Wanne-Eickel-Historie


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Die Königsgruber Feuerwehr

Bergbau

Dieses Bild wurde anlässlich des 50 jährigen Bestehens der Zeche Königsgrube gemacht. Auf diesem Foto wurden 20 Personen wieder erkannt:

1. Reihe, unten Links: Direktor Daniel Bonacker. Zweiter von links: Betriebsführer Hahne. Er kommandierte die Wehr mit: „Ruhig gestanden!“ Hahne war Ungedienter und hatte sein eigenes Kommando.

2. Reihe von unten, erster links: Fahrhauer Schätzel, auch Tambourmajor. Wenn er den Takt zu „Preußens Gloria“ gab, hörte man seinen aus Röhlinghausen marschierenden Musikzug noch aus Hüllen. Nr. 2: Zimmerhauer G. Noll, Nr. 3: Förderaufseher E. Sobert, Nr. 6: Hauer St. Sowatzki, Nr. 7: Fördermaschinist Rudolf Blank.

3. Reihe (von links nach rechts): Nr. 2 und Nr. 3: Gebrüder Eisenkopp, Hauer und Schachtsteiger, Nr. 5: Rechnungsführer Schmidt (mit Spitzbart). Er war Vorstandsmitglied der Magdeburger Bergwerks AG. Nr. 7: Ebenfalls mit Bart Steiger Middelhaus.

4. Reihe (von links nach rechts): Nr. 1 Markenmeister von Bauer. Er hat Direktor Bonacker 1904 bei einem Messerattentat im Büro das Leben gerettet. Nr. 2: Johann Knierim, Hauer; seine Söhne wurden auf derselben Zeche Fahrhauer und Vermessungsfahrsteiger. Nr. 5: Mit Bart Daniel Unrau, Ziegelmeister. Sein Sohn erinnert sich, dass seinerzeit noch an jedem Wochenende für Belegschaftsangehörige Deputatkohle scheffelweise ausgegeben wurde. Einmal ist auf der Eisenbahnlinie der die Zeche berührenden Staatsbahn auf der Königsgruber Straße ein Güterzug entgleist. Aus einem Waggon rollten volle Hülsmann Bierfässer. Die Röhlinghauser beschafften sich Freibier aus Fässern die leck waren. Nr. 4: Platzmeister Pfeiffer, Nr. 7: Hauer Sobierski, Nr. 8: Hauer Welbers, er wurde später Betriebsführer. Auch er ist seinerzeit dem Direktor Bonacker zu Hilfe gekommen, als einige Bayern wegen Lohndifferenzen gegen den Chef tätlich wurden. Der Direktor hatte einen Stich abbekommen und musste sechs Wochen ins Krankenhaus. Der Markenmeister von Bauer wurde später von Bonacker wegen einer ausgedehnten Zecherei entlassen. Bonacker verbot damals allen Angestellten und Beamten beim Wirt Grafen zeitweise auch Horstmann (mit ersterem stand Bonacker in Fehde) einzukehren.

5. Reihe von unten, links: Fahrhauer Böhm, Nr. 4: Streckenwärter Jung (mit Bart), Nr. 5: Wettersteiger Wilhelm Cremer, Cremer ist als junger Steiger jahrelang täglich zu Fuß von Wiemlehausen, wo er beheimatet war, zur Königsgrube gelaufen. Es gab noch keine Straßenbahn oder Busverbindung. Später baute er in der Nähe der Wirtschaft Denis, Bochumer Straße (wurde im Dezember 2006 abgebrochen), ein eigenes Haus. Nr. 6: Zimmerhauer Bitter.

6. Reihe, oben links: Maschinist Lang, Nr. 4: Fahrsteiger Schafstädt als Fahnenträger, Nr. 6: Hauer Schlab, seine Familie gehörte mit zum Stamm der Zeche Königsgrube.

Bonacker verbot damals allen Angestellten und Beamten beim Wirt Grafen zeitweise auch Horstmann, Gasthaus „Kaiser Eiche“ (mit ersterem stand Bonacker in Fehde) einzukehren.

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Quelle: Interview mit Heimatfreund Herbert Pfromm, Herbert Müller und Gerhard Schmitz zum Thema: 60 und mehr: Die Röhlinghauser durchforsten ihre Erinnerungen, Oktober 1992, geführt durch Heinrich Lührig.
Fotonachweis: Sammlung Heinrich Lührig


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