Wanne-Eickel-Historie


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Feuerlöschwesen Röhlinghausen

Gebäude

Das Feuerlöschwesen in Röhlinghausen


Für die Brandbekämpfung in der Gemeinde Röhlinghausen wurde bis 1892 die sehr gut geschulte Feuerwehr der Zeche Königsgrube eingesetzt. Diese "Freiwillige Zechen-Feuerwehr" die aus Angestellten und Arbeitern der Zeche Königsgrube bestand, war bereits schon im Jahre 1883 gegründet worden. Ihre Aufgabe war es, die Betriebsanlagen und den ausgedehnten Besitz an Beamten- und Arbeiterwohnhäusern bei einem ausbrechenden Brand wirksam zu schützen.

Dieses Foto wurde anlässlich des 50 jährigen Bestehens der Zeche Königsgrube im Jahre 1906 aufgenommen und zeigt die Freiwillige Feuerwehr der Zeche Königsgrube (siehe auch: Die Königsgruber Feuerwehr).

Als sich im Herbst 1892 etwa dreißig Röhlinghauser Bürger auf Einladung des damaligen Gemeindevorstehers Diedrich Göddenhoff (1844-1924) versammelten, hatten sie die Notwendigkeit einer Schutzwehr gegen die allgegenwärtigen Gefahren einer Feuerbrunst vor Augen. Um die bisherige Gemeindelöschhilfe inklusive der notwendigen Wasserversorgung war es im Bereich der Gemeinde Röhlinghausen nicht zum Besten bestellt. Die Anfahrwege der bereits 1876 gegründeten Freiwilligen Feuerwehr Eickel waren für die damaligen Verhältnisse recht lang, so dass es notwendig erschien, zur besseren Sicherheit für die eigene Gemeinde und zur Entlastung der Eickeler Wehr eine neue, Freiwillige Feuerwehr Röhlinghausen zu schaffen. Im Beisein des damaligen Amtmann Friedrich Winter (1853-1913) wurde die Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Röhlinghausen beschlossen und bald in die Tat umgesetzt.

Der erste Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Löschzug Röhlinghausen war der Holzaufseher Heinrich Stücke. Ihm folgte von 1896 bis 1912 Heinrich Walter senior und von 1912 bis 1944 Bezirksschornsteinfegermeister Wilhelm Hilburg. Im Jahre 1925 hatte die Wehr 62 aktive Mitglieder, ihre Ausrüstung war als modern zu bezeichnen.

Im Jahre 1904 wurde das Feuerwehrgerätehaus mit Steigerturm und Polizeidienstwohnung an der Turmstraße errichtet. Im angrenzenden Wohngebäude lebte die Familie des Meldebeamtensekretärs Heinrich Krieter, der gleichzeitig Feuerwehrbrandmeister war.


Das Feuerwehrgerätehaus mit Steigerturm an der Turmstraße, aufgenommen im Jahre 1920.

Blick auf die Gerätschaften der Freiwilligen Feuerwehr Röhlinghausen, mit Spritz- und Leiterwagen, aufgenommen um 1920.

Innenansicht des Feuerwehrgerätehauses an der Turmstraße, aufgenommen um 1930.

Stolz präsentiert sich der Löschzug Röhlinghausen 1917 vor dem Feuerwehrgerätehaus.

Bei der Machtübernahme im Jahre 1933 wurde die Feuerwehr der Polizei unterstellt und schon 1934 zum Luftschutz verpflichtet.

Im Mai 1943 brannte zunächst der Dachstuhl des Turmes durch Brandbomben ausgelöstes Feuer ab. Der Rest des Gerätehauses wurde im September desselben Jahres durch Sprengbomben vollständig vernichtet. In diesem Feuer verlor der Löschzug Röhlinghausen neben der gesamten feuerwehrtechnischen Ausrüstung auch viele Traditionsunterlagen. Das Gebäude an der Turmstraße wurde nicht wieder aufgebaut.



























Blick auf das zerstörte Feuerwehrgerätehaus an der Turmstraße in Folge mehrerer Bombenangriffe.

Nach dem Zusammenbruch 1945 war der Löschzug Röhlinghausen fast völlig aufgelöst. Auch die erforderliche Ausrüstung war nicht mehr vorhanden. Die Feuerwehrleute Wölffer, Linnert, Wiegmann, Meihsner, van Dillen, Fleer und Janzen beschlossen, den Löschzug Röhlinghausen wieder neu zu beleben. Gleichzeitig sollten die alten Kameraden Ahrensmeyer, Franz, Flanz, Dilcher und Binger benachrichtigt werden, damit auch sie sich am Neuaufbau der Freiwilligen Feuerwehr in Röhlinghausen beteiligten. Im Juni des Jahres 1949 konnten 17 neue jung Feuerwehrleute aufgenommen werden, so dass man mit frischer Kraft an den Ausbildungs- und Übungsbetrieb gehen konnte.

Nach dem Zusammenbruch und mit dem Neuaufbau der einzelnen Wehren nutzten die freiwilligen Feuerwehrmänner die Fahrzeuge der Hauptamtlichen Wehr. Auch nach deren Umwandlung in eine "richtige" Berufsfeuerwehr klappte diese Zusammenarbeit sehr gut. Da diese Fahrzeuge in der Feuerwache an der Stöckstraße untergebracht waren, wurden sie je nach Ausbildungsziel zur Pestalozzischule beordert oder die Freiwilligen wurden mit feuerwehreigenen Bussen zur Ausbildung an der Feuerwache abgeholt.

Die in den sechziger Jahren begonnene Aufstellung der Katastrophenschutzeinheit brachte dem Löschzug Röhlinghausen neue Aufgaben, aber auch die ersten eigenen Fahrzeuge. Nach der Neuordnung der einzelnen Züge im Katastrophenschutz wurden den Röhlinghausern wieder eine neue Aufgabe und ein weiteres Fahrzeug zugeteilt. Als LWZ war man für die Löschwasserversorgung zuständig. Zur Bewältigung dieser Einsatzzwecke wurde dem Röhlinghauser Löschzug ein Schlauchwagen (SKW 200) übergeben. Zunächst wurden die Fahrzeuge in der stillgelegten Zeche Pluto-Thies an der Plutostraße untergebracht. Nach der Übernahme der Gesamtanlage durch das THW Wanne musste man in die Fahrzeughalle der Firma Dodemann am Eickeler Bruch umziehen. Die Löschzüge "In der Wanne" und Röhlinghausen teilten sich diese Fahrzeughalle. Bis zum Jahre 1959 geschah die Alarmierung der Feuerwehrleute durch Sirenen, die dann durch die jetzt noch vorhandenen Meldewecker ersetzt wurden, damit die Wehrmänner "still" - über das Lichtnetz - alarmiert werden konnten.

Die Zeit der Unterbringung in einer alten und unbeheizten Fahrzeughalle am Eickeler Bruch, war für die Freiwillige Feuerwehr Röhlinghausen am 30. Dezember 2004 mit dem Neubau des Feuerwehrgerätehauses vorbei.

Nach einem Beschluss durch die Bezirksvertretung Eickel Ende Oktober 2002 konnte im Februar 2004 mit dem Neubau begonnen werden. Die Stadt Herne veranschlagte für die Baumaßnahme eine Summe von 837 000 Euro. Kurz vor Jahresende - und damit pünktlich zum Silvester-Alarmdienst - stand dann der Umzug ins eigene Gerätehaus an der Plutostraße 4 an. Am 23. April 2005 wurde offiziell das neu gebaute Feuerwehrgerätehaus an der Plutostraße 4 eingeweiht.


Ansicht des Feuerwehrgerätehaus der Freiwilligenfeuerwehr Röhlinghausen - Löschzug Röhlinghausen an der Plutostraße 4, aufgenommen im Oktober 2016.

Blick auf das Graffiti Kunstwerk von Patrik Sziedat am Feuerwehrgerätehaus in Röhlinghausen.


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Quellennachweis:
Festschrift: 100 Jahre Löschzug Röhlinghausen. Röhlinghausen im September 1992.
Lührig, Heinrich, Schmitz, Gerhard: Röhlinghausen Wanne-Eickel III, Geschichte und Geschichten aus einem Stadtteil der südlichen Emscherregion, Erlauscht und erlebt, gesammelt und nacherzählt. Herne 1995.
Tagespresse: WAZ aus dem Jahre 1992 und 2005.

Bildnachweis: Sammlung Heinrich Lührig.



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