Wanne-Eickel-Historie


Direkt zum Seiteninhalt

Fleischerei Beckmann

Firmen mit Tradition

„Darf es ein bisschen mehr sein?“


Das waren noch Zeiten als in den Metzgereien in Wanne-Eickel noch die berühmte Frage gestellt wurde: „Darf es ein bisschen mehr sein?“.

In den 50er Jahren gab es in Wanne-Eickel noch 88 Metzgereien die ihre Waren anboten. Heute sind es gerade noch 10 Fleischereien. Einer von ihnen war Franz Beckmann, auf der Hauptstraße 171 in Wanne-Süd.

Der Name Beckmann ist seit 1931 nicht mehr aus Wanne-Süd wegzudenken. Damals eröffnete Beckmanns Vater, der neben dem Fleischer- auch noch den Meisterbrief als Bäcker hatte, die Metzgerei. Das waren noch Zeiten, als Schmalhans Küchenmeister war. Die heutige Allerweltsware „Schinken“, kam nur an Feiertagen oder wenn sich Besuch der Verwandten ankündigte auf den Tisch. Hauptbestandteile des Warensortiments waren Blut-, Grütz-, Fleisch- und Leberwurst. Die kamen noch aus der eigenen Wursteküche - handgemacht. Ein alter Geselle berichtet hierzu folgenden Ausspruch: „Willst du dich mit Schmelling messen, musst du Wurst von Beckmann essen.“ Heute funktioniert die Wursteküche computergesteuert, aber die Schweine kamen noch nach wie vor aus dem Münsterland.



Das waren noch Zeiten, als Franz Beckmann noch auf dem Bochumer Viehmarkt in den 50er Jahren die Preise per Handschlag aushandelte. Da wurde auch um einen halben Pfennig gefeilscht. Der Handschlag galt als Kaufvertrag. Damals, in den 50er Jahren: Die Speckschwarte konnte nicht fett genug sein. Inzwischen haben sich die Zeiten geändert. „Dabei ist doch Fett der eigentliche Geschmacksträger“, klärt der Fleischermeister auf.


Seit 1931 bestand die Fleischerei Beckmann an der Hauptstraße in Wanne-Süd. Damals verkauften Franz und Johanna Beckmann Blut- und Fleischwurst.

Fotonachweis: Familie Beckmann

Metzgerei Beckmann, Hauptstraße 171, im Juni 2008.


Inge Beckmann (rechts) mit ihren langjährigen Mitarbeiterinnen.


Weit über die Grenzen der Stadt war zur Grillsaison die hauseigene Grillplatte bekannt. Viele Kunden kamen speziell nur für diese Grillplatte und wurden dann zu Stammkunden. Lange Schlangen bildeten sich oft bis vor dem Geschäft, „als gäbe es hier etwas umsonst“, wie vorbei gehende Passanten die wartenden Kunden an der Hauptstraße 171 oft scherzhaft neckten. Am 14. Juni 2008 schloss das beliebte Metzgereiehepaar Inge und Franz Beckmann ihren Betrieb. Mit ihnen ging ein weiteres Kapitel Wanne-Eickeler Geschichte für immer verloren.


zurück

Quellennachweis: WAZ vom 09. Dezember 1995. Lührig, Heinrich, Interview mit Inge Beckmann am 12. Juni 2008.
Fotonachweis: Sammlung Heinrich Lührig



Zurück zum Seiteninhalt | Zurück zum Hauptmenü