Wanne-Eickel-Historie


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Dahlhauser Straße 40-42

Gebäude

Wohngebäude mit Geschichte


"Wohnen zählt zu den unverzichtbaren menschlichen Grundbedürfnissen wie die Kleidung oder das Essen und Trinken. Aber neben ihrer ursprünglichen Schutzfunktion als festes Dach über den Kopf hat die Wohnung immer auch eine soziale und kulturelle Größe", heißt es in einem Artikel der Gemeinnützigen Wohnstättengenossenschaft Wanne-Eickel eG zum 100-jährigen Bestehens in ihrer Festschrift.

Jedes Haus, jede Straße in Wanne-Eickel hat eine Geschichte, wie das des im Jahre 1900 errichteten Doppelwohnhauses in der damaligen Derfflinger Straße 16-17, der heutigen Dahlhauser Straße 40-42, des damaligen Spar- und Bauvereins zu Eickel e.G., der heutigen Gemeinnützigen Wohnstättengenossenschaft Wanne-Eickel eG.

Die offizielle Gründungsversammlung des genossenschaftlichen Spar- und Bauvereins zu Eickel war im Jahre 1900. Die Initiatoren waren zunächst Bergleute aus den benachbarten Zechen. Bald schon kamen Eisenbahnangestellte des Bahnhofs Hordel-Eickel und Wanne hinzu. Im Jahre 1912 kam es zum Zusammenschluss mit dem 1901 gegründeten Spar- und Bauverein Wanne, der heutigen Gemeinnützigen Wohnstättengenossenschaft Wanne-Eickel e.G.

Das erste Doppelwohngebäude des Spar- und Bauvereins zu Eickel wurde mit der Baugenehmigung vom 4. Juli 1900 errichtete. Im Dezember des gleichen Jahres konnte das Wohngebäude in der Derfflinger Straße 16 und im Januar 1901 das Wohngebäude Derfflinger Straße 17 sowie die dahinter liegenden Stallgebäude bezogen werden.


Das Doppelwohnhaus in der Derfflinger Straße 16-17, der heutigen Dahlhauser Straße 40-42, aufgenommen um 1910.

Wie sahen die Raumaufteilungen des Doppelhauses nach der Fertigstellung aus?

Das Wohngebäude erhielt in drei Wohngeschossen je zwei, 3 Zimmer-Wohnungen. Die drei Zimmer waren durchgehend verbunden. Die Wohnung war durch die Küche direkt mit vom gemeinsamen Treppenhaus aus zugängig. Die Wasserleitung und der Spülstein lagen außerhalb der Wohnung auf dem jeweiligen Treppenflur und waren gemeinsam mit den Nachbarn zu nutzen. Gas und elektrisches Licht waren nicht vorhanden. Die Wohnfläche pro Wohnung betrug 47 Quadratmeter, wovon auf die Wohnküche 16 Quadratmeter, das Schlafzimmer 16 Quadratmeter, und das der "guten Stube" - Wohnzimmer 15 Quadratmeter entfielen. Die Toiletten befanden sich, für je zwei Wohnungen gemeinsam außerhalb des Hauses in dem Stallgebäude.

Zu einer Verbesserung der Wohnsituation kam es im Jahre 1939, nach dem neue Toiletten, die nun statt im Stallgebäude hinter dem Haus auf dem Treppenpodest der jeweiligen Etagen in einem Treppenhausanbau lagen.

Der Zweite Weltkrieg ging auch an den Wohngebäuden der Derfflinger Straße 16-17 nicht schadlos vorüber. Im Januar 1945 wurde das Wohngebäude mit der Hausnummer 16 bei einem Fliegerangriff auf Eickel völlig zerstört. Das Wohngebäude mit der Hausnummer 17 wurde im Dachgeschoss stark beschädigt. Nach Kriegsende wurde das zerstörte Wohngebäude nicht wieder aufgebaut. Am angrenzenden Wohngebäude wurden die Kriegsschäden durch Reparaturen beseitigt, so dass es weiter genutzt werden konnte.

Mit den Jahren erfolgten Modernisierungen des Wohngebäudes, so dass an der Fassade eine Verschließungen von vier Fensteröffnungen vorgenommen wurde. Auf dem brachliegenden Nachbargrundstück, Dahlhauser Straße 40 entstanden in den 1960er Jahren Wellblechgaragen.

Die erhalten gebliebene Haushälfte der Dahlhauser Straße 40, aufgenommen im Sommer 2007.

Im Herbst 2009 mussten das Wohngebäude Dahlhauser Straße 40 und die Garagen sowie ein Wohnhaus (erbaut 1952-1954 durch die Zeche Hannover I/II) einer hochmodernen Bebauung von vier Doppelhäuser der Gemeinnützigen Wohnstättengenossenschaft Wanne-Eickel, weichen.

Blick in die Dahlhauser Straße auf die vier Doppelhäuser der Gemeinnützigen Wohnstättengenossenschaft Wanne-Eickel, aufgenommen im Juni 2015.


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Quellennachweis: 100 Jahre Gemeinnützige Wohnstättengenossenschaft Wanne-Eickel eG. Herne 2001.
Fotonachweis: Gemeinnützige Wohnstättengenossenschaft Wanne-Eickel (Gisela Kuhn), Heinrich Lührig.



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