Wanne-Eickel-Historie


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Ein Haus mit Tradition

Gebäude

Ein Haus mit Tradition Unser Fritz Straße 182


Ein Haus mit Tradition findet sich an der Unser Fritz Straße 182. Lange Jahre war das prunkvolle zweieinhalbgeschossige Gebäude Verwaltungssitz der Zeche Unser Fritz, gegenüber dem Haupteingang zur Schachtanlage. Noch heute heißt eine Straße, ein ehemaliger Bahnhof und ein ganzer Stadtteil nach einer Zeche, die das Leben im Umfeld geprägt und bestimmt hat: Unser Fritz.

Das Gebäude wurde in zwei Bauabschnitten errichtet. Der erste Teil des Verwaltungssitzes mit Eingang zur Alleestraße 2 entstand um 1871, mit Gründung der Zeche. Im Jahre 1907 erfolgte ein Anbau mit Eingang zur Unser Fritz Straße 182, der die Größe des Gebäudes nahezu verdoppelte. Bei längerem Betrachten des Gebäudekomplexes fallen hier von außen die unterschiedlichen Dachgauben und Giebel auf. Nur sie weisen auf den zweiten Bauabschnitt hin. Die Giebelfront mit Maske, die bergmännischen Symbole wie Schlegel und Eisen, die Putzstuckeinfassungen der Fenster und das Eingangsportal mit Tür weisen Architekturmerkmale des Jugendstils auf. Auch im Treppenhaus hat der Jugendstil seine Spuren hinterlassen. Dem Betrachter fallen hier die gut erhaltenen Fliesenmosaike auf dem Fußboden auf.


Das Verwaltungsgebäude der Zeche Unser Fritz an der gleichnamigen Straße 182, um 1909.

Als am 1. Oktober 1970 die Zechen Consol 3/4/9, Unser Fritz und Pluto Wilhelm im neu gegründeten Zechenverband der RAG aufgenommen wurde, verlor das Verwaltungsgebäude seine Bedeutung. Nach und nach wurden die ehemaligen Büroräume in Wohnungen umgewandelt. Mit den Jahren hatte sich am Gebäude ein großer Reparaturstau gebildet, der ehemals prunkvolle Verwaltungssitz verfiel zunehmend.

Im Jahre 2002 wurden die Gebrüder Edward und Miroslaw Cetra auf den alten Zechensitz, der im Jahre 2000 unter Denkmalschutz gestellt wurde aufmerksam und erwarben das Gebäude. Viereinhalb Jahre später, nachdem die Brüder jeden Cent und jede freie Minute ihrer Zeit in die Restaurierung des ehemaligen Verwaltungsgebäudes gesteckt hatten, erstrahlt das Gebäude im neuen Glanz.


Mit viel Liebe zum Detail haben die Brüder Miroslaw und Edward Cetra den ehemaligen Verwaltungssitz
der Zeche Unser Fritz restauriert. Die Aufnahme entstand im September 2010.


Blieb die Vorderfront unverändert bekam die Rückseite des zweigeschossigen Wohnhauses einen Balkon in einer Stahlkonstruktion angebaut. Im Dachgeschoß mussten den Bogendachgauben moderne Dreiecksgauben weichen. Probleme bei der Sanierung bereiteten die schiefen Dielenböden. "Man kam sich hier vor, wie auf einem Schiff", sagte Edward Cetra. Die beiden Brüder Miroslaw und Edward lösten das Problem, indem sie die Böden insgesamt anhoben - bei einer Raumhöhe von drei Metern war dies kein Problem. Die sechs Wohnungen mit 140 bis 150 Quadratmetern Wohnraum sind nun vom Flur aus mit einer Stufe zu erreichen. Der Urzustand der Fenster mit Oberlicht aus Holz wurde im Erdgeschoss und Dachgeschoss beibehalten. Lediglich im Obergeschoss befinden sich Kunststofffenster. Sie standen unter Bestandschutz, da sie vor dem Jahre 2000 eingebaut wurden. Wird in den späteren Jahren eins ersetzt, darf nur ein Holzfenster eingebaut werden. Der schmiedeeiserne Zaun, der das Grundstück von der Straße trennt, wurde mit viel liebe rekonstruiert.

Auf der Rückseite des zweigeschossigen Wohnhauses wurde einen Balkon in einer modernen Stahlkonstruktion angebaut.

Stolz präsentiert sich Edward Cetra im
Hausflur des sanierten Gebäudes.

Der Giebel der Hausfassade mit Jugendstilelemente und einer
Gesichtsmaske. Darunter befinden sich links und rechts die
Ornamente des Bergbaus "Schlägel und Eisen".

Unter dem dachförmigen Eingangsportal des
ehemaligen Verwaltungsgebäudes der Zeche
Unser Fritz ist eine Relief- Kartusche angebracht.
Die doppelflügelige Holztür ist jeweils im mittleren
Teil mit Ornamenten ausgestattet.

Mit viel Liebe zum Detail haben die Brüder Miroslaw und Edward Cetra das ehemalige prunkvolle zweieinhalbgeschossige Verwaltungsgebäude der Zeche Unser Fritz restauriert und somit der Nachwelt erhalten.


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Quellennachweis: Lührig, Heinrich, Wanne-Eickel ein Ausflug in die Vergangenheit. S. 120 ff.
Heinrich Lührig, Interview mit Edward Cetra im Oktober 2010.
Fotonachweis: Sammlung Heinrich Lührig


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