Wanne-Eickel-Historie


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Dorneburger Mühle

Gebäude

Der letzte Müller der Dorneburger Mühle - Bernhard Heßling


Im Jahre 1358 wurden Henricus von Eclo, Schulte von Eclo, und seine Frau Mette genannt Gosewinckel vom Grafen Dietrich von Limburg mit der "Wulfesmühle" (Wolfsmühle) und zusätzlich mit fünf Morgen Land und zwei Wiesen, bei der Mühle im "Gosewinkel" gelegen, belehnt.

Im Jahre 1375 erhält Diederich van Eyckell anlässlich einer Teilung des väterlichen Erbes unter anderem den Schultenhof in Eickel, eine Weide im Eickeler Bruch, die beiden Wiesen im Gosewinkel mit der Kornmühle und "… dat vreitgraes…". In einer Karte von der Lage und Größe der zum Hause Berg gehörenden Grundstücke aus dem Jahre 1787 wird die "Frittgras-Weide" genannt. Diese war 1823 noch 52 Morgen groß und gehörte damals zum Hause Dorneburg.

Am 15. April 1749 zeigte der "Wöchentliche Duisburgische Adresse- und Intelligenzzettel Nr. XV" den Konkurs des Hauses Dorneburg an. Zur Konkursmasse gehörte unter anderem das "… adelige Haus Dorneburg nebst Wälle, Gräben, Gärten, Jagd, Fischerei, lebendem und totem Inventar und sonstigen Freiheiten…" an. Der Verkaufstermin war auf den 1. Mai 1749 im Rathaus Bochum morgens 8 Uhr festgesetzt. Das Angebot war auf 42 216 Reichstaler angesetzt. In dem Termin wurde das Gut Dorneburg von Freiherrn Friedrich Heinrich von Kuschinsky aus Danzig angekauft. Friedrich Heinrich von Kuschinsky war mit Anna Sophia von Gahlen bei Dorsten verheiratet.

Auch von Kuschinsky, der kinderlos 1772 starb, wurde in der Grabkapelle in Eickel beigesetzt. Sein Neffe, der sächsische Hauptmann August Friedrich von Kuschinsky, beerbte ihn. Seine Tochter heiratete 1796 den Rittmeister Moritz von Untzer (1798-1862), später Landrat des Kreises Bochum.

Nach einem Brand im Jahre 1844 wurden das Haupthaus und die Ökonomie mit Mühle neu errichtet.

Moritz von Untzer übertrug das Gut seinen beiden Söhnen, Gustav und Karl. Nach dem Tod beider Söhne wurde, da keine direkten Erben vorhanden waren, im Jahre 1866 die Dorneburg verkauft. Die Gebäude, Schloss, Ökonomiehaus und Mühle mit etwa 40 bis 50 Morgen Land kaufte der Bauer Heinrich Riemann aus Bickern, der es dann an die Zeche Shamrock verkaufte.


Ausschnitt der Urkatasterkarte der Gemeinde Eickel, aufgenommen vom Geometer Krause, im Juni 1823. Die Mühle Dorneburg ist rot unterlegt und befindet sich in der alten Gemarkung Eickel, Flur II, genannt Dorneburg.

Im Jahre 1899 kam der Müller Bernhard Heßling aus Stadtlohn im Münsterland nach Eickel. Er interessierte sich für die Dorneburger Mühle. Am 15. Juni 1899 kam es mit der Witwe Lepler geborene Riemann zu einem Vertrag, nach welchem Heßling für einen jährlichen Pachtpreis von 800 Mark die Mühle übernahm. In einem Adressbuch aus dem Jahre 1906 lautete die Anschrift: Bernhard Heßling, Dampfmühle, Alleestraße 1a (heute Holsterhauser Straße).

Als die Zeche Shamrock das Gelände samt der Dorneburg übernahm, erneuerte der Müller Bernhard Heßling seinen Pachtvertrag mit der Zeche Hibernia.


So sah es um 1920 in der Königstraße in Höhe Heisterkamp aus. Der Blick geht in Richtung Holsterhauser Straße, Bielefelder- und Dorneburger Straße. Im Hintergrund sieht man die Dorneburg mit den Wirtschaftsgebäuden.

Ausschnitt einer Übersichtskarte des Kreises Gelsenkirchen aus den Jahre 1902. Die Dorneburger Mühle ist rot unterlegt. (Anmerkung: Der Straßenverlauf und der Dorneburger Bachverlauf ist heute ein anderer.)

Das kleine Haus, welches fast auf der Straße zu stehen scheint, war die Dorneburger Mühle, um 1920.

Die Dorneburger Mühle aus einer anderen Perspektive, aufgenommen um 1930.



















Der Müller Bernhard Heßling mit einem Mehlsack vor der Mühle, aufgenommen um 1930.

Die Mühle war das letzte Gebäude der Dorneburg das den Zweiten Weltkrieg, wenn auch beschädigt überstand.

Der Sohn von Bernhard Heßling trat in die Fußstapfen seines Vaters und baute im Jahre 1947 einen neuen Mühlenbetrieb an der Königstraße 79 auf. Die alte Dorneburger Mühle wurde danach abgerissen. An der Stätte der alten Mühle (zwischen der Straße Auf der Dorneburg und Dorneburger Straße) wurden im Jahre 1957 durch die Wohnungsbaugesellschaft Scholven drei Wohnhäuser errichtet. (siehe auch: Die Geschichte von Haus Dorneburg).

Folgenden Vers hat der letzte Müller der Dorneburg in sein Stammbuch verewiget:
"In der Mühle frisch und munter geht's die Treppe auf und ab. Lustig rauf und lustig runter, immerfort in raschem Trab. Heißa wie die Räder sausen, Wasserströme niederbrausen, Stein sich da auf Mahlstein dreht, Mühle niemals ruhig steht."


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Quellennachweis:
Adressbuch für die Ämter Wanne und Eickel, 1906.
Schulte, Eduard: Liste der Feuerstätten des Amtes Bochum von 1664 (Stadtarchiv Wanne-Eickel). Schulte, Eduard: Die Bevölkerung des Amtes Bochum im Jahre 1664.
Veröffentlichung des Archives Wanne Band I. Wattenscheid, 1925.
Lührig, Heinrich: Wanne-Eickel in alten Ansichten.Zaltbommel Verlag Niederlande 1992.
Interview mit Bernhard Heßling im April 1983.

Bildnachweis:
Sammlung Heinrich Lührig.



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