Wanne-Eickel-Historie


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Der arme Millionär

Pressespiegel

Der arme Millionär


Bei Heinrich Lührig liegen die Millionen nur so rum. Doch der Millionär ist arm dran: Für sein Geld bekäme er nicht mal ein Glas Bier. Wert besitzt es dennoch - unter Sammlern. Der Heimatsammler besitzt die umfassenste Sammlung von Notgeld der Stadt Herne.

Heinrich Lührig der in der Fahrzeugauslieferung als Disponent des Bochumer Opel Werke 1 arbeitet, besitzt mittlerweile die umfassendste Sammlung örtlichen Notgeldes: Für Ausstellungen fragt sogar das Stadtarchiv der Stadt Herne immer mal bei ihm nach.

Kein Wunder, dass Lührig in Millionen und Milliarden schwelgen kann. Und wie hoch der Nennwert aller Noten und Münzen seiner Kollektion ist, vermag er gar nicht sagen; einige Trillionen werden es schon sein. Zumal es Notgeld nicht erst in der ersten Hälfte der zwanziger Jahre gegeben hat. Auch im Ersten Weltkrieg und in der frühen Weimarer Republik herrschte akuter Mangel an Zahlungsmittel. Ein wertvoller Teil der Sammlung war gar nichts Wert. Druckmusterbögen und Fehldrucke zeigen nicht den Weg bis zum endgültigen Schein - so es diesen überhaupt gegeben hat. Mit der Rentenmark fand der Inflationsspuk 1923 ein Ende. Milliarden und Abermilliarden wurden über Nacht zu wertlosen Altpapier. Dass ein nahezu komplettes Scheinesortiement in den Alben von Heinrich Lührig dem Reißwolf getrotzt hat, ist für Herne ein Glücksfall: Die Inflation bleibt nachvollziehbar. Auch wenn sich der Sammler für seine Millionen nichts kaufen kann.

Opel Post - Die Zeitung für Mitarbeiter der Adam Opel AG, vom 4. Oktober 1989

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