karlsruhe. Ein "Wappenzimmer" zur Erinnerung an das Wirken des Heraldikers ist in der Hupp-Villa in Oberschleißheim eingerichtet worden. Otto Bürger, Vorsitzender des Kulturvereins "Freunde von Schleißheim" und Hupp-Biograph, hat die Ausstellung gestaltet.


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Quellennachweis: Westfälische Rundschau vom 9. Januar 1958, Lührig, Heinrich / Schmitz, Gerhard: Röhlinghausen Wanne-Eickel III, Geschichte und Geschichten aus einem Stadtteil der südlichen Emscherregion, 2. erweiterte Auflage, Herne 1997, S. 23 f. www.Wikipedia.de
Fotonachweis: Sammlung Heinrich Lührig



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