Wanne-Eickel-Historie


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Der Kaiserbrunnen

Denkmäler

Der Kaiserbrunnen ein „Monument wilhelminischer Pracht“


„Ein Monument wilhelminischer Pracht“, so bezeichnete der Wanner Amtmann Friedrich Winter den Kaiserbrunnen im Wanner Stadtgarten.
Nur wenige Wanne-Eickeler sind heute mit der Deutungsgeschichte des „Kaiserbrunnens“ vertraut, der im Volksmund als Stadtgartendenkmal gilt. Gustav Hegler schrieb 1903 in seinen Aufzeichnungen: „Der Wanner Volkspark, „Kaisergarten“ genannt, ist eine höchst nützliche und angenehme Erholungsanlage.
Die Zierde der Volkseinrichtung ist der aus freiwilligen Beiträgen der Bürgerschaft erbaute Kaiserbrunnen, zu dem am 20. August 1898 der Grundstein gelegt, und der am 1. September 1901 unter Beteiligung der gesamten Bürgerschaft enthüllt wurde“.

Als am 20. August 1898, zum 25 jährigen Jubiläum des Krieger- und Landwehrverein Bickern-Crange der Grundstein gelegt wurde, nannte Hauptlehrer Camen von der Lutherschule in seiner von glühender Vaterlandsliebe erfüllten Rede den Kaiserbrunnen einen Quickborn. Ursprünglich war für die Grundsteinlegung der 6. August 1898 vorgesehen. Der Tod des Kanzlers Fürst Bismarck schob aber den Termin hinaus.


„Ein Monument wilhelminischer Pracht“, der Kaiserbrunnen im Jahre 1915.


Die Anregung zur Errichtung des Denkmals kam im Jahre 1896 von Amtmann Winter. Nach Entwürfen des Düsseldorfer Bildhauers Arnold Frische wurde das Monument erbaut. Der architektonische Aufbau mit den vorgelagerten Grotten- und Teichanlagen ist als „Apotheose“ an das Hohenzollernhaus gedacht. Das von der goldenen Kaiserkrone überragte Denkmal hat eine Höhe von 15 Metern. Die auf der Vorderseite sitzende Figur stellt den Frieden dar. Aus den seitlich angebrachten Löwenköpfen sprudelte ein Wasserstrahl in die Brunnenschale. Von hier aus sprudelte das Wasser in ein vorgelagertes Hauptbassin und dann in den Teich, sodass Denkmal und Teich eine Einheit bildeten. Das Denkmal war auf der Vorderseite mit drei eingearbeiteten Bronzereliefs mit den Bildnissen der Kaiser Wilhelm I., Friedrich III. und Wilhelm II. verziert. Ferner zierte eine Widmungstafel an das Herrscherhaus das Denkmal. Des Weiteren war eine Gedächtnistafel für den 1870/71 gefallenden Soldaten Hülsmann aus Bickern angebracht. Ende 1923 wurden „von unbekannt gebliebener Hand“ über Nacht die Bronzereliefs entwendet. Die Stellen blieben bis heute leer, wie die Mäuler der wasserspeienden Löwen.


Am 23. Februar 1988 nimmt die untere Denkmalsbehörde der Stadt Herne den Kaiserbrunnen in die Denkmalliste auf. Ein Jahr später beginnt man mit den Restaurierungsarbeiten, die rund 100 000 Mark gekostet haben und im Dezember 1989 abgeschlossen waren. Im Frühjahr 1990 wurde dann eine von der Bezirksvertretung Wanne geforderte Zusatztafel, die die Distanzierung zum Kaiserhaus zum Ausdruck bringt angebracht. Die Inschrift der Bronzetafel lautet:

Der Kaiserbrunnen
Nach Entwürfen des Düsseldorfer Bildhauers Arnhold Frisch(e) gebaut, wurde am
1. September 1901 enthüllt. Das von der Wanner Bürgerschaft errichtete Denkmal
Verherrlichte die drei Hohenzollernkaiser
Wilhelm I., Friedrich der III. und Wilhelm II., als Friedenfürsten.
Der Kaiserbrunnen ist eine historische Darstellung und ein Zeugnis seiner Zeit.
Im geschichtlichen Rückblick
ist die Bedeutung dieses Denkmals kritisch zu sehen.
Die Innenpolitischen Erwartungen des Volkes auf demokratische Ordnung
Und sozialen Frieden wurde vom Kaiserhaus nicht erfüllt.
Außenpolitisch verfolgte Wilhelm II. eine unverantwortliche Politik der Stärke.
die letztlich zum 1. Weltkrieg führte.

Das Denkmal, aufgenommen im März 2009.

Die Zusatztafel bringt die Distanzierung zum
Kaiserhaus zum Ausdruck.


Das Denkmal, das versteckt zwischen dem satten Grün der alten Bäume verschwindet, fristet heute ein Dornröschenschlaf in Sichtweite des Mondpalastes.


Seitenansicht des Denkmals im März 2009.



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Rückansicht des Denkmals im März 2009.


Quellennachweis: Hegler, Gustav: Eickel-Wanne einst und jetzt, 1903. WAZ, August 1958. WAZ, Dezember 1983. WAZ, Dezember 1989.
Unsere Stadt. Stadt Herne, Ausgabe 1988. Lührig, Heinrich: Wanne-Eickel in alten Ansichten, 1992.

Fotonachweis: Sammlung Heinrich Lührig


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