Wanne-Eickel-Historie


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Cranger Tor

Kirmes

Das Cranger Tor, ein kunsthandwerkliches Kleinod


Die Geschichte des Cranger Tores ist eine Geschichte voller Missverständnisse, ausgelöst durch zwei Tafeln die links und rechts an den runden Pfosten des Cranger Tores angebracht wurden. Dort heißt es:

"Zur 555. Cranger Kirmes - Kunstschmiedearbeiten gestiftet 1990 vom Schlossermeister Constatin Costaras (Herne - Wanne - Eickel)"

Die Betrachter des Wahrzeichens der Cranger Kirmes können an Hand dieser Tafeln den Eindruck gewinnen, dass das Tor 1990 erbaut wurde und die Jahreszahl für die Geburtsstunde des Tores halten, aber dies ist nicht so.

Genau am 2. August 1978 wurde es eingeweiht, das neue Wahrzeichen Cranges. Es war ein Geschenk des Schaustellers Ludwig Kallenkoot aus Aachen, anlässlich seines Kirmesjubiläums auf Crange, der die Kirmes für "eines der schönsten Volksfeste der Welt" hielt. Der Schausteller Ludwig Kallenkoot war zwanzig Jahre lang mit dem 35 Meter hohen Superriesenrad "Jupiter" auf Crange vertreten.

Die Tageszeitung berichtete damals wie folgt:

"Im Eiltempo wurde das Cranger Tor in acht Tagen von einer Herstellerfirma gebaut. Die Bezirksvertretung fasste einen ‚Notbeschluss', die Bauaufsicht gab ihren Segen". So wurde der schlichte stählerne Torbogen: zwei Pfosten, in der Mitte der Schriftzug Cranger Tor, links das Wappen derer von Rump zu Crange (Wappenschild in Rot mit einem silbernen Sparren) und rechts das Emscherpferd (Wappenschild in Gelb mit einem schwarzen Emscherpferd), aufgestellt und am 2. August 1978 durch eine Sekttaufe eingeweiht.


Das Kirmeswahrzeichen von Crange - das Cranger Tor im Juni 1981.

Ein Zeitzeuge berichtet hierzu wie folgt:

"Erst beim zweiten Versuch zerplatzte die Sektflasche am Stahl, mit der der damalige Kirmeschef Otto Weigel den Torbogen taufte".
Zur Einweihung des Torbogens, das seither den Eingang des Kirmesplatzes ziert, sagte der Schausteller: "Ich hoffe, dass jeder Besucher der Cranger Kirmes und Wanne-Eickels mit Freude durch dieses Tor geht."

Zum 555. Jubiläum der Cranger Kirmes wurde der Torbogen um eine Attraktion reicher, als der Schlossermeister Constantin Costaras, auf eigene Rechnung, die schmiedeeisernen Verzierungen krönend auf dem Tor angebrachte, sowie drei Zahlen, die Anzeigen, zum wievielten Mal der Rummel stattfindet, das Ereignis, das so oft für die Geburtsstunde des Tores gehalten wird.


Zum 555. Jubiläum der Cranger Kirmes wurde der Torbogen um eine Attraktion reicher.


Am 17. September 1990 ergänzt der Schlossermeister Costaras seine Arbeit und bringt an den Innenseiten des Tores die beiden verzierten Seitenteile an.

Seither sieht das kunsthandwerkliche Kleinod in jedem Jahr ein wenig anders aus. So wurde das Tor 1991 durch zwei bunte, eiserne Karussells ergänzt, die Wappenschilder wurden 1995 aus Kupfer ersetzt und im Jahre 1996 der Schriftzug erneuert.


















Um eine Attraktion reicher wurde das Tor durch die Arbeit des Schlossermeisters Constantin Costaras, der am 17. September 1990 die beiden unteren Seitenteile anbrachte.


Foto: Walther Müller


Gerade mal sieben Jahre lang hielt das Tor, als es am 13. August 1997 durch einen Sattelschlepper des Schaustellers Oskar Bruch beim Abtransport des "Thrillers", bei einer Höhe von 4 Meter, in der Mitte gerammt wurde. Die ganze Stahlkonstruktion wurde in Mitleidenschaft gezogen, nur die Verzierung blieb erhalten. Der Schausteller, der den Unfall verursachte, kam für die Reparatur des Schadens auf.

















Am 13. August 1997 wurde das Kirmeswahrzeichen durch einen Sattelschlepper in der Mitte gerammt.


Foto: Walther Müller


Im März 1998 erstrahlte dann das Wahrzeichen der Cranger Kirmes im neuen Glanz. Länger als erwartet hatten sich die Reparaturarbeiten hingezogen. Der Rahmen und die beiden Säulen wurden erneuert und die Querverbindung gerichtet. Insgesamt wurde das Tor um 25 Zentimeter, auf 4,25 Meter erhöht, um es vor einen Wiederholungsfall zu schützen. Damit das Tor in Zukunft kein Rost ansetzt, wurde es vollständig verzinkt. Zur Eröffnung der 563. Cranger Kirmes stand es dann fest verankert im Boden.

Das Cranger Tor erstrahlt seit dem 17. März 1998 im neuen Glanz. Zur Freude über das gelungene Meisterwerk verteilte die Bezirksvorsteherin Ingeburg Viehbeck eine Runde Schnaps an Arbeiter und Zuschauer.

Foto: Walther Müller


Kurz vor Beginn der 575 Cranger Kirmes, am 1. August 2010, wurde das Cranger Tor bei der Ausfahrt vom Kirmesgelände von einem LKW mit Auflieger erneut angefahren. Der Fahrer, der zum Aufbau der Wildwasserbahn unterwegs gewesen war, blieb mit seinem vor der Ladefläche aufgesetzten Kran im Cranger Wahrzeichen hängen und zog die Stahlkonstruktion so schief, dass das komplette Tor noch am selben Tag abgebaut werden musste.


















Kurz vor Beginn der Cranger Kirmes am Sonntagnachmittag, 1. August 2010, rammte ein Lkw bei der Ausfahrt vom Kirmesgelände das Cranger Wahrzeichen.

Damit der Haupteingang zum Kirmesplatz ohne Tor nicht allzu trostlos aussah, wurde ein Banner angebracht, welches das Cranger Tor an der Stelle visualisierte.

Der Eingang zum Festplatz ohne Kirmeswahrzeichen.

Das provisorische Cranger Tor mit Banner.

Im Juni 2011 war es dann soweit, das neue Cranger Tor wurde durch die Firma Costaras, die inzwischen von seinem Sohn Elias geführt wurde, aufgebaut. Etwa 2500 Lohnstunden stecken in der "neuen" kunsthandwerklichen Arbeit. Mit einem Gewicht von 4,5 Tonnen ist es rund 800 Kilogramm schwerer als sein Vorgänger. Die Durchfahrt-Breite beträgt 9,40 Meter, die Höhe in der Mitte 5 Meter. Darüber krönt die kunstfertig gestaltete florale Ornamentik (ist eine stilisierte Verzierung in Form eines Blumenbuketts, eines Blumenkorbes oder einem Blattrankenwerk, wie sie in der Ornamentik der dekorativen Künste verwendet werden) mit allerlei Schnörkeln die Konstruktion, die somit alles in allem eine Höhe von etwa 7,50 Meter erreicht - etwa 70 Zentimeter höher als das Vorgängertor.

Fast ein Jahr lang war der Haupteingang des Festplatzes nach einem LKW-Unfall verwaist. Am Dienstag, 7. Juni 2011, war es dann soweit, das "neue Cranger Tor" wird für den Aufbau vorbereitet.

Am 8. Juni 2011, wurde das Cranger Tor zwei Monate vor Beginn der 576 Kirmes wieder aufgestellt. Viel Herzblut hat Schlossermeister Constantin Costaras gemeinsam mit seinem Sohn Elias vor allem in die zusätzlichen Kunstschmiedearbeiten gesteckt: Wunderschöne Blumenornamente und auch Drachen sind entstanden.

Die seitlichen Träger sind nicht mehr rund, sondern aus Vierkant-Rohr gefertigt und vermitteln optisch mehr Stabilität. An ihrer Basis haben Vater und Sohn Costaras sie mittels großer Schrauben mit den Fundamenten verbunden. Auch diese ist mit einer Breite von 3 Metern und einer Höhe und Tiefe von jeweils 1 Meter deutlich größer und belastbarer dimensioniert als die alte Konstruktion.

Das Cranger Tor - es steht wieder, von weitem als Cranger Wahrzeichen sichtbar, größer, schwerer und vor allem stabiler als je zuvor.

In jedem Jahr sieht das kunsthandwerkliche Kleinod ein wenig anders aus.

Quellennachweis: Cranger Tor im Spiegel der Presse 1978 - 2011.
Bildnachweis: Walther Müller, Heinrich Lührig.


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