Wanne-Eickel-Historie


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Diedrich Göddenhoff

Kunst und Kultur > Menschen aus Wanne-Eickel

Ein Vorbild für Röhlinghausen


Diedrich Göddenhoff wurde am 25. November 1844 in Röhlinghausen geboren. Er war Landwirt oder besser: Bauer mit Landbesitz. Mit 34 Jahren wurde er als Nachfolger des Landwirts Heinrich Blanke Gemeindevorsteher. Er hatte das Amt vom 16. August 1879 bis zum 23. März 1919 inne. Nach der Bildung des Amtes Eickel (1. November 1891) war er zugleich Beigeordneter des „Restamtes“ Wanne. Außerdem war er Mitglied im Kreisausschuss Gelsenkirchen. Diedrich Göddenhoff bekleidete auch lange Jahre das Amt des Kirchmeisters in der evangelischen Kirche von Röhlinghausen.

Der Name „Gudenhoff“ wird bereits im Feuerstättenverzeichnis aus dem Jahre 1664 in „Hordell“, zu dem auch Röhlinghausen gehörte, genannt. In einem Grundbesitzerverzeichnis (Bauern und Kötter) aus dem Jahre 1684 mit der Angabe des Besitzes nach Maltersaat, Scheffelsaat und Ruten stehen für Göddenhoff: 8 Malter, 1 Scheffel, 29 Ruten. Danach war der Göddenhof der fünfgrößte von 19 Röhlinghauser Höfe.

Nach einer Steuerliste aus dem Jahre 1913 für die Gemeinderatswahl kann man sehen, dass Diedrich Göddenhoff nun als Rentner mit 69 Jahren in der II. Abteilung wählte und die drittmeisten Steuern pro Jahr in Röhlinghausen bezahlte.



Diedrich Göddenhoff verstarb am 3. November 1924 im Alter von 79 Jahren.
In einem Nachruf der politischen Gemeinde Röhlinghausen hieß es:

„Vierzig Jahre lang, von 1879-1919 hat Herr Göddenhoff das Amt des Gemeindevorstehers von Röhlinghausen in vorbildlicher Weise treu und gewissenhaft verwaltet, unermüdlich und unerschrocken die Interessen seiner Gemeinde und ihrer Bewohner vertreten und allen mit Rat und Tat zur Seite gestanden. Ein vertrauensvolles Verhältnis von seltenem Ausmaß hatte sich im Laufe der Jahre zwischen der Gemeinde und ihrem Vorsteher entwickelt. Es gab kein Ehrenamt, mit dem die Gemeinde ihn nicht bedacht hat. Als erster unbesoldeter Beigeordneter des Amtes Wanne, als Mitglied des Kreisausschusses Gelsenkirchen, in zahlreichen Kommissionen und in anderen Stellungen gab die Gemeinde ihrem Vorsteher, den sie wie eine Vater verehrte; Gelegenheit, seine Geistesgaben, sein Pflichtgefühl und sein soziales Mitgefühl in den Dienst am Gemeinwohl zu stellen. Mit der Geschichte der Gemeinde Röhlinghausen wird der Name des Verstorbenen, der wie kein anderer Verdienste um sie erworben hat, verbunden bleiben immerdar“

Wanne/Röhlinghausen, den 4. November 1924
Der Amtmann: Weiberg Der Gemeindevorsteher i.V.: Walter junior“



Zur Erinnerung an den Gemeindevorsteher Diedrich Göddenhoff wurde am 14. November 1974 vom Rat der Stadt Wanne-Eickel die frühere Dietrichstraße in Röhlinghausen nach ihm benannt: Göddenhoff.


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Quelle: Lührig, Heinrich / Schmitz, Gerhard: Röhlinghausen Wanne-Eickel III, Geschichte und Geschichten aus einem Stadtteil der südlichen Emscherregion, 2. erweiterte Auflage, Herne 1997, S. 219 f.
Fotonachweis: Sammlung Heinrich Lührig.



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