Wanne-Eickel-Historie


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Drei-Männer-Eck

Denkmäler

Das Drei-Männer-Eck


Mit der Verbreiterung der Herner Straße im Jahre 1927 um 13 Meter wurde eine Stützmauer des Bahndammes erforderlich. Ende Juli desselben Jahres konnten die Putzarbeiten beendet werden. Doch der Platz des grau gefärbten Verputzes schien ohne eine Verzierung zu fahl. So beschloss man, die kahlen Flächen durch drei Säulen lebendiger zu gestalten. Den Auftrag hierzu bekam der Wanne-Eickeler „Künstler“ Gewerbeoberlehrer Wilhelm Braun (1880–1945).

Der Idee des Künstlers war drei Skulpturen zu schaffen, einen Schiffer, einen Bergmann und einen Eisenbahner, - als Symbol der Wanne-Eickeler Wirtschaft. Das Material bestand aus wetterfestem Muschelkalk. Die Figuren haben eine „Lebensgröße“ von 1,70 Meter und wurden 2,50 Meter über dem Bürgersteig an der Ecke Herner Straße, Gelsenkirchener Straße (heute Hauptstraße, Berliner Straße) aufgestellt. In den frühen Abendstunden des 16. August 1927 begann man an der Wand längs der Herner Straße an der Ecke zur Gelsenkirchener Straße mittels Flaschenzuges die lebensgroßen Figuren einzeln auf die dafür vorgesehenen Sockelstützen zu ziehen. Dann wurden die einzelnen Statuen mit Eisen im Mauerwerk verankert. Ein paar Tage später hat auch schon der Volksmund eine Bezeichnung für diese Ecke gefunden: „Drei-Männer-Eck“. Die einzelnen Skulpturen waren wie folgt angeordnet: Rechts, nahe der Bahnunterführung, mit Ölzeug und Südwester bekleidet, die Hand an einem Prahm, wies der Schiffer auf den einst größten Hafen des Rhein-Herne-Kanals hin. Die zweite Skulptur stellte den Bergmann mit seiner Grubenlampe in der linken und der Kohlenhacke in seiner rechten Hand dar. Er stand als Symbol für den Bergbau. In Richtung Bahnhof stand der Eisenbahner im Uniformrock, in der rechten Hand ein Flügelrad. Er war Symbolfigur für den Eisenbahnknotenpunkt der Emscherstadt („Stadt der tausend Züge“).

Blick in die Herner Straße (heute Berliner Straße) auf das im Volksmund bezeichnete "Drei-Männer-Eck" (rechts) im August 1927.

Die durch Bomben, Abgase und allgemeine Luftverschmutzung beschädigten Figuren, aufgenommen Mitte der 60ziger Jahre.


Im Zweiten Weltkrieg wurden die drei Skulpturen stark beschädigt. Nachdem die Bundesbahn wegen der öffentlichen Sicherheit die Entfernung der stark beschädigten Skulpturen gefordert hatte, wurden diese am 9. Juni 1970 demontiert. Durch den Bildhauer und Restaurator Günther Stuchtey restauriert wurden sie Ende Juni 1974 an der Vorderfront des Heimatmuseums an der Unser Fritz Straße wieder aufgestellt. Nach Abschluss der Umbaumaßnahmen am Bahnhofsvorplatz wurden am 12. August 2003 auf dem heutigen Heinz-Rühmann-Platz auf einer 3,80 Meter hohen, mit rippenförmigen Vorsprüngen versehenden Dreiecks-Säule die Repliken der drei Männer aufgestellt.



Die drei Männer an der Vorderfront
des Heimatmuseums.







Die Repliken vor dem
Hauptbahnhof Wanne-Eickel.




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Quellennachweis: Ruhrität(en): Ausgabe 2004, Lührig, Heinrich: DVD, Geschichte vor Ort: Blickpunkt Glückauf Platz, 2/2005

Fotonachweis: Sammlung Heinrich Lührig


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