Wanne-Eickel-Historie


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Das Postamt in Unser Fritz

Gebäude

Postamt III. in Unser Fritz


Am 1. Mai 1886 wurde der erste fahrende Landbriefträger ausgerüstet, der über Bickern nach Unser Fritz fuhr. Am gleichen Tag wurde auch in der Unser Fritz Straße 19 (die Hausnummerierung war damals anders als heute) beim Gastwirt Franz Quiskamp die Postagentur Unser Fritz eröffnet. Zunächst wurde der Gastwirt mit den Amtsgeschäften der Post vertraut gemacht. In einem seiner Gasträume verkaufte er überwiegend Briefmarken und nahm auch eilige Postsachen in Auftrag. Über eine installierte Blankdrahtleitung konnten sogar Telegramme vermittelt werden.

Erst sieben Jahre später, im Mai 1893 wurde die Agentur zu einem Kaiserlichen Postamt III erhoben die bis Juni vom "Postgehülfen" Kahrweg verwaltet wurde. Seine Nachfolger war bis 1897 Postanwärter Hengstenberg, ihm folgte Ober-Postassistent Otto Burmeister. Bis um die Jahrhundertwende gab es in Unser Fritz lediglich zwei Briefkästen. Eine bespannte Landpost hatte Verbindung mit der übergeordneten Wanner Post. Hier sorgte Postmeister Moll dafür, dass auch in Unser Fritz die sonntägliche Briefzustellung erfolgte.

Im Mai 1898 zog die Unser Fritz Post in ein Mietsgebäude des Gastwirts Friedrich Gude an der Schloßstraße 3a um. Dieses brachte den Vorteil, dass die Landpost aufgehoben und durch eine Schaffnerpost per Eisenbahn ab Bahnhof Unser Fritz, ersetzt wurde. Zu diesem Zeitpunkt waren hier bereits drei Beamte beschäftigt.

Eine Chronik aus dem Jahre 1901 gibt darüber Auskunft, dass in diesem Zeitraum in Unser Fritz rund 167.000 ein- und abgehende Postsendungen sowie 6.000 Pakete bearbeitet wurden.


Poststempel von 1893 bis 1926.

Bis 1920 blieb Unser Fritz eine Zweigstelle des Postamtes Wanne. An deren Stelle wurde ab April 1921 bei Therese Althoff eine Agentur eingerichtet, die sich wegen - wie man sagte - schlechter Führung und mangelndem Service kaum drei Jahre aufrecht erhalten konnte.

Einen neuen Aufschwung gab es erst, als die Reichspost im Jahre 1928 vor der Kanalbrücke an der Emscherstraße eine Amtseigene Nebenstelle errichtete.

Als sich die Bundespost in den 1960iger Jahren modernisierte, fand man ein neues Domizil an der Unser Fritz Straße 89. Aus wirtschaftlichen Gründen wurde das Postamt mit seinen drei Schaltern, das zuletzt nur noch ein Schalter betrieb, Ende Januar 1997 geschlossen.

Als eine "Sicherung für den Poststandort Unser Fritz" bewertet die Deutsche Post AG den erneuten Umzug Anfang Februar 1997, diesmal zur Unser Fritz Straße Straße 83, in das Schreibwarengeschäft von Frank Leschowski.

Vom Gastwirt Franz Quiskamp über den letzten Ober-Postassistent Otto Burmeister bis zum Betriebsleiter Markus Kambacheld und der heutigen Postagentur Leschowski spannt sich ein weiter Bogen der Postgeschichte in Unser Fritz.


Die Postagentur, im Schreibwarengeschäft von Frank Leschowski, Unser Fritz Straße Straße 83.


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Quellennachweis:
Hegeler, Gustav: Eickel-Wanne einst und jetzt, Siegen 1903.
Dr. Hengst, Werner: Ein Beitrag zur Postgeschichte der Stadt Wanne-Eickel bis zu ihrer Gründung im Jahre 1926, Mai 1982.
Der Emscherbrücher Ausgabe 1984: Die Entwicklungsgeschichte des Postwesens in Wanne-Eickel, S. 26 ff.
Tagespresse aus den Jahren 1986, 1992 und 1997.
Bildnachweis: Heinrich Lührig.




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